Fußball-WM 2018 Fifa will Videobeweis im Stadion nachvollziehbar machen

Kaum ein Thema ist im Fußball so umstritten wie der Videobeweis. Ein Vorwurf lautet: fehlende Transparenz. Die Fifa will das bei der WM in Russland ändern.

Schalker Ärger über den Schiedsrichter
AP

Schalker Ärger über den Schiedsrichter


Auch im DFB-Pokal-Halbfinale war der Videobeweis das Thema der Stunde. Im Spiel zwischen Schalke 04 und Eintracht Frankfurt wurde über den Einsatz des VAR diskutiert - und über den Nichteinsatz. Nur wenige Tage zuvor hatte der in der Halbzeitpause gegebene Elfmeter für Mainz 05 im Spiel gegen den SC Freiburg Skeptikern erneut Auftrieb gegeben.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Juni kommt der Videobeweis dennoch zum Einsatz, das hatte die Fifa bereits im März beschlossen. Nun erklärte der Weltverband, den Einsatz der Technologie für Fans im Stadion und vor dem Fernseher transparent gestalten zu wollen. "Natürlich wissen wir, dass Kommunikation innerhalb und außerhalb des Stadions wichtig ist", sagte Sebastian Runge, bei der Fifa für Innovationen zuständig.

Seit der Einführung des Videobeweises hatte es immer wieder Kritik gegeben. Neben dem Einsatz der Technik an sich wurde auch bemängelt, dass der Entscheidungsprozess oft langwierig und für die Zuschauer undurchsichtig sei.

 Pierluigi Collina in Florenz
AP

Pierluigi Collina in Florenz

Wie die Prozesse nachvollziehbarer gemacht werden sollen, erläuterte die Fifa im Rahmen eines Seminars für WM-Schiedsrichter in Florenz. "Wir werden Grafiken und Wiederholungen auf riesigen Bildschirmen haben und wir werden die Fans über den Ausgang eines Videobeweises und die Überprüfung informieren", sagte Runge.

Verantwortlich für eine bessere Kommunikation soll eine zusätzliche Person im "Video Operations Room" sein. Diese soll mitverfolgen können, was der Video-Referee auf seinem Bildschirm sieht und die Kommunikation zwischen dem Video-Assistenten und dem Schiedsrichter auf dem Feld hören. Über diese zusätzliche Person sollen Informationen schneller weitergeleitet werden, damit sie über Stadionmonitore und Kommentatoren verbreitet werden können. Zudem sollen die Erklärung des Videobeweises auch auf der Fifa-Webseite, der App und im Fernsehen zu sehen sein, sagte Runge.

tip/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
rainersson 19.04.2018
1. Rugby
Sich einfach mal anschauen, wie das beim Rugby gehandhabt wird, transparent für alle und in der Regel wird zügig entschieden. Die Kommunikation zwischen den Spielern und den Schiedsrichtern ist zumindest in den Top Ligen und Turnieren sowohl am TV wie auch im Stadion zu hören. Allerdings lebt Rugby von großem Respekt, welcher in dieser Form beim Fußball wenig vorhanden ist, mit dem Schiri spricht sowieso nur der Kapitän, Schiedrichterentscheidungen wie z.B. Karten, werden diesem und dem betroffenem Spieler erläutert und die Entscheidungen werden ohne Diskussionen akzeptiert. Fehler der Schiris werden normalerweise toleriert und nach dem Spiel sitzen sowieso die Spieler beider Mannschaften und die Schiedrichter bei der "Dritten Halbzeit" zusammen und können dann diese Fehler diskutieren. Wenn man hingegen bedenkt, welche Bedeutung der Begriff "Dritte Halbzeit" im Fußball hat...
RalfHenrichs 19.04.2018
2. Bitte mal aufzählen
Wie viel Personen dann an einer Schiri-Entscheidung beteiligt sind: Schiri, 2 Assi, 2 Torschiris, 4. Offizieller, VAR und jetzt Moderator - macht 8 Personen oder sind es noch mehr. Und nein, es wird keine 100%ige Gerechtigkeit, weiter Fehlentscheidungen und vor allem diskussionswürdige Entscheidungen geben. Wozu also das ganze?
themistokles 19.04.2018
3.
Zitat von rainerssonSich einfach mal anschauen, wie das beim Rugby gehandhabt wird, transparent für alle und in der Regel wird zügig entschieden. Die Kommunikation zwischen den Spielern und den Schiedsrichtern ist zumindest in den Top Ligen und Turnieren sowohl am TV wie auch im Stadion zu hören. Allerdings lebt Rugby von großem Respekt, welcher in dieser Form beim Fußball wenig vorhanden ist, mit dem Schiri spricht sowieso nur der Kapitän, Schiedrichterentscheidungen wie z.B. Karten, werden diesem und dem betroffenem Spieler erläutert und die Entscheidungen werden ohne Diskussionen akzeptiert. Fehler der Schiris werden normalerweise toleriert und nach dem Spiel sitzen sowieso die Spieler beider Mannschaften und die Schiedrichter bei der "Dritten Halbzeit" zusammen und können dann diese Fehler diskutieren. Wenn man hingegen bedenkt, welche Bedeutung der Begriff "Dritte Halbzeit" im Fußball hat...
Vielen Dank für Ihren Beitrag. Genau so sieht es leider aus. Ich kenne das eigentlich auch nur so aus dem Basketball. Der Schiedsrichter ist hier genauso wie im Rugby eine Respektsperson und Entscheidungen ohne große Diskussionen akzeptiert. Insbesondere auch von Trainern, was ich im Gegensatz zum Fußball nicht sehe. Wie sich hier manche Trainer an der Seitenlinie gegenüber dem Schiedsrichter benehmen... Auch der Videobeweis klappt hier anstandslos und die Fans trotz aller Rivalität im Wettkampf fair und wissen sich zu benehmen. Ein Beispiel hierzu aus dem Playoffs vor zwei Jahren: Alba Berlin zu Gast in Frankfurt. Alba verliert in einem umkämpften Spiel und scheidet aus. Die Spieler und der Trainer laufen anschließend quer durch den gegnerischen Fanbereich hoch zu ihren mitgereisten Fans, um sich zu bedanken. Die Reaktion der Frankfurter Fans? Applaus, High Fives und Schulterklopfen mit den Alba Spielern während sie durch ihren Block laufen. Undenkbar im Fußball. Leider.
steingärtner 19.04.2018
4. Verlagerung der Diskussion
Statt über den Schiedsrichter diskutiert man dann über den Videoschiedsrichter. Einfach aufhören mit dem Mist.
HansChristianKommenter 19.04.2018
5. Auch andere Sportarten bekommen das hin
Aber offensichtlich nicht Soccer/Fußball. Wie schon erwähnt ist das beim Rugby oder Basketball einfach gut gelöst. Oder im Football, wo die Trainer selber Anträge auf Videobeweis stellen, z.B. 2 pro Halbzeit. Wenn stattgegeben, kann der Antrag erneut gestellt werden, wenn abgelehnt, ist der Antrag weg und nur noch einer (keiner) übrig. Das lässt den Wildwuchs gar nicht erst zu und ist transparent. Ende. Aber im Proleten-Reich Fußball ist irgendeine sinnvolle Lösung derzeit nicht absehbar. Leider. Da wir lieber per Faustrecht im Nachgang dem persönlichen Empfinden Recht verschafft. Traurig nur, dass man genau deshalb kaum mal mit den Kindern Live schauen gehen kann, weil du nie weißt, was passiert.
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