Westfälischer Fußball-Verband Untreueverdacht gegen Ex-Direktor

Dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen droht ein neuer Skandal: Nach SPIEGEL-Informationen gibt es einen Untreueverdacht gegen den Ex-Direktor, dem schon sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vorgeworfen wurde.

Sportzentrum Kamen Kaiserau
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Sportzentrum Kamen Kaiserau


Der frühere Direktor des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) Carsten J., dem die sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen vorgeworfen wurde, steht nun auch wegen möglicher Untreuehandlungen in der Kritik.

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Die Dortmunder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Audalis hat im Auftrag des FLVW das Ausgabegebaren seines langjährigen Direktors untersuchen lassen. In ihrem Bericht listen die Wirtschaftsprüfer fünf Arten von "festgestellten Verstößen" auf. So soll sich der Ex-Direktor des zweitgrößten deutschen Fußball-Landesverbands unter anderem "privat verursachte Aufwendungen" vom Verband bezahlt haben lassen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Audalis-Prüfer werfen ihm zudem vor, Aufträge ohne Vergleichsangebote vergeben, Rechnungen gestückelt und erst nachträglich Budgetüberschreitungen gemeldet zu haben. Dazu passt eine 62.000 Euro teure Veranstaltung, mit der der Präsident Hermann Korfmacher 2016 verabschiedet wurde. Der ehemalige Direktor ließ für seinen langjährigen Förderer ein teures Streichorchester aufspielen, ohne sich zuvor ein Budget dafür genehmigen zu lassen.

Carsten J. wollte sich zu den konkreten Vorwürfen der Wirtschaftsprüfer nicht äußern, ließ aber verlauten, dass sich aus seinem Handeln "in keinem Punkt ein strafrechtlich relevantes Verhalten ableiten lässt". Ob dem wirklich so ist, lässt der FLVW inzwischen auch von einer Anwaltskanzlei für Wirtschaftsstrafrecht prüfen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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