Germany's next WM-Kader Leider haben wir heute ein Foto für dich

Auch bei der Vorstellung des erweiterten WM-Kaders für Russland war dieses Thema unumgänglich: Der PR-Fototermin, bei dem Özil und Gündogan mit Erdogan posierten.

Joachim Löw (l.), Reinhard Grindel
AFP

Joachim Löw (l.), Reinhard Grindel

Aus Dortmund berichtet


Reinhard Grindel saß 14 Jahre lang für die CDU im Deutschen Bundestag. Er versteht es also, Antworten auf Fragen zu geben, die gar nicht gestellt wurden.

Grindel, heute Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), antwortete: "Es wäre wünschenswert gewesen, wenn es dieses Foto nicht gegeben hätte." Die Frage hatte gelautet: "Wäre es nicht besser gewesen, wenn auch Ilkay Gündogan und Mesut Özil wie Emre Can das Treffen mit Erdogan abgesagt hätten?"

Das Foto. Der DFB wusste, dass jenes Foto, das zwei deutsche Nationalspieler und den türkischen Staatspräsidenten zeigt, noch brennender interessieren würde als die Frage, ob Manuel Neuer in den vorläufigen WM-Kader Deutschlands berufen wird. Es war daher geschicktes PR-Management, dass Grindel am Dienstag gleich zu Beginn der zähen Veranstaltung im Dortmunder Fußballmuseum von seinem Pressesprecher dazu befragt wurde.

"Menschen können Fehler machen, aber wir müssen das Maß wahren", sagte Grindel. Bei jeder Gelegenheit wies er auf den Schaden hin, den die Integration in Deutschland nehmen könne. "Das Problem bei der Aktion in London war: Das Trennende ist wieder hoch gekommen."

"Ein bisschen Verständnis zeige ich auch"

Das Foto. Die Aktion. Der Fehler. Das Bemühen, Gündogan und Özil wie naive Fußballer hinzustellen, mit denen nun ein ernstes Wort gesprochen werde - dann sei die Sache erledigt -, war deutlich zu spüren. Die Möglichkeit, dass die beiden Spieler bewusst mit Erdogan aufgetreten waren, um Wahlwerbung zu betreiben, wurde tabuisiert.

Auch Joachim Löw sprach von einem "Fehler", über den es zu reden gelte. Aber: "Ein bisschen Verständnis zeige ich auch, weil bei Spielern mit Migrationshintergrund zwei Herzen in einer Brust schlagen", sagte der Bundestrainer. Bemerkenswert ist: Löw, Gündogan und Özil sind Klienten derselben Beratungsfirma. Sie war für SPIEGEL ONLINE bislang zu keiner Stellungnahme zu erreichen, unter welchen Umständen die Einladung zu der Veranstaltung mit Erdogan zustande kam.

Emre Can sagte sie jedenfalls nach Informationen der Zeitung "Welt" ab. Der Name des ebenfalls türkischstämmigen Profis vom FC Liverpool fehlt auf der Liste der 27 Spieler, die in den vorläufigen Kader berufen wurden. Can habe seit März wegen einer Verletzung nicht trainieren können, begründete Löw den Verzicht. So wird nur Toni Kroos von Real Madrid später in das Trainingslager des DFB nach Südtirol reisen, das am 23. Mai beginnt.

Es gehört wenig Fantasie dazu, dass jede Bewegung von Manuel Neuer ab diesem Tag gedeutet wird. Seit September 2017 ist der Torhüter ohne Einsatz. Löw berief ihn trotzdem, zur Sicherheit aber auch noch drei andere Torhüter. Nur wenn Neuer am 2. Juni in Österreich den Test bestreiten könne, werde es für das Turnier in Russland reichen, so der Bundestrainer. Dass Löw den möglichen Einsatz als die dringend geforderte "Spielpraxis" bezeichnete, zeigt seinen guten Willen, die Entscheidung zumindest noch hinauszuzögern.

Neuer war einer der ersten, deren Bild nach der Veranstaltung an die Fassade des Museums geklebt wurde. Ein paar Zuschauer im Liegestuhl schauten den zwei Arbeitern dabei zu. In den Zeiten ohne Internet hätte es ein "Ah" und "Oh" gegeben, als ein Profi des SC Freiburg plötzlich von der Wand blickte. So aber wussten schon alle Bescheid.

Deutsches Fußballmuseum
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Deutsches Fußballmuseum

Der David Odonkor des Jahres 2018

Es ist Nils Petersen, der David Odonkor der 2018er-Ausgabe des WM-Castings. Der Angreifer wurde von Löw als "sehr guter Joker" gelobt, der "immer sofort da" sei. Von den 15 Saisontoren, die der Bundestrainer ebenfalls hervorhob, schoss Petersen allerdings nur eines nach einer Einwechslung. "Ich habe das Gefühl, dass Nils an der Aufgabe wächst", sagte Löw, der sich häufig und gerne von seinen Gefühlen leiten lässt. Wichtig sei ihm auch die soziale Komponente: "Es ist elementar, auch ein stimmiges Team zu haben."

Sandro Wagner, der gerne auch öffentlich seine Ansprüche formuliert, fand dagegen keinen Platz im Kader. Dabei hatte er den Bonus, beim Confed Cup dabei gewesen zu sein. Davon profitierte vermutlich Marvin Plattenhardt, der bei Hertha BSC spielt - und das Glück hat, linker Verteidiger zu sein.

