Ausnahme für Fußball-WM Public Viewing bis in die Nacht erlaubt

Schluss mit Sperrstunde: Während der Fußball-WM werden die Lärmschutzregeln in Deutschland außer Kraft gesetzt.

Fans in Hamburg
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Fans in Hamburg


Fußballfans können sich die Spiele der im Juni beginnenden Weltmeisterschaft in der Öffentlichkeit auch spätabends anschauen: Der Bundesrat stimmte am Freitag einer Lockerung der Lärmschutzregeln zu, die das Bundeskabinett beschlossen hatte.

Freiluft-Übertragungen der WM-Spiele auf Großleinwänden sind während des Turniers, das vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland stattfindet, dann auch nach 22 Uhr grundsätzlich erlaubt. Über konkrete Genehmigungen müssen noch die Kommunen entscheiden.

Ohne die Verordnung wäre es vielerorts aus Gründen des Lärmschutzes nicht möglich, die Spiele an öffentlichen Großbildleinwänden zu verfolgen, da ab 22 Uhr nur Lärm bis zu 55 Dezibel erlaubt ist. Weil diese Marke beim öffentlichen Fußballgucken auf Fanmeilen und in Biergärten meist überschritten wird, gibt es seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland bei großen Turnieren immer wieder Ausnahmeregelungen. Diese gelten für "Sportveranstaltungen von herausragender Bedeutung".

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold (SPD), verwies darauf, dass die zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung über große Akzeptanz in der Bevölkerung verfüge. "Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert", sagte er vor der Länderkammer.

Bei der WM in Russland trifft Deutschland in der Vorrunde am 17. Juni auf Mexiko (17 Uhr), am 23. Juni auf Schweden (20 Uhr) und am 27. Juni auf Südkorea (16 Uhr).

Im Normalfall enden ohnehin alle Spiele der WM vor 22 Uhr. Einzig bei K.-o.-Spielen, die in die Verlängerung gehen, müsste die Ausnahmeregelung überhaupt greifen. Die aktuelle Verordnung soll am 31. Juli wieder außer Kraft treten.

ngo/AFP/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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stoffi 27.04.2018
1. In weiser Voraussicht?
Betrifft wenn überhaupt nur die Ko Spiele und abwarten... Bei den Spielen wird sich sicher kein Nachbar beschweren. Wer in der Nähe von Kirmesplätzen wohnt, muss mehrmals jährlich mehr ertragen.
Spiegelleserin57 27.04.2018
2. Arbeitgeber haben aber kein Verständnis!
Wer am nächsten Tag arbeiten muss hat damit aber ein Problem denn nach den Spielen wird lautstark gefeiert und getrunken. Kirmesplatzrummel ist genauso unerträglich. Es ist schon interessant was man alles als zumutbar ansieht. Arbeitgeber und Polizei sehen das aber ganz anders!
RenRlp 27.04.2018
3. Krankschreiben
Nun, ich werde mich bei mangelndem Schlaf dann einfach krankschreiben lassen und mich auf die Lärmquelle "Städtisches Stadion" berufen. Dort finden derartige Veranstaltungen nämlich statt und an Schlaf ist dann überhaupt nicht mehr zu denken.
spmc-12355639674612 27.04.2018
4. Endlich bahnt sich in Deutschland
eine gewisse Lockerheit ihren Weg. Gut, ich gehöre sowieso zu denen, die mit sechs Stunden Schlaf locker auskommen, und muss nicht unbedingt vor sieben Uhr aufstehen. Leider ergreifen auch hier gleich einige Mitbürger die Gelegenheit, sich über den unerträglich zukünftigen Lärm schon jetzt zu beklagen. Ich persönlich fühle mich aber mit etwas zu viel Trubel wohler als mit etwas zu viel Totenstille ... ;-)
vonlipwig 27.04.2018
5.
Zitat von Spiegelleserin57Wer am nächsten Tag arbeiten muss hat damit aber ein Problem denn nach den Spielen wird lautstark gefeiert und getrunken. Kirmesplatzrummel ist genauso unerträglich. Es ist schon interessant was man alles als zumutbar ansieht. Arbeitgeber und Polizei sehen das aber ganz anders!
Ja, wirklich unzumutbar. Da kann man doch tatsächlich wegen der WM alle 4 Jahre mal maximal 7 Abende nur nur bei geschlossenem Fenster schlafen. Und da trinken Leute öffentlich Alkohol, sollte das nicht sowieso verboten werden. Es wird sogar unter freiem Himmel geraucht und man bekommt ein Näschen voll ab, wenn man vorbei geht. Wenn diese Proleten wenigstens nicht bei jedem Tor für Deutschland wegen dieses unsäglichen Patriotismus so laut jubeln würden. Eventuell schwenken die wieder Fähnchen oder verunstalten damit ihre Autos. Vielleicht sogar, wenn sie Migrationshintergrund haben. Oder man singt gar die Nationalhymne mit. Herr im Himmel: Bei mir klingelt um 1/4 nach 5 der Wecker und mit Nationalismus kann ich auch nicht viel anfangen. Das hält mich aber nicht davon ab, den Fußballfans ein wenig Spaß (hoffentlich) zu gönnen.
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