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Fußball-Transfergeschäft: Der statistische Super-Deal

Von Lisa Maria Neumeyer

Martínez: Berechnungen zufolge der beste Übernahmekandidat    Zur Großansicht
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Martínez: Berechnungen zufolge der beste Übernahmekandidat

Den perfekten Transfer gibt es nicht. Auch wenn der FC Bayern mit Javi Martínez schon sehr nah dran war. Welche Spieler versprechen den größten Erfolg? Die Liste der weltweit wertvollsten Fußballer liefert Anhaltspunkte.

Das Transferfenster ist geschlossen. Der teuerste Spieler dieses Winters ist der Brasilianer Ramires - mit einer Ablösesumme in Höhe von 28 Millionen Euro. Wer Millionenbeträge für einen Spieler ausgibt, will, dass der Zugang schnell seinen Platz in der Mannschaft findet und sich durch Leistung rentiert. Eine Garantie dafür gibt es nicht - erst recht kein Rückgaberecht. Worauf aber achten, um einen guten Spieler einzukaufen? Ganz nüchtern betrachtet, kann ein Raster helfen, das auf statistischen Häufungen unter den 100 wertvollsten Fußballern basiert. Im Fokus stehen Geburtsstätten, Vereine und Geburtsjahre.

Spanien ist mit 19 Spielern am häufigsten unter den Top-100 vertreten. Allen voran Koke von Atlético Madrid und Cesc Fàbregaz vom FC Chelsea mit den höchsten Marktwerten spanischer Spieler von jeweils 50 Millionen Euro. Doch auch andere Länder stehen für zahlreiche herausragende Talente: Es folgen Brasilien mit 17 Spielern, Frankreich mit 14, Deutschland mit zehn und Argentinien sowie Großbritannien mit jeweils neun.

Müller und Kroos sind die wertvollsten Deutschen

Die wertvollsten Brasilianer sind Neymar vom FC Barcelona (Marktwert: 100 Millionen Euro) und Diego Costa vom FC Chelsea (50 Millionen Euro). Die Rangliste der Deutschen führen Thomas Müller vom FC Bayern München (75 Millionen Euro) und Toni Kroos von Real Madrid (50 Millionen Euro) an.

Argentinische Hochkaräter sind Lionel Messi (FC Barcelona, 120 Millionen Euro) sowie Sergio Agüero (Manchester City, 60 Millionen Euro). Und Großbritanniens goldene Füße gehören Gareth Bale von Real Madrid mit einem Marktwert von 80 Millionen Euro und Wayne Rooney von Manchester United (40 Millionen Euro).

Ba yern hat quantitativ den wertvollsten Kader

Der FC Bayern München beschäftigt 13 der wertvollsten Spieler der Welt und damit in Summe die meisten Top-100-Spieler. Und das, obwohl Thomas Müller mit seinem Marktwert von 75 Millionen Euro erst auf Rang sieben als erster Bayern-Spieler in der Liste der wertvollsten Fußballer auftaucht. Die Plätze davor belegen allesamt Profis der spanischen Spitzenklubs Real Madrid und FC Barcelona.

Auch wenn wertvollere Einzelspieler wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo mit einem Marktwert über 100 Millionen Euro bei den beiden spanischen Vereinen unter Vertrag stehen, haben sie in Summe weniger Top-100-Spieler im Kader als der deutsche Meister. Real Madrid kommt auf elf aus dem 100er Club, der FC Barcelona auf zehn - genauso viele wie auch für den FC Chelsea spielen.

Vier englische Klubs unter den Top-Anlaufstellen für Talentsucher

In der englischen Premiere League gibt es drei weitere Klubs mit vielen hochrangigen Spielern: Manchester City, Manchester United und FC Arsenal. Manchester City zählt neun der 100 wertvollsten Fußballer der Welt zur eigenen Mannschaft, darunter zum Beispiel Kevin De Bruyne. Bei Manchester United und dem FC Arsenal sind es jeweils sieben Spieler - unter anderen Juan Mata und Alexis Sánchez.

Glaubt man der Statistik, ist der perfekte Spieler 27 Jahre alt. Damit ist er weder zu jung, noch zu alt, bringt aber schon genügend Erfahrung mit. Vorausgesetzt, dass er bisher keine längeren verletzungsbedingten Pausen einlegen musste. Mit einem Fünftel der 100 wertvollsten Profis haben die meisten Spieler unter ihnen den Geburtsjahrgang 1988, gefolgt von den Jahrgängen 1987 (17 Spieler), 1989 (14 Spieler), 1986 (12 Spieler) und 1990 (10 Spieler).

Martínez, Marcelo, Vidal und Rémy mit statistischer Empfehlung

Der Kandidat für einen statistischen Super-Deal muss laut des Rasters Folgendes mitbringen: Er ist in Spanien geboren, spielt für den FC Bayern München und ist 27 Jahre alt. Wer sich nach einem solchen Spieler umschaut, landet unserer Analyse zufolge einen Volltreffer. Tatsächlich gibt es diesen Fußballer: Bayerns Innenverteidiger Javier Martínez - aktueller Marktwert: 28 Millionen Euro.

