Nach Pyro-Attacke auf Cottbus-Fans Verband leitet Verfahren gegen SV Babelsberg ein

Nach heftigen Ausschreitungen rund um das Brandenburger Landespokalfinale muss der SV Babelsberg 03 mit Konsequenzen rechnen. Die Spiele gegen Energie Cottbus haben eine Vorgeschichte.

Pyrotechnik beim Spiel Babelsberg gegen Cottbus
imago/ Matthias Koch

Pyrotechnik beim Spiel Babelsberg gegen Cottbus


Der Präsident droht mit Rücktritt, der Verband leitet ein Verfahren ein: Ausschreitungen haben das Landespokalfinale zwischen dem SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus (0:1) überschattet. Zuschauer des Gastgebers hatten Leuchtraketen in den Block der Cottbuser Fans geschossen, die Siegerehrung musste abgesagt werden.

"Wenn sich nicht eine geschlossene Front aus Fans und Mitgliedern im Klub bildet, die diese schlimmen Vorfälle aufs Schärfste verurteilt, kann ich meinen Verbleib nicht mehr garantieren", sagte Babelsbergs Präsident Archibald Horlitz. Schon "in den nächsten Tagen" müsse es dafür deutliche Anzeichen geben.

Der Fußball-Landesverband Brandenburg kündigte an, dass es zu sportrechtlichen Konsequenzen kommen werde. Der Staffelleiter werde einen Antrag stellen, um vor dem Sportgericht ein Verfahren einzuleiten.

Nader El-Jindaoui (links) und Sven Reimann von Babelsberg stehen im Nebel der Pyrotechnik.
DPA

Nader El-Jindaoui (links) und Sven Reimann von Babelsberg stehen im Nebel der Pyrotechnik.

Anhänger von Babelsberg warfen Feuerwerkskörper und Bengalische Feuer auf den Rasen und schossen Leuchtraketen in den Gästeblock. Verletzte gab es nach ersten Angaben nicht. Der Fußball-Landesverband entschloss sich jedoch, keine Siegerehrung durchzuführen. Die beiden Klubs aus der Regionalliga Nordost sind Erzrivalen. Die Fans von Babelsberg gelten als linkspolitisch. In Cottbus hatte es in der Vergangenheit Probleme mit Fangruppen gegeben, die einen rechtsextremen Hintergrund haben.

"Wir entschuldigen uns bei Energie Cottbus und dem Fußball-Verband Brandenburg für die Vorkommnisse zum Ende des Spiels. Wir werden alles daransetzen, die Missstände aufzuklären", sagte Horlitz, der seit fünf Jahren Chef des Potsdamer Viertligisten ist.

Horlitz sagte weiter, dass "ein bisschen Pyrotechnik" bei einem solchen Spiel kaum zu verhindern sei. "Doch dass Leuchtraketen in den Gästeblock und Böller auf die eigenen Ordner abgeschossen werden, muss unbedingt verurteilt werden und ist absolut unakzeptabel", sagte der Präsident und kritisierte die auffällige Gruppe unter den 9000 Zuschauern.

Die Vorfälle haben eine Vorgeschichte. Im April 2017 hatten Cottbuser Anhänger bei einem Spiel in Babelsberg rechte Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Daraufhin wurden bei einem weiteren Duell in Potsdam keine Cottbus-Fans zugelassen. "Die Cottbuser haben aus der Vergangenheit gelernt, wir nicht", sagte Horlitz. Zuletzt hatte es in Babelsberg die Solidaritätsaktion "Nazis raus aus den Stadien" gegeben, diese hatte zu einem Streit mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) geführt.

Der ehemalige Bundesligist aus Cottbus spielt in dieser Woche gegen den SC Weiche Flensburg (24./27. Mai) um den Aufstieg in die dritte Liga.

jan/sid

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