Drei Monate vor Fußball-WM Fifa ermittelt wegen Rassismus-Vorwürfen gegen Russland

Elf Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft läuft es nicht nur sportlich schlecht für Gastgeber Russland. Bei der Niederlage gegen Frankreich soll es rassistische Beleidigungen gegeben haben.

Paul Pogba
AFP

Paul Pogba


So richtig nach feiern war Paul Pogba nicht zumute, als er am Dienstagabend im Testspiel gegen WM-Gastgeber Russland zum 2:0 für Frankreich getroffen hatte. Stattdessen schaute der 25-Jährige mit einer Mischung aus Frust und Wut in Richtung Tribüne.

Der Grund für Pogbas Reaktion sollen rassistische Beleidigungen von den Rängen gewesen sein. Die Zuschauer in Sankt Petersburg sollen Affenlaute in Richtung des Mittelfeldspielers von Manchester United und seiner dunkelhäutigen Mannschaftskollegen Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé, Anthony Martial, N'Golo Kanté und Samuel Umtiti gemacht haben.

Die französische Sportministerin Laura Flessel-Colovic forderte via Twitter Konsequenzen: "Rassismus hat keinen Platz auf Fußballplätzen. Wir müssen gemeinsam auf europäischer und internationaler Ebene handeln, um dieses inakzeptable Verhalten zu stoppen."

Die Fifa untersucht die Vorfälle anhand der Fernsehbilder und sammelt weitere Beweise. "Bis wir alle verfügbaren Informationen ausgewertet haben, können wir keine weiteren Kommentare abgeben", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Frankreich gewann die Partie 3:1 (1:0). Für die russische "Sbornaja" war es nach dem 0:3 (0:0) gegen Brasilien die zweite klare Niederlage in Folge. Bis zum WM-Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien bleiben den russischen Verantwortlichen elf Wochen Zeit, um eine Blamage bei der Heim-Weltmeisterschaft abzuwenden.

mmm/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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omasturm 29.03.2018
1.
Naja, wenn man sich die letzten Spiele so anguckt. Kann man schon sagen, dass es schlecht läuft. Die EM Quali 16 war sagen wir Mal durchwachsen. Man hat sich zwar qualifiziert, aber ist dann ausgeschieden durch Niederlagen gegen die Slowakei und Wales. Beim Confed Cup ausgeschieden gegen Mexiko. Klar Frankreich und Brasilien sind nicht die direkten Konkurrenten, aber der letzte Erfolg Russlands ist auch schon was her....
SVELU 29.03.2018
2.
Bei der Heim-WM wird schon jemand dafür sorgen, dass man bis ins Viertelfinale kommt. Ansonsten ist Rassismus in Russland ist ja wirklich keine Überraschung.
rabkauhala 29.03.2018
3. Gewinnen ist Staatsdoktrin
Auch der Sport hat sich dem unterzuordnen, wie wir seit Sotchi wissen. Wenn man dann verliert muss ein externer Schuldiger gefunden werden, das äussert sich dann eben in solchen Reaktionen - schade für die Sportler.
smsderfflinger 30.03.2018
4.
Zitat von SVELUBei der Heim-WM wird schon jemand dafür sorgen, dass man bis ins Viertelfinale kommt. Ansonsten ist Rassismus in Russland ist ja wirklich keine Überraschung.
Ich habe den Artikel extra noch einmal gelesen, kann aber nirgendwo auch nur eine Zeile finden, aus der bervorgeht, dass die FIFA gegen Russland ermittelt. Sie ermittelt offenbar zur Zeit gegen niemanden, sondern lediglich den Tatbestand und falls möglich eventuelle Schuldige. Warum dann eine solche Überschrift ? Selbnst wenn dort einige Russen (?) verantwortlich zu machen sind, was hat das mit Russland zu tun? Ein Gedankenspiel: Angenommen ein /einige Deutsche wären nachweislich dafür verantwortlich, würde die FIFA dann gegen Deutschland ermitteln? Wäre wohl etwas absurd. Ermitteln kann man nur gegen die Täter und sie, wenn man ihrer habhaft werden kann, bestrafen. Niemanden sonst! D
rainer82 30.03.2018
5. # 4: Irrtum!
Die FIFA wird natürlich gegen den russischen Verband ermitteln und ggfs. Sanktionen aussprechen. Zum Beispiel weil der Ordnungsdienst versagt hat, der Stadionsprecher nicht energisch genug die rassistischen Exzesse verurteilt hat. Das kann bis zu einem Ausschluss einer Nation von internationalen Spielen führen, was bereits mehrfach praktiziert wurde.
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