Bremens Sieg bei Schalke Alter!

Schalke war der Favorit, aber Bremen hatte die Routiniers: Beim überraschenden Sieg gegen den Tabellensechsten überragte Werders alte Garde. Allen voran: Clemens Fritz. Das Wichtigste zum Spiel.

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Ausgangslage: Früher mal ein Spitzenspiel, zuletzt und auch diesmal das Duell zwischen einem Europapokalanwärter und einem Abstiegskandidaten. Bremen belegte nach Abschluss der Hinrunde nur den 16. Platz, als Sechster ging Schalke in die Winterpause. Und Werder kämpfte vor allem gegen drei Serien an: seit elf Partien gegen Schalke ohne Erfolg, vor dem 18. Spieltag von allen Erstligisten am längsten sieglos (seit fünf Begegnungen), in den letzten 20 Bundesliga-Spielen immer mindestens ein Gegentor kassiert.

Aufstellungen

Schalke: Fährmann - Junior Caicara, Joel Matip, Neustädter, Kolasinac - Goretzka, Geis (76. Di Santo), Leroy Sane, Meyer (60. Belhanda) , Choupo-Moting - Huntelaar

Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Santiago Garcia - Fritz, Bargfrede (40. Junuzovic) - Öztunali (90.+3 Bartels), Grillitsch, Ujah, Pizarro (84. Fröde)

Ergebnis: 1:3 (1:1) - hier geht's zum Spielbericht.

Die erste Hälfte I: Begann mit einem Blitzstart. Und Bremens Hoffnung, mal wieder keinen Gegentreffer zu kassieren, war bereits nach vier Minuten futsch: Johannes Geis bediente Joel Matip per Eckball von links und der Innenverteidiger vollstreckte mit dem Kopf. In der Folge war Schalke lange besser und bestimmender als sein Gegner. In der 27. Minute lupfte Klass-Jan Huntelaar an die Latte, kurz darauf vergab er freistehend vor Keeper Felix Wiedwald (34. Minute). Bremen hatte Glück, dass Schalkes Stürmer so nachlässig war, aber auch Pech ...

Die erste Hälfte II: ... , dass Florian Grillitsch aus der Distanz nur das linke Außennetz traf (38.) oder, dass Claudio Pizarro aus etwa 13 Metern knapp über das Tor schoss (42.). Bremen brauchte einige Zeit, um in der ersten Hälfte anzukommen, war dann aber mutig und entschlossen: Clemens Fritz belohnte den engagierten Auftritt kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Treffer zum Ausgleich (43.).

Die zweite Hälfte: Begann mit einem Blitzstart, Teil zwei. Diesmal jedoch ohne Ertrag: Levin Öztunali scheiterte an Ralf Fährmann aus spitzem Winkel (46.), den Abpraller ließ Pizarro ungenutzt. Nur eine Minute später verpasste Leroy Sané die Führung. Die Partie gestaltete sich ausgeglichen, gefährlicher war jedoch Bremen nach Kontersituationen. So auch beim 1:2 aus Schalker Sicht: Fritz eroberte im Mittelfeld den Ball, durfte bis an den gegnerischen Strafraum marschieren und bediente Pizarro, der zur Bremer Führung einschoss. Schalke fand in der Folge erschreckend wenig Mittel, um die Gäste ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Der Neu-Bremer Papy Djilobodji fügte sich in der Verteidigung gut ein. In der 83. Minute vergab Matip die letzte Chance auf den Ausgleich, stattdessen setzte Anthony Ujah den Schlusspunkt (90.). Und die Vorlage kam von? Klar, Fritz.

Der Höwedes des Spiels: War Roman Neustädter, der den aktuell verletzten Kapitän, wie bereits zu Beginn der Hinrunde, in der Innenverteidigung ersetzte. Benedikt Höwedes wird dem Liga-Sechsten drei Monate wegen einer Sehnenverletzung im Oberschenkel fehlen. Neustädter war beim 1:1 und 1:3 mitbeteiligt, als er den Ball nicht konsequent genug geklärt hatte bzw. Ujah nicht unter Druck setzte. Im SPIX-Ranking von SPIEGEL ONLINE erreichte er einen eher schwachen Wert (67,83). Noch kann Manager Horst Heldt personell nachlegen. Am 1. Februar (18 Uhr) schließt das Winter-Transferfenster. Als mögliche Ersatzkandidaten für Höwedes gelten Carlos Zambrano (Eintracht Frankfurt), Kevin Wimmer (Tottenham Hotspur) und Serdar Tasci (Spartak Moskau).

