Fußball-Manipulationsskandal: Polizei nimmt mutmaßlichen Wettbetrüger fest 

Die italienische Polizei hat in Mailand einen mutmaßlichen Wettbetrüger festgenommen. Der Mann soll Fußballspiele verschoben haben und ein Vertrauter von Dan T. sein, einem der mächtigsten Strippenzieher der Wettmafia.

Hamburg - Der festgenommene Mann, Admir S., war von Singapur nach Mailand geflogen, Interpol hatte die Behörden in Italien informiert. Admir S. soll Kontakte zu Dan T. haben und wird in Italien offenbar wegen Verstrickungen in verschobene Fußballspiele gesucht.

Angeblich sollen in dem konkreten Fall bereits mehr als 50 Personen festgenommen worden sein, 150 weitere stehen unter Beobachtung. Ersten Aussagen der italienischen Polizei zufolge soll der Slowene freiwillig in das Flugzeug nach Mailand gestiegen sein - er habe sich stellen wollen. Nach Angaben der Polizei sei S. seit Dezember 2011 auf der Flucht. Er soll ein "Schlüsselelement" in den Ermittlungen sein.

Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wird der Mann der Staatsanwaltschaft Cremona überstellt. Der dortige Untersuchungsrichter Guido Salvini hatte gegen ihn bereits im vergangenen Jahr einen Haftbefehl ausgestellt.

Der Singapurer Dan T. ist jüngst bei den Ermittlungen des Europäischen Poilzeiamts Europol in den Mittelpunkt gerückt. Anfang Februar hatte die Behörde im nach eigenen Angaben "größten Wettskandal der Fußballgeschichte" mit rund 700 verschobenen Spielen weltweit berichtet. T. soll dabei eine zentrale Rolle spielen.

Das System von T.: Über Mittelsmänner, die in seinem Auftrag eigene Sportvermarkterfirmen gründen und mit diesen bei Fußballverbänden um die Rechte für die Austragung von Fußballspielen werben, werden unter anderem auch Schiedsrichter bestellt, die sie dann wahllos manipulieren können. So sollen T. und sein Gefolge Millionen verdient haben, auch in Italien.

Auch Warnsysteme der Fußballverbände Uefa und Fifa konnten dies nicht verhindern. Gegen T., der sich in Asien aufhalten soll, gibt es einen internationalen Haftbefehl von Interpol. Von Admir S. erhoffen sich die Ermittler nun Hinweise auf einen der wichtigsten Strippenzieher der internationalen Wettmafia.

Interpol-Generalsekretär Ronald Noble hatte gesagt, eine Festnahme von S. sei "wichtig, denn die Welt denkt, das Gesetz könne dieser kriminellen Organisation nicht das Handwerk legen."

chp/AP/Reuters/dpa

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1. Betrug wird bekämpft , aber vorsicht mit den Klitschees
mercadante 21.02.2013
Ich bin der Meinung dass wenn die Italienische Staatsanwaltschaft mit der Gesetzgebung die sie in Italien hat ,in anderen Länder arbeiten würde , wurde sie viel mehr Delikten auf der Tagesordnung bringen als den Fall ist , das Problem ist dass auch das Katalog reformierte werden muss , es ist zu gross und lässt immer weniger Spielraum für das Legale Leben .
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Europol
  • AP
    Europol (Europäisches Polizeiamt) ist eine europäische Polizeibehörde mit Sitz im niederländischen Den Haag. Sie soll die Arbeit der nationalen Polizeibehörden Europas bei grenzüberschreitender organisierter Kriminalität (OK) koordinieren und den Informationsaustausch zwischen den nationalen Polizeibehörden fördern.
  • Europol geht es vor allem um eine verbesserte Zusammenarbeit der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten bei der Verhütung und Bekämpfung von Terrorismus, illegalem Drogenhandel und sonstigen schwerwiegenden Formen der internationalen Kriminalität. Seit 2002 ist Europol befugt, sich an gemeinsamen Ermittlungsgruppen der Mitgliedstaaten zu beteiligen, und kann einzelne Mitgliedstaaten auffordern, Ermittlungen aufzunehmen.
Europol nahm seine Aktivitäten im vollen Umfang am 1. Juli 1999 auf, seit 1. Januar 2010 ist sie offiziell eine Agentur der Europäischen Union (EU). Direktor ist seit Mai 2009 der Brite Rob Wainwright. Finanziert wird die Behörde durch die Mitgliedstaaten. Das jährliche Budget beträgt rund 90 Millionen Euro. (sid)