Das Angebot auf dieser Position ist gering, im Gegensatz zum Mittelfeld. Da fehlt ein Mario Götze, der Deutschland 2014 im Finale gegen Argentinien zum WM-Titel schoss. "Er hatte wahrlich keine gute Saison", sagte Löw, der in den vergangenen Jahren auch gerne etwas länger an verdienten Spielern festhielt, als es die Leistungen hergegeben hätten.

Ein Lukas Podolski fehlt allerdings in der 2018er-Ausgabe. Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi und auch André Schürrle fehlen auf der Fassade. Im vorläufigen Kader finden sich neun Weltmeister von Brasilien. Einer davon ist Manuel Neuer.



insgesamt 99 Beiträge
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Seite 1
Herr R. aus H. 15.05.2018
1. Petersen statt Wagner - und noch mehr Gomez statt Wagner
...ist wirklich schwer zu glauben und auch zu ertragen. Wagner ist physisch so präsent, hat das Auge für die Mitspieler, hat recht viele Tore in der Rückrunde gemacht. Und nein, keine Elfmeter. Gomez hingegen hatte eine extrem bescheidene Saison. Petersen ist sehr nett und hat auch durchaus schöne Tore gemacht. Er ist aber nicht mal beim FC Freiburg unumstrittener Stammspieler. Soll der den späten Podolski geben? Wahrscheinlich. Ok, macht Sinn. Denn das kann Wagner nicht. Der brennt nur.
fb-netzwerk 16.05.2018
2. Kaspertheater
Glauben die beiden ... , was sie da von sich geben? Heutzutage Fußballspieler, die einen Beraterstab an ihrer Seite haben, letztendlich die Wirtschaftskraft eines mittelständischen Unternehmens repräsentieren, als mehr oder weniger unerfahrene, naive Jungs zu verkaufen, die einen Fehler gemacht haben und die man mit Gesprächen auf den "richtigen" Weg bringen wird, das ist dumm. Im Film sagte Forrest Gump: Dumm ist, wer Dummes tut. Mehr braucht man dazu wohl nicht sagen
probeabo007 16.05.2018
3. Wenn es um Geld geht, geht die Moral über Bord
Gerade erst wurde der Vertrag für Jogi verlängert und M. Özil ist ein super Sportler und tragende Säule der Mannschaft. Da ist es doch vollkommen klar, dass dann auch Jogi das Hemd näher ist als die Hose. Wer so leichtfertig die Demokratie opfert, sollte sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben. Löw und Özil sind beide Menschen des öffentlichen Lebens und sollten sich auch so verhalten oder sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Wie soll man bei solch einem Vorbild Jugendlichen noch Anstand und Moral vermitteln?!
hegoat 16.05.2018
4.
"Das Bemühen, Gündogan und Özil wie naive Fußballer hinzustellen." Genau das ist es. Wenn Fußballer "Fehler" machen, oder sich für Diktatoren stark machen oder Straftaten begehen, heißt es immer schnell, es seien nunmal nur Fußballspieler - die lesen keine Verträge, die sie unterschreiben (Beckenbauer), die wissen nicht, auf welchen schwarzen Konten ihr Geld liegt (Hoeness, Ronaldo) und die merken nicht, wenn sie für einen Diktator Wahlwerbung betreiben. Fußballersein scheint eine Generalentschuldigung für so ziemlich alles zu sein, was illegal oder zumindest anrüchig ist.
rösti 16.05.2018
5. Ja
Leider haben wir ein Foto für Dich, es zeigt Franz Beckenbauer wie er mit Ehrenamtlich bekommen Salär für die gekaufte WM an dem Finanzamt am vorbei fuhr! (samt früherer DFB Präsidenten ) Das ist für die meisten Fans nicht so schlimm, denn wir hatten ja tolle Fan Meilen! (so ist zur Zeit das Deutsche Rechtsempfinden - ich kenne Deutschland nicht wieder früher ein Hort der Demokratie und Weltoffenheit nun verbohrte Nationalisten ) Dafür werde zwei verdiente Nationalspieler öffentlich fertig gemacht! Vielleicht waren Sie schlecht beraten oder Naiv? Desto trotz ist es peinlich, wie DFB, Presse,Fans und Politik auf Sie eindreschen, als hätten Sie Landesverrat begangen. Übrigens unser Regierung verkaufte diesem Präsidenten U- Boote und Panzer und danktem Ihm weil er die Flüchtlinge aufhält! Das ist peinlich und nicht,das zwei Nationalspieler ihre Trikot dem gewählten Präsidenten bei einem Staatsbesuch in England dem Mutterland ihrer Eltern zwei Trikots schenkten Ihres englischen Clubs! Ich kenne nur Arbeitgeber, die in einem solchen Fall ihre Leute zusammen falten hinter verschlossen Türen ohne das es die Kollegen mitbekommen, das ist Anstand und so geht man mit seinen Mitarbeitern um! Aber das ist Deutschland heute, jeden Tag wird ein neues Opfer durch das Land gejagt ! Das da der Spiegel mitmacht, macht wütend, kein bisschen Verständnis oder eine genauere Analyse was ode wer steckt hinter diesem Missgeschick, wegen der zwei Trikots wird Europa nicht untergehen....Es gibt wichtigeres zu schreiben und auf zu decken,.......so wie es vor Jahren der Spiegel war! Ich musste es los werden, vielleicht liege ich falsch und die beiden haben mit Ihren Trikots einen Krieg angefangen! ( hoffentlich nicht denn unsere U-Boote sind kaputt )
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