Fußball in Italien TV-Rechte müssen neu ausgeschrieben werden

Auf welchem Sender können die Tifosi in der kommenden Saison ihre Klubs verfolgen? Das weiß niemand. Ein Gericht annullierte jetzt die Ausschreibung - weil der Meistbietende die TV-Rechte weiterverkaufen wollte.

Matias Vecino (l., Inter), Alex Sandro (Juventus)
AFP

Matias Vecino (l., Inter), Alex Sandro (Juventus)


Die Vergabe der TV-Übertragungsrechte der italienischen Fußball-Meisterschaft für die kommenden drei Jahre muss wiederholt werden. Das beschloss ein Mailänder Gericht, das die Ausschreibung vom Februar für nicht rechtskonform erklärte. Das Gericht nahm einen entsprechenden Antrag des beim Wettbewerb leer ausgegangenen TV-Konzerns Sky Italia an.

Mit einem Angebot von 1,05 Milliarden Euro hatte sich die spanische Gruppe Mediapro die TV-Rechte für die Serie A bis 2021 gesichert und lag dabei nur 1000 Euro über dem Mindestpreis, den die Liga gefordert hatte. Sky Italia und die Mailänder TV-Gruppe Mediaset, die dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gehört, hatten lediglich 760 Millionen Euro angeboten, was klar unter den Erwartungen der Liga lag.

Gewinner Mediapro hatte allerdings geplant, die Serie-A-Spiele nicht über einen eigenen Kanal zu senden, sondern die TV-Rechte verschiedenen Plattformen zum Kauf anzubieten. Dies sei nicht rechtskonform, klagte Sky.

Wie das Gericht nun urteilte, profitiere Mediapro von seiner Machtposition in Europa auf Kosten der Konkurrenz. Mit dem Weiterverkauf der TV-Rechte würden zudem zusätzliche Kosten für den Kunden entstehen. Gegen den Beschluss kann Mediapro innerhalb von zwei Wochen Einspruch einreichen.

chh/sid



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