Dietmar Hamann über Kritik an Nationalspieler "Hände weg von Özil"

Nach der Niederlage der DFB-Elf gegen Mexiko steht Mesut Özil in der Kritik. Zu Unrecht, so Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann. "Läuft es, sind alle happy. Läuft's nicht, ist Özil schuld", sagt er.

Nationalspieler Özil
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Der frühere Nationalspieler Didi Hamann stellt sich vor den derzeit stark in der Kritik stehenden Mittelfeldspieler Mesut Özil. "Hände weg von Özil!", sagte er dem "kicker". Zudem ergänzte Hamann: "Wenn wir bei der WM eine Rolle spielen wollen, ist er einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Spieler in der Mannschaft."

Hamann sprach von einer "Hetzjagd" auf Özil: "Läuft es, sind alle happy. Läuft's nicht, ist Özil schuld. Özil ist ein brillanter Spieler mit großen Verdiensten um den deutschen Fußball." Bei der 0:1-Niederlage zum WM-Start gegen Mexiko hätten Özils Mitspieler den 29-Jährigen gesucht, wie die Argentinier dies mit Superstar Lionel Messi tun: "Mach mal! Und wenn er nichts machte, machte kein anderer etwas."

Für Hamann wie für viele andere Experten steht jedoch fest, dass Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft für das zweite Gruppenspiel am Samstag (Liveticker SPIEGEL ONLINE, 20 Uhr ) in Sotschi gegen Schweden umstellen muss. Der genesene Jonas Hector müsse wieder für Marvin Plattenhardt rein, sagte Hamann, Marco Reus für Julian Draxler spielen. Auch für Ilkay Gündogan machte er sich stark.

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Özil stand aber nicht nur wegen seiner sportlichen Leistung in der Kritik. Seit Jahren muss er sich rechtfertigen, warum er vor Spielen der Nationalmannschaft die deutsche Nationalhymne nicht mitsingt. Auch sein Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan war erneut aufgegriffen worden. Auch dazu gab es nach dem Mexiko-Spiel Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

Der deutsche Offensivspieler mit türkischer Abstammung, geboren in Gelsenkirchen, hatte sich zumindest zum Thema Nationalhymne schon mehrmals erklärt. Zuletzt im Magazin "Mission Titelverteidigung", das der Sportjournalist und Verleger Oliver Wurm zur WM in Russland herausgegeben hat. Darin sagt Özil, dass er während der Hymne bete. "Und ich bin sicher, dass diese Einkehr mir und damit auch meiner Mannschaft Kraft und Zuversicht gibt, um den Sieg nach Hause zu fahren", wird er zitiert.

Die Tradition pflege Özil bereits seit seiner Kindheit. In seiner 2017 erschienenen Biografie "Die Magie des Spiels" liefert Özil auch den Text seines Gebets: "Allah, gibt uns für das heutige Spiel Kraft und schütze mich und meine Teamkollegen vor Verletzungen. Allah, Du kannst uns den Weg eröffnen und auch verschließen. Führe uns nicht vom rechten Weg ab. Amen." Özil gilt als gläubiger Muslim. 2016 sorgte er mit einem Foto vor der Kaaba für Aufsehen, dem zentralen Heiligtum des Islams in Mekka.

joe/sid



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