Länderspiele: Löw plädiert für Vor-Qualifikation

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Bundestrainer Löw: "Darüber kann man diskutieren"

Färöer, San Marino oder Kasachstan: Ginge es nach Joachim Löw, müssten sich solch kleine Fußball-Nationen in einer Vorausscheidung durchsetzen, um es in die WM-Qualifikation zu schaffen. Wegen eines "übervollen Terminkalenders" sei solche Abhilfe nötig, so der Bundestrainer.

Hamburg - Rudi Völler stellte einst als Bundestrainer fest, es gebe "keine Kleinen" mehr im Weltfußball. Sein Nach-Nachfolger Joachim Löw scheint das etwas anders zu sehen. Kurz vor dem Doppelspieltag in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan hat sich Löw für eine Reduzierung der Duelle zwischen großen und kleinen Fußball-Nationen ausgesprochen.

"Der Terminkalender ist übervoll, da wäre Abhilfe nötig. Ob es aus sportlicher Sicht Sinn macht, zweimal gegen Länder wie Kasachstan, Andorra, San Marino oder die Färöer anzutreten, darüber kann man schon diskutieren", sagte Löw dem "Kicker".

Die deutsche Nationalmannschaft spielt am Freitag in Astana gegen die Kasachen (19 Uhr), vier Tage später steht das Rückspiel in Nürnberg an (20.45 Uhr, jeweils im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).

In der Qualifikationsgruppe C sind neben Schweden, Irland und Österreich auch noch die Färöer als klarer Außenseiter deutscher Gegner. Löw sprach sich dafür aus, dass bei künftigen Ausscheidungsrunden der Modus geändert wird. "Ich persönlich bin für die Einführung einer Vorqualifikation", so Löw.

Auch Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer hatten sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Vorausscheidung ausgesprochen. Seit langem wird deshalb über eine Lösung nachgedacht, auch mit Blick auf die Euro 2016 in Frankreich, bei der erstmals mit 24 Mannschaften gespielt wird.

Eine Extra-Runde für die "Kleinen" wird es nach Einschätzung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach aber nicht geben. Diese Maßnahme wäre in den betroffenen Ländern höchst unpopulär - und würde Uefa-Präsident Michel Platini in Erklärungsnot bringen. Der Franzose macht sich immer wieder für eine Besserstellung kleinerer Fußball-Länder stark.

luk/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Ich kann den Löw...
socke86 18.03.2013
... ja eigentlich voll nicht ausstehen, aber diese Idee finde ich echt gut. Es ist teilweise total haarsträubend, welche Mannschaften in der Qualifikation vertreten sind...
2. Das spricht die Arroganz des vermeintlich
Emmi 18.03.2013
Das spricht die Arroganz des vermeintlich "Großen" gegenüber den Kleinen... Wenn es bei EM- oder WM-Quali in Europa zu viele Spiele gibt, könnte man ja mal darüber nachdenken, ob Kasachstan, Armenien, Aserbaidshan, Georgien, Türkei und Israel wirklich zu Europa gehören und ob man bei einer zu ermittelnden Teilnehmerzahl von 24 aus den dann verbleibenden 48 Mitgliedern nicht einfach 24 "Qualifikationsgruppen" a 2 Mannschaften bildet, die in Hin- und Rückspiel die Teilnehmer ausspielen...
3.
gegenpressing 18.03.2013
Zitat von sysopDPAFäröer, San Marino oder Kasachstan: Ginge es nach Joachim Löw, müssten sich solch kleine Fußball-Nationen in einer Vorausscheidung durchsetzen, um es in die WM-Qualifikation zu schaffen. Wegen eines "übervollen Terminkalenders" sei solche Abhilfe nötig, so der Bundestrainer. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-joachim-loew-plaediert-fuer-vor-qualifikation-a-889453.html
Bin ich völlig anderer Meinung! Jeder sollte möglichst ähnliche Chancen auf ein Weiterkommen haben! Da finde ich es ein wenig bitter, wenn kleinere Nationen auch noch mit Vorquali in den Knochen spielen müssen!
4. Löw ist die Oberlusche
Volks.Hirn 18.03.2013
Das Problem der zu vielen "B"- oder "C" Spiele lässt sich zur Zufriedenheit aller ganz einfach lösen: die "kleinen" kommen in zwei bis drei Gruppen mit entsprechend mehr Teilnehmern und haben dann auch entsprechend mehr Qualispiele. Aber: da sich weiterhin die beiden Ersten Teams qualifizieren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit es zu schaffen für die dort einsortierten Teams. Das ist für alle entsprechend viel aufregender denn es geht ja um wirklich was.. Wir Deutsche könnten uns dann in den kleinen Gruppe auf Qualis mit unserer Wunschgegnern ala Spanien, Niederlanden und Italien freuen. Bei nur 6 Spielen sollte das ja kein Problem für Herrn Löw sein.
5. optional
strauch 18.03.2013
Ich fände das schade, für die kleinen Länder ist das doch toll, gegen große Mannschaften zu spielen. Die Zeit sollten wir haben. Ich fände es schade wenn soetwas ausfällt, weil zuviel zu tun wäre. Außerdem haben bei solchen Spielen dann ja auch bei uns Spieler aus der zweiten Reihe mal die Chance anzutreten.
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Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.