Fußball-Weltverband Fifa will stärker gegen Wettkriminalität vorgehen

Die Fifa hat mit Sportradar einen Vertrag abgeschlossen, der die Integrität des Fußballs stärken und Spielmanipulation prävenieren soll. Auch die Kontinentalverbände und nationale Ligen könnten von dem Deal profitieren.

FIFA-Präsident Gianni Infantino
DPA

FIFA-Präsident Gianni Infantino


Der Fußball-Weltverband Fifa hat eine Vereinbarung mit dem Sportradar Integrity Services geschlossen. Das Unternehmen gilt als führender Anbieter von Spielmanipulations-Erkennung und -prävention. So soll verdächtiges Wettverhalten in zahlreichen internationalen und nationalen Wettbewerben identifiziert und dem Weltverband zur Verfügung gestellt werden.

Die Fifa werde sicherstellen, dass die Ergebnisse den zuständigen Kontinent-Organisationen zugänglich gemacht und Folgemaßnahmen wie Disziplinarverfahren unterstützt werden können, heißt es in einer Erklärung des Fußball-Weltverbands. Die Überwachungstätigkeiten umfassen Fifa-Turniere wie die Weltmeisterschaft und die Qualifikationsspiele, den Confederations Cup, die Olympischen Fußballturniere und verschieden Jugendwettbewerbe ebenso wie eine Vielzahl nationaler Ligen.

In der Vergangenheit hatte die organisierte Kriminalität Sportwetten zur Geldwäsche genutzt und nach Ansicht von Experten auch die Glaubwürdigkeit von WM-Spielen erschüttert. Einer Studie der Pariser Universität Panthéon-Sorbonne und des Internationalen Zentrum für Sportsicherheit ICSS aus Katar zufolge werden mehr als 100 Milliarden Euro jährlich über Sportwetten gewaschen. 80 Prozent der weltweiten Wetten seien demnach illegal.

mru/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Roland Bender 03.02.2017
1. 80% der Wetten sind also illegal
Sollte natürlich einer hoch-seriösen Institution wie der FIFA ein Dorn im Auge sein. Ich meine, die FIFA ist ja geradezu ein Vorbild an Legitimität, bei dem sich niemand in die eigene Tasche wirtschaftet!!! Das sind alles hoch seriöse Menschen. Speziell der Infantino. Denen glaubt man sofort, es gehe ihnen um die Sache. Und natürlich geht es dann nicht nur darum, daß die FIFA Funktionäre sich die Taschen mit Provisionen aus dem illegalen Wettgeschäft vollstopfen können. Das würden die nie tun. Die armen Fifa Funktionäre.
kritischer_freigeist 03.02.2017
2. Das kann nicht funktionieren
Genau so gut könnten die Drogenbarone der Welt gegen Drogenhandel vorgehen während sie das Produkt der Begierde schön weiter produzieren und vertreiben. Solange sich die FIFA nicht selber aus dem Sumpf der Korruption zieht (und in dem steckt sie bis über den Scheitel versunken...), ändert sich nicht viel. Der/die Erfinder/Erfinderin des Autos schafft ja auch das Auto nicht einfach ab, er/sie modifiziert es nur. So wird es auch die FIFA machen...die Korruption so stark modifizieren, dass sie kaum noch erkennbar ist. So...same shit, another day, business as usual.
isar56 03.02.2017
3.
Zitat von kritischer_freigeistGenau so gut könnten die Drogenbarone der Welt gegen Drogenhandel vorgehen während sie das Produkt der Begierde schön weiter produzieren und vertreiben. Solange sich die FIFA nicht selber aus dem Sumpf der Korruption zieht (und in dem steckt sie bis über den Scheitel versunken...), ändert sich nicht viel. Der/die Erfinder/Erfinderin des Autos schafft ja auch das Auto nicht einfach ab, er/sie modifiziert es nur. So wird es auch die FIFA machen...die Korruption so stark modifizieren, dass sie kaum noch erkennbar ist. So...same shit, another day, business as usual.
Volltreffer!!! Bleibt mir nur zu ergänzen, dass das IOC auf der selben Welle surft.
e.pudles 03.02.2017
4. Infantino der neue Satiriker
Herrlich wie dieser Herr sich über die kriminellen Machenschaften anderer Organisationen her macht. Wie wäre es wenn Hr. Infantino mal in seinem Verein reinen Tisch machen würde und dort mit dem Besen kehren würde. Nötig wäre das auf jeden Fall. Aber es ist eben leichter andere in den Dreck zu ziehen, als bei sich selbst mal reinen Tisch zu machen.
aktivist1000 03.02.2017
5. World corruption radar
Ich empfehle der FIFA eine Vereinbarung mit einem World Corruption Radar zu treffen. Dann wäre alles gut. Für das Global Corruption Barometer werden gerade die Höchstwerte angepasst extra für die FIFA ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.