Fußball-Nationalmannschaft: Löw wirft Starkickern Unprofessionalität vor

Nicht mal zwei Wochen währte der Frieden: Bundestrainer Löw schießt schon wieder gegen Profis, die sich öffentlich beschweren, wenn sie "mal auf der Bank sitzen". Damit greift er erneut Michael Ballack und Torsten Frings an.

Hamburg - Löw hat die Einstellung der heutigen Fußballprofis in Deutschland kritisiert. Nach Meinung des Bundestrainers müsse den Spielern möglichst schnell klargemacht werden, dass sie sich mehr mit ihrem Beruf auseinandersetzen müssen. Dies gelte insbesondere für die Nationalspieler.

Bundestrainer Löw: "Das ist ein untragbarer Zustand"
REUTERS

Bundestrainer Löw: "Das ist ein untragbarer Zustand"

"Was heißt es denn, Nationalspieler zu sein? Was heißt es denn, Vorbild für viele Kinder zu sein? Wo liegt das Problem, sich weiterzubilden, Medienschulung zu betreiben? Was heißt eine richtige Karriereplanung? Was heißt es, Teil einer Mannschaft zu sein?", fragte Löw. Das alles seien wichtige Themen, "die hier in Deutschland viel zu kurz kommen. Deshalb möchte ich diese Themen angehen", sagte Löw in einem Interview mit der "Sport Bild": "Jetzt, nicht erst in fünf Jahren."

Er wolle zwar nicht immer das Ausland glorifizieren, "aber wie zum Beispiel bei Arsenal London oder beim AC Mailand gearbeitet wird, das hat eine hohe Professionalität."

Der 48-Jährige sprach auch von der Tendenz, "dass Spieler, wenn sie mal auf der Bank sitzen, sofort ihrer Enttäuschung Luft machen. Es geht nicht, dass die Spieler die Entscheidungen der Trainer nicht akzeptieren und sich öffentlich beschweren. Das ist ein untragbarer Zustand. Da müssen wir entgegenwirken. Bei Spitzenmannschaften ist es gang und gäbe, dass Top-Spieler auch auf der Bank sitzen", so der Bundestrainer.

Unmissverständlich sprach Löw damit auch auf die öffentliche Kritik der beiden DFB-Führungsspieler Michael Ballack und Torsten Frings an. Diese Meinungsverschiedenheiten hätten dem Ruf der Nationalmannschaft geschadet.

"Es war schlecht für das Team. Weil es das positive Bild der Nationalmannschaft zumindest vorübergehend beeinflusst oder sogar verändert hat. Es war zuvor, vor und nach der WM 2006, eine gute Entwicklung zu erkennen. Wir sind Vize-Europameister und spielen erfolgreich in der WM-Qualifikation. Da ist es bedauerlich, wenn es heißt: 'Was ist denn auf einmal bei der Nationalmannschaft los?'", sagte Löw.

goe/sid

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Forum - Neuer Löw-Vorstoß - notwendig oder nervig?
insgesamt 204 Beiträge
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1. Also, schon wieder...
pst 12.11.2008
nervt einem das Gehabe von Löw... ----- Hier ein kurzer Auszug aus dem : "... Für den Bundestrainer ist das Ganze zu kurz gedacht, deshalb hat er sich "vor den Qualifikationsspielen gegen Russland und Wales ernsthafte Gedanken darüber gemacht und ein paar Ansätze festgehalten, die den Spielern klar machen sollen: -"Was heißt es denn, Nationalspieler zu sein? -Was heißt es denn, Vorbild für viele Kinder zu sein? -Wo liegt das Problem, sich weiterzubilden? -Medienschulung zu betreiben? -Was heißt eine richtige Karriereplanung? -Was heißt es, ein Teil einer Mannschaft zu sein? Das sind alles wichtige Themen, die hier in Deutschland viel zu kurz kommen. Deshalb möchte ich diese Themen angehen. Jetzt, nicht in fünf Jahren." ----- Ich finde, Löw übertreibt!! Intelektuell denken, ein bisschen Psychoarbeit okay, aber dies ist zuviel des Guten!! Und daß Löw nochmal den Boss-Zeigefinger auf die Spieler zeigt, spricht erneut für seinen Autoritätsmangel... Also, Herr Löw, langsam reicht es! Sonst laufen Ihnen noch wichtige Spieler einfach davon und mit SA wird nichts mehr... ;:)
2. sysop...
pst 12.11.2008
Gerade haben sich da die zwei Spieler (oder sogar drei?) bei Löw entschuldigt, da bohrt er erneut auf die gleiche Wunde... ---------- Auszug aus sport.de: "... Dass solche Dinge sogar Thema Nummer 1 in den Nachrichten-Sendungen sind, geht Löw zudem gewaltig gegen den Strich. "Wir müssen höllisch aufpassen", so der 48-Jährige, der zugibt, dass der Streit der Mannschaft geschadet hat: "Es war schlecht für das Team. Weil es das positive Bild der Nationalmannschaft zumindest vorübergehend beeinflusst oder sogar verändert hat." --------- Dann sollte er doch als erster aufhören oder...? Ich bin gespannt, was die Löw-Anhänger zu seinem neuen Gehabe sagen werden... ;:)
3. Auf Thema antworten
sam clemens 12.11.2008
Auch ich finde es übertrieben. Für ihre Karriereplanung, den Umgang mit den Medien usw. sind die Spieler selbst verantwortlich - unter anderem dafür bekommen sie so viel Geld. Ob man nun in diesem Bereich woanders besser arbeitet oder nicht, ist doch egal - Hauptsache, die sportliche Leistung stimmt. Aber meiner Meinung nach kann Löw - wie Ballack oder Frings oder der Heilige Wenzel - sagen, was er will, das gehört zu den Rechten eines jeden. Ob er nun Recht hat oder nicht, die Sportler müssen damit leben können - wie auch Löw lernen sollte, mit der Kritik seiner Sportler zu leben.
4. Der größte Langweiler ...
number12 12.11.2008
Die größten Langweiler heißen Jogi Löw und Oliver Bierhoff. Und das ständige Gelaber von „Ordnung und Disziplin innerhalb der Mannschaft“ bringt zwar die Nationalelf dazu, den Rasen geordnet rauf und runter zu rennen, aber nicht dazu, einen Blumentopf zu gewinnen. Alle sollen schön angepasst sein, damit die Sponsoren nicht verprellt werden.
5. Natürlich...
pst 12.11.2008
Zitat von sam clemensAuch ich finde es übertrieben. Für ihre Karriereplanung, den Umgang mit den Medien usw. sind die Spieler selbst verantwortlich - unter anderem dafür bekommen sie so viel Geld. Ob man nun in diesem Bereich woanders besser arbeitet oder nicht, ist doch egal - Hauptsache, die sportliche Leistung stimmt. Aber meiner Meinung nach kann Löw - wie Ballack oder Frings oder der Heilige Wenzel - sagen, was er will, das gehört zu den Rechten eines jeden. Ob er nun Recht hat oder nicht, die Sportler müssen damit leben können - wie auch Löw lernen sollte, mit der Kritik seiner Sportler zu leben.
hat Löw das Recht zu sagen, was er will! D ist ein demokratisches Land, aber die Frage ist doch: Ob sein erneutes "Fingerzeigen" angebracht ist, d.h. seine Ziele mit der NM positiv fördern oder eher negativ bremsen?
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