Neben Martínez gibt es aber noch etliche andere Spieler, die laut Statistik ein guter Deal wären: Den 27-jährigen Brasilianer Marcelo von Real Madrid, den 26-jährigen Spanier Aleix Vidal vom FC Barcelona, den 29-jährigen Franzosen Loïc Rémy vom FC Chelsea oder den 27-jährigen Deutschen Mesut Özil vom FC Arsenal - um nur ein paar Namen zu nennen. Die aufgezeigten Kriterien grenzen das weite Angebot auf dem Transfermarkt etwas ein und geben auf der Suche nach einem Ausnahmespieler die Richtung vor.

Bei der finalen Entscheidung für oder gegen ein Talent werden aber stets individuelle Faktoren den Ausschlag geben, die nicht berechenbar sind - beispielsweise die zu besetzende Position, die Ablösesumme oder die menschliche Ebene.

Denn tickt ein Spieler ganz anders als der an ihm interessierte Verein, kann ihn keine noch so gute Statistik empfehlen.

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
der_ba_be 02.02.2016
nette zahlenspielerei, ohne sittlichen nährwert.... trotzdem eine entspannende Lektüre. ruhig öfter solche "fünf facts"
2. Statistik lügt
bobflag 02.02.2016
manchmal nicht. Martinez kam, spielte und holte das Triple. Wenn er spielte (im ersten Jahr) verlor Bayern kein Spiel.
3. Nette Zahlenspielerei
Svenner80 03.02.2016
Nette Zahlenspielerei mit einem gewissen Informationswert. Bspw. ist es schon interessant, dass der FC Bayern zwar nicht die allerteuersten (und allerbesten) Spieler in den Reihen hat, dafür aber die meisten Top 100 Spieler. Was ja mal wieder für den deutschen "Mannschafts"-ansatz spricht und weniger für den Real "Star"-ansatz. Ohne jetzt das eine oder das andere zu bevorzugen, die Erfolge beider Teams halten sich ja die Wage. Obwohl die Bayern wohl wirtschaftlich besser fahren, wenn man die Kosten-Qualitäts-Relation betrachtet, aber ich schweife ab ... Wo es dann (unfreiwillig???) ironisch bis absurd wird ist, wenn Martinez als der "statistische Super-Deal" herausgepickt wird. Das würde also bedeuten, dass jeder Spanier im Alter von 27 Jahren, den der FC Bayern verpflichtet, ein Super-Deal ist. Das ist Nonsens, liebe Leute! Hier gibt es keine statistische Relation! Der eine Spanier hat mit dem anderen nichts zu tun. Das ist genauso wie die Wahrscheinlichkeit der Bombe im Flugzeug, wenn man sicherheitshalber selber eine Bombe einpackt (weil die Wahrscheinlichkeit von 2 Bomben im selben Flugzeug ja gegen 0 geht).
4. 1,4 Kinder
briancornway 03.02.2016
Zitat von Svenner80Nette Zahlenspielerei mit einem gewissen Informationswert. Bspw. ist es schon interessant, dass der FC Bayern zwar nicht die allerteuersten (und allerbesten) Spieler in den Reihen hat, dafür aber die meisten Top 100 Spieler. Was ja mal wieder für den deutschen "Mannschafts"-ansatz spricht und weniger für den Real "Star"-ansatz. Ohne jetzt das eine oder das andere zu bevorzugen, die Erfolge beider Teams halten sich ja die Wage. Obwohl die Bayern wohl wirtschaftlich besser fahren, wenn man die Kosten-Qualitäts-Relation betrachtet, aber ich schweife ab ... Wo es dann (unfreiwillig???) ironisch bis absurd wird ist, wenn Martinez als der "statistische Super-Deal" herausgepickt wird. Das würde also bedeuten, dass jeder Spanier im Alter von 27 Jahren, den der FC Bayern verpflichtet, ein Super-Deal ist. Das ist Nonsens, liebe Leute! Hier gibt es keine statistische Relation! Der eine Spanier hat mit dem anderen nichts zu tun. Das ist genauso wie die Wahrscheinlichkeit der Bombe im Flugzeug, wenn man sicherheitshalber selber eine Bombe einpackt (weil die Wahrscheinlichkeit von 2 Bomben im selben Flugzeug ja gegen 0 geht).
Natürlich ist er dann der "statistische Super-Deal". Genau wie man im Bombenbeispiel eine statistische Sicherheitsverbesserung erreicht. Das ist doch das Wesen von Statistik ?!? Und auf die 27 Jahre könnte man auch ohne Statistik kommen, das ist einfach (sehr oft) das Alter, in dem Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein schon da sind, der Körper aber noch nicht vom Verschleiß gezeichnet ist. Idealerweise. Bestes Mannesalter, nicht nur für Sportler.
5. Hm
der_rookie 03.02.2016
Hatte er nicht 40 Millionen gekostet? Und nun sollte er in der Blüte seiner Karriere / seines Wertes stehen und kostet 28 Millionen. Wo ist da der Super-Deal?
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