87 Minuten in Überzahl Bundesligaprofis führen Japan zum Sieg gegen Kolumbien

Überraschender Erfolg zum Auftakt der Gruppe H: Japan hat in einer umkämpften Partie knapp gegen die favorisierten Kolumbianer gewonnen. Diese wurden schon in der Anfangsphase entscheidend geschwächt.

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Im ersten Spiel der Gruppe H hat sich Japan knapp gegen Kolumbien durchgesetzt. Beim 2:1 (1:1)-Erfolg trafen die Bundesliga-Profis Shinji Kagawa (6. Minute) und Yuya Osako (73.) für den vierfachen Asienmeister. Juan Quintero sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (39.).

Die Partie begann hektisch: Nach drei Minuten sah Kolumbiens Carlos Sánchez die zweitschnellste Rote Karte der WM-Geschichte, nachdem er einen Schuss von Kagawa im Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte. Der Dortmunder Mittelfeldspieler traf anschließend vom Elfmeterpunkt souverän zur japanischen Führung (6.).

Die leicht favorisierten Kolumbianer mussten zunächst ohne ihren Superstar auskommen: James Rodríguez saß wegen muskulärer Probleme auf der Bank und musste mit ansehen, wie Japan beinahe einen zweiten Treffer nachlegte: Takashi Inui setzte den Ball aus guter Position rechts neben das Tor (16.).

Entscheidung fällt erneut nach einer Standardsituation

Völlig überraschend fiel noch vor der Pause der Ausgleich: Juan Quintero verwandelte einen Freistoß direkt, indem er den Ball flach unter der Mauer hindurchschoss (39.). Es war bereits der vierte erfolgreich geschossene Freistoß bei dieser WM, bei der gesamten Weltmeisterschaft 2014 waren es nur drei.

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Nach Wiederbeginn waren die Japaner bemüht, ihre Überzahl auf dem Feld spielerisch zu nutzen. Doch Möglichkeiten von Osako (54.), Maya Yoshida (59.) und Hiroki Sakai (61.) blieben vorerst folgenlos. Kolumbien geriet zunehmend in die Defensive - auch die Einwechslung von James in der 59. Minute brachte nicht den gewünschten Effekt.

In der Schlussphase fiel dann die Entscheidung - wieder einmal nach einer Standardsituation: Osako traf nach einem Eckball per Kopf. Für den Neu-Bremer war es der erste Treffer bei einer Weltmeisterschaft.

Im zweiten Spiel der Gruppe treffen um 17 Uhr Polen und Senegal aufeinander (Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Kolumbien - Japan 1:2 (1:1)
0:1 Kagawa (6., Foulelfmeter)
1:1 Quintero (39.)
1:2 Osako (73.)
Kolumbien: Ospina - Arias, Murillo, D. Sánchez , Mojica - Jefferson Lerma , C. Sánchez - Cuadrado, Quintero, Izquierdo - Falcao
Japan: Kawashima - Sakai, Yoshida, Shoji, Nagatomo - Hasebe, Shibasaki - Haraguchi, Kagawa, Inui - Osako
Zuschauer: 35.000
Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)
Gelbe Karte: Barrios
Rote Karte: Carlos Sánchez

bam



insgesamt 8 Beiträge
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Korken 19.06.2018
1. Japan deutlich besser
Egal, ob Kolumbien einen Spieler weniger hatten, die Japaner waren deutlich besser im Spiel. Hinzu kommt, dass der Ausgleichstreffer vor der Pause gar nicht hätte zustande kommen dürfen. So ein Schwalbenkönig...
tharimar 19.06.2018
2. Handspiel im Strafraum
Meiner Meinung nach, die ich im Übrigen nicht erst nach dem heutigen Spiel Kolumbien - Japan habe, sollte die FIFA/UEFA mal diese Regel mit Handspiel im Strafraum überdenken. Rote Karte + Elfmeter ist einfach zu viel. Das ist einfach nur eine doppelte Bestrafung. Man sollte entweder nur die rote Karte oder Elfmeter verhängen. Meinetwegen den "Handsünder" zwangsweise auswechseln (zu Lasten des ganz normalen Wechselkontigents).
knok 19.06.2018
3.
Glückwunsch an die Japaner! Und schön für die neutralen Fans, das macht Gruppe H zusammen mit Gruppe D zur wohl spannendsten. An der Stelle auch mal ein Lob an die Schiedsrichter, sie machen ihre Arbeit sehr gut bislang bei dieser WM. Das ist eine deutliche Steigerung zu 2014.
widower+2 19.06.2018
4. Doch nicht in diesem Fall
Zitat von tharimarMeiner Meinung nach, die ich im Übrigen nicht erst nach dem heutigen Spiel Kolumbien - Japan habe, sollte die FIFA/UEFA mal diese Regel mit Handspiel im Strafraum überdenken. Rote Karte + Elfmeter ist einfach zu viel. Das ist einfach nur eine doppelte Bestrafung. Man sollte entweder nur die rote Karte oder Elfmeter verhängen. Meinetwegen den "Handsünder" zwangsweise auswechseln (zu Lasten des ganz normalen Wechselkontigents).
Handspiel im Strafraum bedeutet doch nicht zwingend Rot oder auch nur Gelb. In diesem Fall wurde ein Ball auf dem Weg ins Tor (der Torwart konnte nicht mehr eingreifen) absichtlich per Handspiel aufgehalten. Wenn das nicht zwingend Rot ist, müssen wir uns demnächst wohl auf zahlreichen "Paraden" durch Verteidiger auf der Torlinie einstellen, denn statt eines sicheren Tores gäbe es nach Ihrer Lesart ja nur einen Elfmeter. Meine Vermutung ist, dass Sie die Szene gar nicht gesehen haben.
tharimar 19.06.2018
5.
Zitat von widower+2Handspiel im Strafraum bedeutet doch nicht zwingend Rot oder auch nur Gelb. In diesem Fall wurde ein Ball auf dem Weg ins Tor (der Torwart konnte nicht mehr eingreifen) absichtlich per Handspiel aufgehalten. Wenn das nicht zwingend Rot ist, müssen wir uns demnächst wohl auf zahlreichen "Paraden" durch Verteidiger auf der Torlinie einstellen, denn statt eines sicheren Tores gäbe es nach Ihrer Lesart ja nur einen Elfmeter. Meine Vermutung ist, dass Sie die Szene gar nicht gesehen haben.
Ich habe die Szene schon gesehen. Es geht mir hier tatsächlich um die doppelte Bestrafung. Denn wenn ich im Strafraum absichtlich Hand spiele und der Ball geht trotz meiner "Bemühung" ins Tor, passiert gar nichts - außer dass das Tor zählt. Man kann dem "Handspieler" dann gar nichts.
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