Ex-Bremer des Spiels: Franco Di Santo, 76 Minuten auf der Bank, dann eingewechselt und ohne Abschlussmöglichkeit. Bislang erzielte der Argentinier erst einen Treffer für "Königsblau" und (ausgerechnet) im Duell mit dem ehemaligen Verein stahl ihm sein Nachfolger die Show.

Bremen-Torschütze Pizarro: Mit Stefan Kuntz gleichgezogen
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Bremen-Torschütze Pizarro: Mit Stefan Kuntz gleichgezogen

Routinier des Spiels I: Pizarro. War immer anspielbar, hielt die Bälle und drehte die Partie zum 2:1. Es war das 179. Bundesligator des Peruaners, der dadurch in der ewigen Torschützenliste mit Stefan Kuntz gleichzog (Platz sechs). Der 53-Jährige Kuntz benötigte dafür 449 Partien, Pizarro 397. Im Sommer endet sein Vertrag in Bremen.

Routinier des Spiels II: Fritz. War hinten solide, aber in der Offensive genial, und mit zwei Assists und einem Treffer der Matchwinner des Abends. Besonders die Vorbereitung zum 3:1 war ansehnlich: Übersteiger, Tempoverschärfung, Flanke - Tor. Nach der Saison wird der 35-Jährige seine Karriere beenden. Schade.

Pechvogel des Spiels: Philipp Bargfrede, musste in der 40. Minute wegen Achillessehnenbeschwerden ausgewechselt werden. Bereits vor der Partie gab es Bedenken über seinen Gesundheitszustand. Ob es sich bei der Auswechslung um eine vorsorgliche Maßnahme handelte oder doch wieder etwas kaputt ist, stand unmittelbar nach der Partie nicht fest. Es wäre jedoch eine weitere Verletzung in der langen Krankenakte von Bargfrede: zahlreiche Knie-Operationen, Beschwerden am Fußgelenk, Prellungen.

Erkenntnis des Spiels: Bremen lässt zwei Serien reißen (siehe Ausgangslage). Folgerichtig sangen die Fans in den Schlussminuten: "Gegen Bremen kann man mal verlieren." Und Schalke? Tja, selbst der ungeliebte Trainer Roberto di Matteo hatte nach dem 18. Spieltag in der Saison 2014/2015 mehr Punkte (30) als André Breitenreiter aktuell (27).

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insgesamt 10 Beiträge
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verbal_akrobat 24.01.2016
1. Carlos Zambrano
steht momentan nicht zur Disposition, AUS.
jan07 24.01.2016
2.
Tja, Schalke... Bleibt dieses Jahr wohl nur graues Mittelmaß!
h.schulte-wien 24.01.2016
3. Oh wie ist das schön...
....ein schöner Montag wird es morgen, die blau-weißen Kollegen lamentieren zu hören. Der Breitenreiter sollte nicht versuchen die wahre Borussia als Maßstab zu sehen, sowas geht in GE garantiert nicht auch wenn die davon heimlich träumen. SgG.
Teigkonaut 24.01.2016
4. Willkommen in der Realität
liebe Schalker! Träume von der CL könnt ihr getrost ad acta legen. Wenn es sehr gut läuft wird es am 34. Spielag die EL. Wetten würde ich nicht darauf.
briancornway 24.01.2016
5. Fifty shades of graue Maus
Zitat von jan07Tja, Schalke... Bleibt dieses Jahr wohl nur graues Mittelmaß!
Das habe ich schon oft gedacht, aber dann spielten sie sich plötzlich wieder glänzend in die internationalen Wettbewerbe. Schalkes Spiel heute war ja auch lange große Klasse, und dann ging alles schief. Das passiert auch den Besten. Irgendwie ein unberechenbarer Verein ... die Fans haben sicher schon jede denkbare Emotion durchlebt.
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