Streit um die Kosten Fußball-Regionalligen ohne Dopingtests

In der Hinrunde der Fußball-Regionalligen hat es keinen einzigen Dopingtest gegeben. Hintergrund ist laut "Süddeutscher Zeitung" ein Kostenstreit zwischen Nada und DFB.

Regionalligapartie zwischen 1860 und Bayern München II
DPA

Regionalligapartie zwischen 1860 und Bayern München II


Die Spieler der Fußball-Regionalligen werden seit Mai 2017 nicht von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) kontrolliert. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Eigentlich sind pro Saison in den Regionalligen rund 350 Dopingtests geplant, aber in der laufenden Hinrunde wurden keine von der Nada organisierten Dopingkontrollen durchgeführt. Das bestätigte die Agentur auf SPIEGEL-Anfrage.

Hintergrund der nicht stattgefundenen Kontrollen soll laut der "SZ" ein Streit um die Finanzierung der Kosten von rund 140.000 Euro sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weigert sich demnach aus "gemeinnützigkeitsrechtlichen Gründen", für die Kosten aufzukommen.

"Die Nada hält dies für ein falsches Signal", teilte die Bonner Agentur mit. "Die Nada befindet sich in einem regelmäßigen Austausch mit dem DFB, auch bezüglich der Regionalliga-Kontrollen." In den Jahren zuvor hatte der DFB die Kosten übernommen.

Es sei "nicht akzeptabel, dass es bislang - mangels eines Finanzierungsmodells - in dieser Saison nicht mehr zu Dopingkontrollen in den Regionalligen gekommen ist", zitierte die "SZ" den Nada-Vorstand Lars Mortsiefer.

Bei den fünf Regionalliga-Staffeln (Bayern, Südwest, West, Nord, Nordost) handelt es sich um die vierthöchste Spielklasse. Bei einigen Klubs sind die Rahmenbedingungen in etwa so professionell wie bei manchem Erstligisten in anderen Teamsportarten. Zudem bilden sie den Unterbau für den Profibetrieb.

Die Nada finde es "sinnvoll und erforderlich", in dieser Klasse zu testen. Bei den veranschlagten Kontrollkosten von 140.000 Euro wären dies bei 92 Regionalliga-Teams 1520 Euro pro Klub.

jan/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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whitewisent 20.12.2017
1.
Vieleicht sollte man dabei auch beachten, daß in der Regionalliga Nord 6 Fußballnationalspieler aktiv sind, im Südwesten sind es 5 Spieler. Bei den anderen wahrscheinlich ähnlich. Es ist eine Farce, wenn man den Aufwand bei anderen Sportarten sieht, der bis zur minutengenauen Meldung des Aufenthaltsortes führt, und dort wird überhaupt nichts getan. Das Ganze hat wohl auch System, denn wer glaubt wirklich, daß gerade der Fußball, wo es um das meiste Geld geht, der sauberste Sport von Allen ist?
ptb29 20.12.2017
2. 140000€ das ist entschieden zuviel für den DFB.
Da müssten die ja sofort in die Insolvenz gehen. Werden nicht andere Sportler, wenn sie nicht zu Dopingtests angetroffen werden, gesperrt? Wenn sich die Fußballer den Tests verweigern, weil es ihnen zu teuer ist, dann kann diese Liga gesperrt werden. Jetzt wird gleich einer um die Ecke kommen und sagen, das sind nur die armen Regionalligavereine und nicht die Bundesliga. Ich kenne den Unterschied, aber es ist ein DFB, oder?
Lankoron 20.12.2017
3. 92 Teams, insgesamt 350 Tests...
also gibt es 4 Test pro 25-Mann-Team pro Saison. Wieviele Tests werden denn in den anderen Ligen durchgeführt? Andererseits würde ich aber auch gerne wissen, wieviele Tests bei C-Klasse- Athleten und darunter liegend in anderen Sportarten durchgeführt werden?
extra330sc 20.12.2017
4. Lustig.....
Wo sind denn all die dopingkritischen Forumshansel, die an keinem Radsportartikel vorbei kommen, ohne ihre immergleiche Schallplatte bezüglich Radsport, Doping und UCI abzuspielen? Aber wenn sich übersichtlich talentierte Semiprofi-Balltreter Verbotenes einwerfen und der ehrenwerte DFB die noch weniger testet (gar nicht) als die Vollprofis (fast gar nicht), dann kann man ja auch nichts finden. Und die genannten Forumshansel und der DFB sind zufrieden, denn es gibt ja keine positiven Befunde. Herr, lass Hirn regnen....
TS_Alien 20.12.2017
5.
Im Fußball ist so viel Geld, dass die Vereine und Spieler mehr als genug davon haben, um Mittel zu kaufen, die kein Test findet. Darüber hinaus sind natürlich auch die klassischen Dopingverfahren bei Fußballern beliebt. Wer war noch alles Kunde beim bekanntesten spanischen Dopingarzt? Interessanterweise häufen sich beim Fußball von Zeit zu Zeit die plötzlichen Todesfälle auf dem Platz. Da stimmt wohl die Dosierung noch nicht.
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