Anstiftung zur Fremdenfeindlichkeit Kroate Simunic zu Geldstrafe verurteilt

Die kroatische Justiz hat Nationalspieler Josip Simunic zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Abwehrspieler habe mit seinen Äußerungen nach der erfolgreichen Playoff-Partie gegen Island zu Fremdenfeindlichkeit angestiftet. Eine Strafe durch die Fifa steht noch aus.

Kroatischer Nationalspieler Simunic: Fifa-Strafe droht noch
AP/dpa

Kroatischer Nationalspieler Simunic: Fifa-Strafe droht noch


Hamburg - Josip Simunic ist für seine Äußerungen nach dem Playoff-Rückspiel Kroatiens gegen Island (2:0) von der kroatischen Justiz zu einer Strafe von umgerechnet 3200 Euro verurteilt worden. Der ehemalige Hertha-Profi hatte nach der geglückten WM-Qualifikation am Dienstag über das Stadion-Mikrofon die Parole "Za Dom - Spremni!" gerufen.

Der umstrittene Gruß heißt übersetzt: "Für die Heimat - bereit!" Die Parole war Grußformel der Ustascha, ein 1929 gegründeter Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.

Simunic habe "zu Fremdenfeindlichkeit angestiftet und andere Teilnehmer einer öffentlichen Veranstaltung belästigt", hieß es in der Begründung, zudem sei sich der Kapitän von Dinamo Zagreb der Bedeutung seiner Äußerungen bewusst gewesen.

Simunic hatte zuvor mitgeteilt, dass er in einem "emotionalen Moment" einzig durch die "Liebe zum kroatischen Volk und dem Heimatland" motiviert gewesen sei. Einsicht hatte der 35-Jährige nicht gezeigt: "Das wollte ich mein ganzes Leben schon mal machen. Ich habe keine Angst vor einer Strafe, ich habe nichts Schlimmes gemacht. Ich bin ein Fan von Kroatien, meiner Heimat. Und alle, die sich aufregen, sollten lieber die Geschichte studieren."

Dem Innenverteidiger droht nun auch noch ein Nachspiel vor der Disziplinarkommission des Weltverbandes Fifa.

luk/dpa/sid



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