Nach rassistischen Fanprotesten Russischer Fußballklub trennt sich von dunkelhäutigem Spieler

Eine Fangruppierung von Torpedo Moskau macht Stimmung gegen einen russischen Fußballprofi, weil der dunkelhäutig ist. Der Klub trennt sich von dem Spieler - aus rein sportlichen Gründen, heißt es.


Der russische Fußball sieht sich weniger als eine Woche nach dem Ende der Weltmeisterschaft 2018 mit erneuten Rassismusvorwürfen konfrontiert. Nach heftigen Protesten seiner Fans gab Zweitligist FC Torpedo Moskau durch seine Präsidentin Jelena Jelenzewa bekannt, dass der dunkelhäutige Verteidiger Erving Botaka-Ioboma, den der Verein erst sechs Tage zuvor verpflichtet hatte, nun doch nicht für den Hauptstadtklub auflaufen werde.

Im Vorfeld hatten sich Fans des Klubs nach der Bekanntgabe des Wechsels rassistisch geäußert: "Es mag Schwarz in den Farben unserer Mannschaft geben, aber in den Reihen unserer Unterstützer gibt es nur Weiß." Der 21 Jahre alte Botaka-Ioboma wurde in Russland geboren und hat einen kongolesischen Migrationshintergrund. Einen Grund für den geplatzten Wechsel gab Torpedo Moskau nicht an.

In einer Stellungnahme des Klubs hieß es: "Torpedo Moskau bedauert es, dass der Transfer von Erving Botaka-Yoboma zu unserem Klub derartige Reaktionen hervorgerufen hat. Wir betonen, dass unsere Transferpolitik ausschließlich auf sportlichen Prinzipien beruht. Wir distanzieren uns von Rassismus und stellen klar, dass die Aufkündigung des Transfers nur auf zu hohe Kosten zurückzuführen ist."

Rassismus ist in russischen Stadien ein verbreitetes Problem. In den Profiligen kommt es immer wieder zu Beleidigungen dunkelhäutiger Profis, auch Banner mit rassistischen Botschaften sind keine Seltenheit.

chh/sid



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