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WM-Team Kroatien: Brüder auf der Bank, Helden im Mittelfeld

WM-Teilnehmer Kroatien: Gekrönte Ideengeber Fotos
REUTERS

Gleich zum Auftakt steht Kroatien auf der ganz großen Bühne: Im Eröffnungsspiel wartet Gastgeber Brasilien. Das von den Kovac-Brüdern trainierte Team setzt auf Routine - und zwei Stars im Mittelfeld. Die Mannschaft im Porträt.

Dies ist die 24. Folge der SPIEGEL-ONLINE-Serie: WM-Teams im Porträt. Bis zum Start der Weltmeisterschaft am 12. Juni stellen wir jeden Tag einen Teilnehmer vor.

Das Team
Das Nationaltrainer-Gespann Niko und Robert Kovac setzt in Brasilien auf Routine - und auf drei Bundesliga-Profis. Ivan Perišic, Ivica Olic (beide VfL Wolfsburg) und Stürmer Mario Mandzukic vom FC Bayern München stehen im Kader. Hinzu kommen der Ex-Schalker Ivan Rakitic und Danijel Pranjic, der zwischen 2009 und 2012 beim FC Bayern spielte. Milan Badelj und Ivo Ilicevic vom Hamburger SV wurden wieder aussortiert. Kapitän der Mannschaft ist Darijo Srna von Schachtar Donezk. Nicht dabei ist hingegen Josip Simunic. Eine Beschwerde des ehemaligen Berliners gegen eine Zehn-Spiele-Sperre wurde vom Internationalen Sportgerichtshof Cas abgelehnt. "Ich denke, wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern", sagt Niko Kovac.

Die Stars
Gleich zwei Spielmacher der Kroaten könnten bei dieser WM groß aufspielen. Zum einen Luka Modric von Champions-League-Sieger Real Madrid, zum anderen Ivan Rakitic vom FC Sevilla. Beide haben enormes Spielverständnis und eine überragende Technik, Rakitic bringt zudem viel Dynamik mit, Modric eine extreme Ruhe am Ball - auch unter Druck. Weitere Stars im Team sind neben Mandzukic noch Kapitän Srna und der eingebürgerte Brasilianer Eduardo.

Die Trainer
Zwei Brüder leiten das Team bei der WM in Brasilien. Im vergangenen Oktober übernahmen Niko und Robert Kovac die Verantwortung für die Nationalelf, für die beide jeweils mehr als 80 Länderspiele bestritten. Als die WM-Qualifikation unter Igor Stimac in Gefahr geriet, beförderte Verbandspräsident Davor Suker das Brüderpaar, das zuvor acht Monate lang für das U21-Team zuständig war. Gegen Island gelang in den Playoffs (0:0, 2:0) dann die Qualifikation. Beide Kovacs sind in Berlin geboren und begannen ihre Karriere bei SC Rapide Wedding und Hertha Zehlendorf. Als Profis spielten sie gemeinsam bei Bayer Leverkusen und Bayern München. Mit den Bayern wurden sie 2001 Weltpokalsieger und 2003 Meister und Pokalsieger.

WM-Gegner
Einen spektakuläreren Auftakt als Kroatien kann man in diese WM nicht erwischen: Gegen Gastgeber Brasilien bestreitet das Team am 12. Juni das Eröffnungsspiel in São Paulo (22 Uhr). Dort fehlt wegen einer Roten Karte im Playoff-Rückspiel allerdings Mandzukic. Leicht wird es für den WM-Dritten von 1998 ohnehin nicht, das Achtelfinale zu erreichen. Nach Brasilien heißen die Gegner Kamerun (19. Juni, 0 Uhr) und Mexiko (23. Juni, 22 Uhr). Niko Kovac gibt sich daher auch zurückhaltend: "Wir müssen nicht die nächste Runde erreichen, aber wir wollen."

WM-Historie
Dieses Mal ist Kroatien wieder dabei. Die WM 2010 war das bisher einzige große Turnier, das die Mannschaft seit der Wiederaufnahme durch die Fifa im Jahr 1992 verpasst hat. An der Qualifikation zur WM 1994 in den USA hatte das Land wegen einer Fifa-Sperre gegen alle Länder Ex-Jugoslawiens noch nicht teilgenommen. 1998 aber war Kroatien dabei - und wie! In Frankreich war nach einem Sieg gegen Deutschland im Viertelfinale erst im Halbfinale nach einem 1:2 gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister Frankreich Schluss. Das Spiel um Platz drei gewann Kroatien 2:1 gegen die Niederlande. 2002 hingegen verlor das Team in der Gruppenphase gegen Mexiko und Ecuador und kam nicht in die K.o.-Runde. Auch 2006 war schon nach drei Spielen ohne Sieg Schluss.

WM-Duelle mit Deutschland
Erst einmal haben beide Teams bei einer Weltmeisterschaft gegeneinander gespielt: Im bereits erwähnten Viertelfinale 1998 in Lyon. In der 40. Minute sah Christian Wörns für eine Notbremse die Rote Karte - der Anfang vom Ende für die deutsche Elf. Kroatien ging noch vor der Pause in Führung, am Ende hieß es 3:0 für Kroatien, für DFB-Trainer Berti Vogts war kurz nach der WM Schluss.

Lesen Sie am Donnerstag alles Wichtige zum WM-Teilnehmer Chile!

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rational_bleiben 04.06.2014
Deutschland hat übrigens auch bei der EM 2008 gegen Kroatien verloren (1-2). Kroatien gehört nicht zu den ganz großen, regelmäßig aber werden die ganz großen geschlagen und auch regelmäßig in der Fifa-Weltrangliste auf die Plätze verwiesen - ausgerechnet jetzt aber, wo man 3 Spieler der Weltspitze im Team hat und auch der Rest der Mannschaft von Stammspielern aus starken Ligen gestellt wird, kam im letzten Jahr der Absturz nach mehreren Niederlagen und Unentschieden gegen schwache Gegner. Einiges deutet darauf hin, dass es am dilettantischen Trainer Stimac lag, einem anerkannten Kneipenschläger. In den letzten 20 Jahren konnte Kroatien Italien bereits 3 mal schlagen, 2 mal Deutschland, 2 mal England, außerdem Spanien, Argentinien und die Niederlande. Gegen Frankreich führte man 2-1 (WM 2002), als Trezeguet gegen Ende den Ball mit der Hand mit nahm und den Ball zum unrechtmäßigen Ausgleich ins Tor beförderte (dafür schenkte der Schiri Kroatien einen Sieg gegen Italien, seine Frau war Kroatin).
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