Ex-Stürmerstar: Romario fordert Rücktritt von Brasiliens Fußball-Chef

Ex-Fußball-Star Romario (Archivbild): Petition mit fast 55.000 Unterschriften Zur Großansicht
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Ex-Fußball-Star Romario (Archivbild): Petition mit fast 55.000 Unterschriften

Gut ein Jahr vor der Fußball-WM erhebt Brasiliens Fußball-Legende Romario schwer Vorwürfe gegen Verbands-Chef José María Marín. Dieser soll mitverantwortlich sein für den Tod eines Journalisten in den siebziger Jahren. Der Beschuldigte spricht von einer Kampagne.

Hamburg - Der frühere brasilianische Stürmerstar und heutige Parlamentsabgeordnete Romario hat schwere Vorwürfe gegen José María Marín, Chef des brasilianischen Fußballverbandes CBF, erhoben und den Rücktritt des umstrittenen Funktionärs gefordert. Er wirft dem 80-Jährigen vor, für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur im Jahr 1975 mitverantwortlich zu sein.

Romario überreichte dem CBF eine Petition mit fast 55.000 Unterschriften. Diese waren bei der Aktion "Fora, Marin!" (Raus, Marin!) im Internet gesammelt worden. Der Weltmeister von 1994 erschien in Begleitung von Ivo Herzog, Sohn des getöteten Journalisten. Marín soll 1975 als damaliger Landtagsabgeordneter die Verhaftung und Folterung von Regimegegnern, zu denen Vladimir Herzog zählte, befürwortet zu haben.

Der CBF-Chef, der auch das lokale Organisations-Komitee für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien leitet und somit maßgeblich für das Großereignis im kommenden Jahr verantwortlich ist, wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich um eine auf Lügen basierenden "Destabilisierungs-Kampagne", teilte Marín auf der CBF-Internetseite mit.

"Das Leben von José María Marín ist verbunden mit denjenigen, die die Diktatur in Brasilien gestützt haben. Wir können nicht zulassen, dass Marín den Ruhm erlebt, dem größten Weltevent in unserer Geschichte (der Fußball-WM 2014, Anm.) vorzustehen", heißt es in der Petition. Sie wurde auch den 20 Erstliga-Clubs sowie den 27 Landesverbänden, die im kommenden Jahr den neuen CBF-Präsidenten wählen, überreicht.

Marín leitet den brasilianischen Verband seit März 2012. Zuvor war er Stellvertreter von Ricardo Teixera. Der ehemalige Schwiegersohn des früheren Weltverbandspräsidenten João Havelange war offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Seine Demission erfolgte im Zuge der Ermittlungen um den Korruptionsskandal der Fifa und der ehemaligen Vermarktungsfirma ISL.

ham/sid/dpa

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1. Drecksladen
brennstein 02.04.2013
Dass die Fifa ein den Fußball gefährdender Drecksladen mit einem Dreckskerl an der Spitze ist, weiß man nicht erst seit den Korruptionsermittlungen, in deren Verlauf Teixera geschasst wurde. Es ist erschreckend, dass Leute wie Marin mit ihrer dunklen Vergangenheit so locker und leicht an die Spitze eines der bedeutendsten nationalen Fußballverbände gelangen konnte. Natürlich hat Romario Recht mit seinen Vorwürfen, natürlich teilen sich noch immer Mächtige aus den mafiösen Strukturen des Landes den Kuchen. Aber ich würde keinen Cent darauf setzen, dass sich nun etwas ändert. Der Fisch stinkt nun mal vom Kopfe her. Vermutlich verstehen sich Marin und Blatter prächtig. Wer von beiden mehr Dreck am Stecken hat, lässt sich vermutlich nur ahnen.
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