Tod eines Arbeiters Stadionbau in São Paulo vorerst gestoppt

Die Bauarbeiten am WM-Stadion von São Paulo kommen nicht voran. Jetzt gibt es den nächsten vorläufigen Baustopp. Nach dem Tod eines Arbeiters haben die Behörden die Baustelle erst einmal stillgelegt.

WM-Stadion von São Paulo: Bauarbeiten erneut unterbrochen
AP/dpa

WM-Stadion von São Paulo: Bauarbeiten erneut unterbrochen


Hamburg - Die Bauarbeiten an den Zusatztribünen im WM-Stadion von São Paulo sind wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen bis auf Weiteres gestoppt worden. Mit dieser Entscheidung reagierte eine dem Arbeitsministerium unterstellte Aufsichtsbehörde auf den tödlichen Sturz eines Bauarbeiters am vergangenen Samstag.

"Die Arbeiten am Stadion werden erst fortgesetzt, wenn garantiert ist, dass die Bauarbeiter unter sicheren Bedingungen arbeiten", sagte der Repräsentant des Arbeitsministeriums Luiz Antonio Medeiros am Dienstag dem brasilianischen Fernsehsender "Globo News".

Die Beamten beanstandeten nach einer Inspektion am Unfallort vor allem das Fehlen von Sicherheitsnetzen. Laut eines vorläufigen Untersuchungsberichts der Polizei hatte der 23 Jahre alte Fábio Hamilton da Cruz bei Arbeiten in gut acht Metern Höhe seinen Schutzgürtel nicht in die vorhandene Sicherheitsleine eingeklinkt.

Ein Kranunfall im November vergangenen Jahres, bei dem zwei Arbeiter zu Tode kamen, hatte die Bauarbeiten schon stark verzögert, so dass erst im Mai mit der Inbetriebnahme der Arena Corinthians gerechnet wird. Am 12. Juni findet dann dort das WM-Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien statt.

aha/sid



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insgesamt 7 Beiträge
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kalman, 01.04.2014
1. Die FIFA
und Blatter mitsamt seiner korrupten Bande sollen endlich alle zuküntigen Fussball-Weltmeisterschaften - Brasilien, Katar, usw. - ausschließlich dem Gedenken an die vielen zuvor beim Sadionbau tödlich verunglückten Bauarbeiter widmen.
umuc 01.04.2014
2. Der Artikel ist gefährlich.
Er suggeriert pauschal, dass dort keine Sicherheitsvorkehrungen gelten und lässt daraus folgern, dass Südamerikaner nicht in der Lage oder gewillt sind, Bauwerk sicher zu errichten. In einem Nebensatz wird dann nur erwähnt, dass der Tote selbst für sein Unglück verantwortlich war. Indem er sich nicht sicherte, musste er abstürzen, als er das Gleichgewicht verlor. Daher ist der ganze Artikel falsch aufgebaut.
sissy69 01.04.2014
3.
Die Frage ist doch: Warum klingt er sich nicht in die Sicherungsleine ein?
kenterziege 01.04.2014
4. Klar - Vorurteile
Zitat von umucEr suggeriert pauschal, dass dort keine Sicherheitsvorkehrungen gelten und lässt daraus folgern, dass Südamerikaner nicht in der Lage oder gewillt sind, Bauwerk sicher zu errichten. In einem Nebensatz wird dann nur erwähnt, dass der Tote selbst für sein Unglück verantwortlich war. Indem er sich nicht sicherte, musste er abstürzen, als er das Gleichgewicht verlor. Daher ist der ganze Artikel falsch aufgebaut.
Klar - hier bei SPON werden auch Vorurteile bedient. Aber vor etwa 5 Jahren wurde zu jeder sich bietenden Gelegenheit über die auch so aufsteigenden BRIC-Staaten berichtet. Was ich inzwischen lese, ist nur noch fragwürdig. Außer China sind das doch alles Staaten, die Dritte-Welt-Charckter haben!
Bln79 01.04.2014
5. @umuc
Und laut Asterix bei Kleopatra könnten die Ägypter nix vernünftig bauen, bis die Gallier kamen, oder wie? Der Artikel suggeriert garnix. Er zeigt sogar auf, dass die Behörden die Baustelle wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen geschlossen haben. Das ist aber genau das Gegenteil von "die Südamerikaner bekommen nix auf die Reihe."
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