Winter-WM 2022 in Katar Der Spielplan des Wahnsinns

Eine Fußball-WM kurz vor Weihnachten, mitten im laufenden Saisonbetrieb: Das erwartet Spieler und Klubs 2022. Das Turnier in Katar könnte im Extremfall für 28 englische Wochen sorgen. Ein Spielplan-Modell, das den Fifa-Wahnsinn zeigt.

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Abendspiel im Weserstadion: 2022 im Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag
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Abendspiel im Weserstadion: 2022 im Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag


Den Weihnachtsmann lässt man nicht warten. Und damit jeder Spieler pünktlich an Heiligabend wieder zu Hause ist, um mit seinen Liebsten die Geschenke auspacken zu können, hat der Fußball-Weltverband Fifa seine familienfreundliche Seite entdeckt. Das Finale der Weltmeisterschaft 2022 in Katar findet mit genügend Heiligabend-Vorlaufzeit statt, am 18. Dezember, das hat die Fifa nun verkündet.

So sinnvoll es ist, das Endspiel nicht kurz vor Heiligabend spielen zu lassen, was ja auch im Gespräch war: Das Turnier im November und Dezember auszutragen, ist für fast alle Betroffenen eine Farce. Die Terminierung der Fifa bedeutet nämlich vor allem Stress. Warum? Das soll anhand des folgenden Modells beschrieben werden. Dabei handelt es sich natürlich nicht um den konkreten Spielplan für die Saison 2022/2023 - aber es zeigt plastisch, welche Belastungen auf die Vereine und insbesondere die Nationalspieler der Top-Klubs wirklich zukommen.

Um Auswirkungen der Weltmeisterschaft in Katar auf die zuvor stattfindende Saison 2021/2022 und die dann folgende Spielzeit 2023/2024 möglichst zu vermeiden, soll die Modell-Saison wie üblich von Sommer 2022 bis Sommer 2023 laufen, mit der normalen Anzahl an Spielen, ergänzt um die WM. Grundlage sind die Daten der aktuellen Bundesligaspielzeit für einen deutschen Nationalspieler von Bayern München.

Start der fiktiven WM-Saison wäre Mitte Juli 2022 mit dem Supercup und der ersten DFB-Pokalrunde am darauf folgenden Wochenende (22. bis 24. Juli). Es folgt der Bundesligastart am Wochenende 29. bis 31. Juli. Dann gibt es aber keine Verschnaufpause mehr: Es kommen zwölf englische Wochen in Folge.

Spielplan-Modell Saison 2022/2023: Hinrunde mit zwölf englischen Wochen

Spielplan-Modell Saison 2022/2023: Hinrunde mit zwölf englischen Wochen

Um zumindest 14 der 17 Hinrunden-Spieltage und vier der sechs Vorrundenpartien der Champions League absolvieren zu können, muss bis Ende Oktober im Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag gespielt werden. Zudem gibt es noch eine weitere Pokalrunde und vier Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 2024 sowie zwei weitere Test-Länderspiele. Sollte Deutschland als Gastgeber der EM gesetzt sein, würden zumindest die deutschen Nationalspieler um vier Länderspiele entlastet werden können - die anderer Nationen nicht.

Damit die WM-Teams genügend Zeit zur Vorbereitung haben, müsste der letzte Bundesligaspieltag vor der Weltmeisterschaft am 21./22./23. Oktober stattfinden. Anschließend haben die WM-Fahrer vier Wochen Zeit für Regeneration und Trainingslager. Die Weltmeisterschaft selbst wird vom 20. November bis 18. Dezember ausgetragen und umfasst damit nur einige Tage weniger als andere WM-Turniere. Wer Weltmeister werden will, muss in dieser Zeit sieben anstrengende Partien absolvieren.

