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Pleite gegen Argentinien: Deutschland verpatzt Neuauflage des WM-Endspiels

Deutschland gegen Argentinien: Vier Watschn für den Weltmeister Fotos
DPA

Vor zwei Monaten feierte Deutschland noch den WM-Sieg gegen Argentinien, nun gab es gegen die Südamerikaner eine Niederlage. 2:4 hieß es in Düsseldorf, wo das Publikum einen deutschen Spieler immer wieder auspfiff.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihr erstes Spiel nach dem WM-Titel verloren. In der Neuauflage des Finales von Rio de Janeiro gegen Argentinien unterlag das Team von Bundestrainer Joachim Löw 2:4 (0:2). Sergio Agüero (21. Minute), Erik Lamela (40.), Federico Fernandez (47.) und Ángel Di María (50.) hatten die Südamerikaner 4:0 in Führung gebracht, für Deutschland deutete sich ein Debakel an. André Schürrle (52.) und Mario Götze (78.) gestalteten die Niederlage erträglicher.

Vier Spieler, die schon im WM-Finale für Deutschland begonnen hatten, standen auch in Düsseldorf in der Startelf: Torwart Manuel Neuer, Verteidiger Benedikt Höwedes sowie die Mittelfeldspieler Toni Kroos und Christoph Kramer. Bei Argentinien liefen gleich sieben Endspiel-Starter auf - die erste Chance hatte aber einer, der damals in Rio verletzt gefehlt hatte: Di María. Doch der Profi von Manchester United legte sich den Ball einen Tick zu weit vor (7.), Neuer klärte die Situation.

Bereits in dieser Szene deuteten sich die Probleme an, die das deutsche Team noch im weiteren Spielverlauf haben würde: die Abwehrspieler standen zu weit von ihren Gegenspielern weg, das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft war mangelhaft, es fehlte die Abstimmung.

"Wir haben in der Defensive den einen oder anderen Fehler gemacht, und diese Fehler wurden direkt bestraft. Viele Spieler haben so noch nie zusammengespielt, und daher muss man das so akzeptieren", sagte Löw nach der Partie.

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Deutschlands Offensive hingegen sollte sich einige sehr gute Chancen herausspielen. Die erste hatte ein Nicht-WM-Fahrer, doch Mario Gomez scheiterte an Argentiniens Torwart Sergio Romero (8.). Es war ein munterer Auftakt eines Spiels, das natürlich nicht die Spannung eines WM-Finales hatte, aber in der Folge unterhaltsam blieb.

Argentinien agierte zunächst bissiger und ging dann auch verdient in Führung. Nach Vorlage von Di María stand Agüero völlig frei vor Neuer und traf aus fünf Metern. Kevin Großkreutz war zu weit vom Argentinier weg. Zwei Minuten später vergab Kroos die Chance zum Ausgleich, sein Schuss ging knapp am Tor vorbei (23.). Und wiederum fünf Minuten später scheiterte erneut Gomez an Romero.

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Argentinien in der Einzelkritik: Die Weltmeister-Besieger
Als Deutschland immer überlegener wurde, fiel das Tor - allerdings wieder für die Gäste. Und wieder bereitete Di María vor, dieses Mal verwertete Lamela. Auf der Gegenseite hatte die DFB-Elf die große Chance zum Anschlusstreffer - und wieder vergab Gomez freistehend, der von den Zuschauern mehrfach ausgepfiffen wurde.

Direkt nach dem Seitenwechsel bahnte sich ein Debakel für das deutsche Team an. Di Marías Freistoßvorlage köpfte Fernandez ins Tor. Dieses Mal stand Matthias Ginter zu weit weg, zudem flog der für Neuer eingewechselte Roman Weidenfeller planlos durch die Luft. Und nur drei Minuten später durfte auch Di María nach drei Vorlagen endlich einmal selbst abschließen und lupfte den Ball zum 4:0 ins Netz.

Dass es keine peinliche Veranstaltung wurde, lag einerseits an Schürrle, der den Ball zunächst zum 1:4 über die Linie stocherte. Und an Götze, der 52 Tage nach seinem entscheidenden Tor in Rio erneut gegen Argentinien traf.

WM-Finale gewonnen, Testspiel verloren - andersrum wäre es bitterer gewesen.

