Vorwurf der Terrorpropaganda Ehemaligem St.-Pauli-Profi drohen fünf Jahre Haft

Friedensbotschaft oder Terrorpropaganda? Deniz Naki muss sich wegen eines Facebook-Posts vor Gericht verantworten: Die türkische Staatsanwaltschaft erhebt gegen den früheren Spieler des FC St. Pauli Anklage.

Fußballer Naki (Aufnahme von 2009)
DPA

Fußballer Naki (Aufnahme von 2009)


Die türkische Staatsanwaltschaft hat gegen den Fußballprofi Deniz Naki wegen Terrorpropaganda Anklage erhoben. Dem früheren Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn drohten bis zu fünf Jahre Haft, meldete die Nachrichtenagentur Dogan unter Berufung auf die Anklageschrift.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass Naki in sieben Fällen auf Twitter und Facebook Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gemacht habe. Dem Bericht zufolge wies der 27-Jährige die Vorwürfe zurück und erklärte, er habe Friedensbotschaften verbreiten wollen.

Wegen angeblicher Propaganda war der Profi kurdischer Abstammung vom türkischen Fußballverband bereits für zwölf Spiele gesperrt worden. Der Verband warf ihm "ideologische Propaganda" und "unsportliche Äußerungen" vor. Neben der Sperre wurde Naki auch zu einer Geldstrafe von 19.500 Türkischen Lira (rund 6000 Euro) verurteilt.

Auslöser war ein Facebook-Eintrag Nakis. Nachdem sein Verein Amed SK sensationell im Pokal gegen den Erstligisten Bursaspor gewonnen hatte, schrieb Naki unter anderem, der Sieg sei denen gewidmet, "die bei den Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden". Der Verein ist in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir beheimatet.

luk/dpa



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