Spielplan-Modell Saison 2022/2023: Rückrunde mit zwölf englischen Wochen
SPIEGEL ONLINE

Spielplan-Modell Saison 2022/2023: Rückrunde mit zwölf englischen Wochen

Den zwei Wochen Weihnachtsurlaub (19. Dezember bis 1. Januar) schließen sich drei Wochen Vorbereitung an (anstatt vier, wie in diesem Jahr). Weil drei Bundesliga- und zwei Champions-League-Spiele aufgeholt werden müssen, geht es am Wochenende 20. bis 22. Januar 2023 schon wieder los. Und dann wird es richtig hart: Es folgen sogar 16 englische Wochen nacheinander, weil die Rückrunde die Hochphase der Cup-Wettbewerbe ist.

Sollte ein deutscher Klub sowohl das Finale der Champions League als auch des DFB-Pokals erreichen, haben seine Nationalspieler - theoretisch - erst Mitte Mai wieder eine spielfreie Woche. Dazwischen stehen 20 Bundesligapartien und drei Pokalrunden auf dem Plan, dazu noch zwei Vorrundenspieltage sowie die K.-o.-Phase der Champions League (sechs Partien) und zwei Länderspiele. Nach den beiden Endspielen im DFB-Pokal und in der Königsklasse folgen noch, wie in diesem Jahr, zwei Länderspiele, dann geht es in die Sommerpause.

Bilanz: 34 Ligaspiele, sechs Partien im Pokal und 13 in der Champions League, dazu zehn Länderspiele und sieben WM-Partien. Macht bei Erreichen aller möglichen Endspiele maximal 70 Spiele in 37 Wochen, zieht man die Wochen für Trainingslager und Weihnachtsurlaub ab.

Allein diese Zahlen zeigen, dass es kaum gelingen wird, die Saison normal zu absolvieren und Auswirkungen auf die folgende zu vermeiden. Eigentlich müsste die Spielzeit 2022/2023 noch früher beginnen und später enden. Letzteres würde aber bedeuten, dass die dann folgende Saison 2023/2024 erst mit Verspätung starten könnte. Und das geht nicht: Mitte Juni steht nämlich schon die EM 2024 an.

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cburgdorff 20.03.2015
1. Fussballer verdienen ja auch entsprechend
Mein Mitleid hält sich daher in sehr, sehr engen Grenzen.
keinereiner 20.03.2015
2.
Das Problem, dass geschildert wird ist doch gar keins. Man macht nicht mehr Spiele als sonst in einem Jahr. Sie sind nur anders verteilt. Es wäre aber kein Problem 2022 die Sommerpause noch größer zu kürzen oder 2023 länger zu spielen ... Möglichkeiten gibt es man muss nur wollen. Aber das passt den Verbänden und Vereinen halt gerade nicht, weil sie gern sich möglichst dumm anstellen wollen um der FIFA den schwarzen Peter zuschieben zu können.
general_0815 20.03.2015
3. Funktionärs Wahnsinn
Die nationalen Verbände sollten den Kader der Nationalspieler aus der 2. und 3. Liga rekrutieren, damit die auch internationale Erfahrungen sammeln können. Das wird dann eine tolle WM, die keinen interessiert und wir schauen BuLi und Champions League und gehen auf den Weihnachtsmarkt.
Nonvaio01 20.03.2015
4. man kann das auch anders machen
den Supercup laesst man mal weg. DFB Pokal steigen die 1&2 Liga erst in der 3 Runde ein, so entlastet man Nationalspieler. Die meisten erfolgreichen Teams haben eh fast das ganze jahr englische wochen. Problematisch wird es in Lendern wo es einen Liga cup gibt und dazu noch das equivaltent zum DFB Pokal mit hin und rueckspiel.
DanceOfEternity 20.03.2015
5. WM im Sommer
Vielleicht sollte die FIFA darüber nachdenken, neben der WM im Winter noch eine im Sommer 2022 durchzuführen. Da ist ja noch Platz im Terminkalender. P.S.: Geld hin, Geld her: Wenn der Körper nicht mitmacht, kann keine gute Leistung gebracht werden und es kommt zu Verletzungen. Auch ein Millionär verletzt sich unter Dauerbelastung.
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