Deutschland - Argentinien 2:4 (0:2)
0:1 Agüero (20.)
0:2 Lamela (40.)
0:3 F. Fernandez (47.)
0:4 Di María (50.)
1:4 Schürrle (52.)
2:4 Götze (78.)
Deutschland: Neuer (46. Weidenfeller) - Großkreutz, Ginter, Höwedes (77. Rüdiger), Durm - Kramer, Kroos (71. Rudy)- Schürrle (57. Thomas Müller), Reus, Draxler (33. Podolski) - Gomez (57. Götze)
Argentinien: Romero (79. Andujar)- Zabaleta (77. Campagnaro), Demichelis, F. Fernandez, Rojo - Biglia, Mascherano - Lamela (68. Gago), Perez (46. A. Fernandez), Di María (86. Alvarez) - Agüero (83. Gaitan)
Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 51.132 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Draxler, Podolski - Demichelis

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insgesamt 89 Beiträge
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1. Verpatzt?
mat_yes 03.09.2014
Nein....einfach nur verloren. Ohne die wichtigsten Spieler der WM. Dazu mit einem Defensivkonzept, das nicht funktionieren kann. Besonders mit einem 2. klassigen Gomez, der nicht mehr als eine untrainierte Wundertüte ist. Die aktuelle Nationalmanschaft ist nicht mit der goldenen Manschaft von Spanien oder Deutschland 74 oder 90 zu vergleichen, denn viele wichtige Spieler sind am Höhepunkt ihrer Fähigkeiten, oder knapp drüber hinaus. Mich würde interessieren wie das Endspiel in Brasilien ausgegangen wäre, wenn Di Maria und Messi aufgelaufen wären! Nichts gegen den verdienten Sieg in Rio. Aber wir sollten mal in der Realität sein. Ein Titel garantiert nicht automatisch weitere Siege!
2. Ganz ruhig!
wähldienull 03.09.2014
Das ganze Spektakel hatte nicht mehr als Testspielcharakter. Wer zum Beispiel ist verflucht nochmal Rüdiger? Argentinien war auf Revanche aus und mit dem Sieg ist wohl auch der Gaucho-Tanz entschuldigt. Und mich dünkt, ich hörte irgendwo sollen die ersten Jogi-Kritiker und selbsternannten Bundestrainer wieder an die Oberfläche gekrochen sein.
3.
dosmundos 03.09.2014
Kann mich noch an die zahlreichen Experten in den Foren hier erinnern, die Jogi jeglichen Sachverstand aberkannt hatten, weil er Leute wie Durm nicht spielen lassen wollte und statt dessen vier Innenverteidiger aufstellte. So, jetzt aber alle erst mal fröhlich auf Gomez herum hacken. Das ist der Typ, der drei klare Torchancen hatte und versemmelte, während der Rest der Mannschaft keine klare Chance herausspielte, aber wenigstens zwei Zufallstreffer landete!
4. PlusMinus
sanojb 03.09.2014
Plus: Kramer, zwei Tore, eh nur ein Freundschaftsspiel. Minus: Komplette Defensive (sollten die BVBler nicht eingespielt sein?), Sturmzentrum.
5. Gomez
kirk,james-tiberius 03.09.2014
Es war von Joachin Löw die richtige entscheidung gewesen Gomez nicht mit in den WM Kader 2014 zu nominieren. Heute Abend haben wir den Beweis dafür bekommen. Während Spieler wie Lahm Müller oder Klose bei 3 Chancen alle Treffer erzielt hätten hat Gomez versagt. Wie konnte man nur diese großartigen chancen vergeben?
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Von Walter bis Schweinsteiger: Die Kapitäne des DFB
Deutschlands WM-Bilanz
2014 Weltmeister (1:0 n.V. gegen ARG)
2010 Spiel um Platz drei (3:2 gegen URU)
2006 Spiel um Platz drei (3:1 gegen POR)
2002 Finale (0:2 gegen BRA)
1998 Viertelfinale (0:3 gegen KRO)
1994 Viertelfinale (1:2 gegen BUL)
1990 Weltmeister (1:0 gegen ARG)
1986 Finale (2:3 gegen ARG)
1982 Finale (1:3 gegen ITA)
1978 2. Gruppenphase
1974 Weltmeister (2:1 gegen NED)
1974 2. Gruppenphase (DDR)
1970 Spiel um Platz drei (1:0 gegen URU)
1966 Finale (2:4 n.V. gegen ENG)
1962 Viertelfinale (0:1 gegen JUG)
1958 Spiel um Platz drei (3:6 gegen FRA)
1954 Weltmeister (3:2 gegen HUN)
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1938 Achtelfinale (2:4 gegen SUI)
1934 Spiel um Platz drei (3:2 gegen AUS)
1930 nicht teilgenommen

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WM-Momente: "Der darf jetzt nicht treffen!"
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1992 Dänemark
1988 Niederlande
1984 Frankreich
1980 BR Deutschland
1976 Tschechoslowakei
1972 BR Deutschland
1968 Italien
1964 Spanien
1960 Sowjetunion


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