Brasilien Ex-Präsident Lula kommentiert jetzt WM-Spiele - aus dem Gefängnis

Wegen Korruption sitzt Brasiliens früherer Präsident Lula da Silva in Haft. Für die WM hat er sich nun eine besondere Beschäftigung überlegt.

 Luiz Inácio Lula da Silva
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Sein WM-Studio ist die Gefängniszelle. Das Mikrofon ersetzt er durch Block und Stift: Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wird ab Montag für den Free-TV-Sender TVT Analysen zu den WM-Spielen in Russland liefern. Das teilte der Sender jetzt mit.

Doch Lula wird aus seiner Zelle nicht etwa live in die Sportsendung zugeschaltet. Seine Einschätzungen zum Spiel liefert er schriftlich. Sie sollen in der täglichen Sendung auf dem Bildschirm eingeblendet und zusätzlich von einer Stimme aus dem Off vertont werden.

Der Sender TVT ist vor allem im Großraum Sao Paulo empfangbar und wird von einem Metallgewerkschaftsbund finanziert, bei dem Lula als Anführer in den 1970er- und 1980er-Jahren aktiv war.

Lula verbüßt wegen Korruption derzeit eine zwölfjährige Freiheitsstrafe. Er soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Lula weist die Vorwürfe zurück. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung rechter Politiker, der Justiz sowie der Medien und bezeichnet sich selbst als politischen Gefangenen.

Bei der Wahl im Oktober will er erneut für das höchste Staatsamt kandidieren. Noch stehen ihm weitere Berufungsinstanzen offen. In den Umfragen liegt Lula deutlich vorn.

mho/dpa/sid



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