Medienbericht Katar soll WM-Mitbewerber gezielt sabotiert haben

Die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar bleibt umstritten. Die "Sunday Times" erhebt neue Vorwürfe: Es geht um Ex-CIA-Agenten und eine PR-Firma, die negative Nachrichten über Konkurrenten streuen sollten.

Stadion in Ar-Rayyan, Katar (Computeranimation)
AFP/ Qatar¿s Supreme Committee for Delivery & Legacy

Stadion in Ar-Rayyan, Katar (Computeranimation)


Katar sieht sich erneut schweren Vorwürfen ausgesetzt: Nach einem Bericht der "Sunday Times" soll der Gastgeber der Fußball-WM 2022 bei seiner Bewerbung mit Geheimoperationen gezielt falsche Informationen über die Konkurrenten Australien und USA in Umlauf gebracht haben.

Die Zeitung beruft sich auf Emails eines Whistleblowers. Aus der Kommunikation soll hervorgehen, dass Katar eine PR-Firma und frühere CIA-Agenten engagiert hatte, um seine Gegenkandidaten zu sabotieren. Diese sollten etwa verbreiten, dass die Bewerbungen keine Unterstützung in ihren Ländern hätten.

Die Vergabe der WM 2022 nach Katar wurde stark kritisiert. Seit der Entscheidung des Exekutiv-Komitees der Fifa am 2. Dezember 2010 in Zürich hat es immer wieder Hinweise für das Fehlverhalten der damaligen Wahlleute des Gremiums gegeben.

"Haben alle Fifa-Regeln eingehalten"

Katar will von den beschriebenen Praktiken nichts wissen. "Das Supreme Committee weist alle Vorwürfe der Sunday Times zurück. Wir haben alle Fifa-Regeln im Rahmen der Bewerbung eingehalten", hieß es in einer Stellungnahme. Der Whistleblower soll an der Bewerbungskampagne Katars beteiligt gewesen sein.

Der Weltverband Fifa verwies auf die eigene und bereits abgeschlossene Ermittlung durch den US-Anwalt Michael Garcia, im Zuge derer Katar vom Korruptionsvorwurf freigesprochen worden war. Ob die neuen Anschuldigungen da schon bekannt waren, blieb offen. Zudem verwies die Fifa auf das Meldesystem, bei dem potenzielle Verstöße gegen den Ethikkodex anonym angezeigt werden können.

chh/sid

Mehr zum Thema


insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
RalfHenrichs 29.07.2018
1. Selbst wenn
USA und Australien werden wohl selbst deutlich gemacht haben, dass sie Unterstützung in ihrem Land hatten. Wenn dem so war. Wenn nicht, hat Katar ja nur das richtige wiedergegeben. Es gibt sicherlich sehr viele Gründe gegen diese WM (Hitze, Termin, Arbeitsbedingung, Größe dieser WM), aber dies ist meines Erachtens kein echtes Gegenargument.
FK-1234 29.07.2018
2. Welche Glaubwürdigkeit
...kommt denn der FIFA selbst noch zu ? Hier macht man doch wieder mal den Bock zum Gärtner. (Anonyme) Hinweise an die FIFA können wir und sparen. Als wenn diese daran interessiert wäre, die WM in Katar in Frage zustellen. Dies geht so mit dem Them um wie beim Doping. Es wird keine unabhängige Institution damit beauftragt (wie in anderen Sportarten), sondern das macht die FIFA selbst. Das ist, wenn wie ein Wirtschaftsunternehmen seine Steuerabgaben selbst prüft und sich hinterher einen Persilschein ausstellt. Herr Infantino ist doch (leider) keinen Deut besser als sein Vorgänger. Im Gegenteil...
retterdernation 29.07.2018
3. Das Ende der Fussballshow ...
wird mit der WM in Katar erreicht. Endlich möchte man denken. Bekannt ist: Katar hat diese Spiele nur über gigantische Korruption bekommen. Dazu jetzt also auch noch gezielte Schwächung der Konkurrenz durch PR-Fake. Von den Menschenrechtsverletzungen in Katar abgesehen, wird die WM durch seine Austragungszeit im Winter - eine Menge Fans verlieren. Vor allem die Frauen werden in Scharren das Weite suchen, bei diesen Temperaturen im Dezember ... in Deutschland hat der Abgesang der ehemaligen Nationalmannschaft, die sich jetzt die Mannschaft nennt bereits begonnen. Die WM in Katar wird bald Ihr Übriges leisten ...
thoms1957 29.07.2018
4. Natürlich ist auch diese WM gekauft.
Die FIFA ist ein auf maximalen Profit ausgerichtetes Wirtschaftunternehmen. Die WM erhält der jeweils Meistbietende. Mit Fußball hat das ganze erst in zweiter Linie zu tun. Die ehrenwerte Gesellschaft der FIFA Funktionäre versucht aber immer noch, die Fassade der "schönsten Nebensache der Welt" aufrecht zu erhalten. Presse, Politik und Wirtschaft (sog. SPONSOREN) spielen das Spiel gerne mit. Dem Zuschauer zu Hause kommt dabei die Rolle des zahlenden Konsumenten zu, die Zuschauer im Stadion sind bunte Kulisse und Klatschmasse. Dass die WM Stadien in der "Fußballnation" Katar durch Arbeitssklaven erbaut werden, interessiert da nur am Rande.
gorontalo 29.07.2018
5. Der Gipfel der Korruption
Die Vergabe der WM 2022 an Katar ist der Gipfel der FIFA-Korruption. Dieser Bericht ist nur eine Fußnote, mit welchen Methoden bei der WM-Vergabe gearbeitet wird. Geschenkt. Die WM 2022 wird für mich ausfallen, ich werde mir kein einziges Spiel ansehen. Das stand schon vor diesem Artikel fest.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.