Punktabzug für Traditionsklub Panathinaikos Athen droht der erstmalige Abstieg

Einst stand Panathinaikos Athen im Finale um den Europapokal der Landesmeister, nun versinkt der Klub im Chaos: Wegen Schulden wurden dem Verein nun drei Punkte abgezogen - auch ein deutscher Profi fordert Geld.

Fans von Panathinaikos Athen
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Fans von Panathinaikos Athen


Die griechische Superliga hat dem Traditionsverein Panathinaikos Athen drei Punkte wegen Schulden gegenüber seinem deutschen Fußballprofi Jens Wemmer abgezogen. Wie das Sportradio des staatlichen Rundfunks (ERA-Sport) berichtete, kann Panathinaikos die Punkte zurückbekommen, wenn der Verein Wemmer bis zum 20. April 498.000 Euro zahlt. Zudem muss Panathinaikos auch die Steuern in Höhe von 100.000 Euro begleichen.

Der Traditionsverein, der 1971 im Finale um den Europapokal der Landesmeister Ajax Amsterdam unterlag, befindet sich in einer dramatischen Finanzlage. Griechische Sportportale schätzen, dass Panathinaikos aktuellen und ehemaligen Spielern und Lieferanten knapp 60 Millionen Euro schulde. Die Spieler hatten am Dienstag gestreikt und nicht am Training teilgenommen. Am Abend beendeten sie ihren zweitägigen Streik.

Der griechische Fußball steckt in einer Krise

Sie erklärten sich bereit, wieder zu spielen, nachdem der Vorstand ihnen versprach, 30 Prozent der Monatsgehälter zu zahlen. Die Profis seien seit November 2017 nicht bezahlt worden, berichteten griechische Sportmedien.

Der Klub steht zudem vor weiteren Schwierigkeiten: Sein Besitzer Giannis Alafouzos, ein Reeder, ist nicht mehr bereit, den Verein zu unterstützen und hat sich bereit erklärt, Panathinaikos abzugeben. Ein Nachfolger solle jedoch die Schulden übernehmen. Der Verein könnte wegen der Verbindlichkeiten von der Superliga ausgeschlossen werden und dadurch zum ersten Mal in seiner Geschichte absteigen. In der Liga belegt das Team nach 26 absolvierten Spielen den neunten Rang.

Der griechische Fußball kommt aus den negativen Schlagzeilen momentan nicht heraus: Erst kürzlich sorgte der Präsident von Paok Thessaloniki für Aufruhr, als er den Platz mit einer Pistole am Gürtel stürmte. Sportminister Georgios Vassiliadis verkündete anschließend, dass der Ligabetrieb vorübergehend gestoppt werden müsse. Die Fifa zog sogar eine Sperre des griechischen Verbandes in Betracht.

bam/dpa



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