Oberlandesgericht Hamm: Fußballer müssen für rüde Fouls haften

Fouls beim Fußball können von nun an auch zivilrechtliche Folgen haben. Das Oberlandesgericht Hamm gab damit einem ehemaligen Amateurkicker recht, der nach einem schweren Foulspiel seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Foulspiel zwischen Hertha und Union: Kann ab jetzt zivilrechtliche Folgen haben Zur Großansicht
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Foulspiel zwischen Hertha und Union: Kann ab jetzt zivilrechtliche Folgen haben

Hamburg - Der Fußballplatz ist kein rechtsfreier Raum: Zukünftig können Fußballer für rüde Foulspiele mit Verletzungsfolgen zivilrechtlich haftbar gemacht werden. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte ein früheres Urteil des Dortmunder Landgerichts.

Im konkreten Fall ging es um ein Punktspiel der Dortmunder Kreisliga A3 vom 18. April 2010. Damals erlitt ein Spieler nach einem groben Foulspiel eine schwere Knieverletzung und konnte daraufhin seinen Maler-Beruf nicht mehr ausüben. Der gefoulte Spieler zog daraufhin vor Gericht und forderte Schadensersatz und Schmerzensgeld von seinem Gegenspieler.

Das Oberlandesgericht hat die Verurteilung des Beklagten nun bestätigt. Er muss Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro zahlen. Ein Fußballer hafte zwar nicht, wenn er seinen Gegenspieler "bei regelgerechter und dem Fairnessgebot entsprechender Spielweise verletze", hieß es in dem Urteil.

Im vorliegenden Fall aber "hafte der Beklagte, weil er unter Verstoß gegen die DFB-Fußballregel Nr. 12 rücksichtslos gehandelt habe". Er habe den zur Verletzung des Klägers führenden Zweikampf ohne jede Rücksicht auf die Gefahr und die Folgen seines Einsteigens für den Gegner geführt.

fre/sid

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insgesamt 148 Beiträge
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1. find ich gut
derdingens 26.11.2012
Angesichts der Brutalität, die mitunter auf dem Platz zu sehen ist, ist so ein Urteil lange überfällig. Ich hoffe das hat auch in weiteren Instanzen Bestand ...
2.
matthes schwalbe 26.11.2012
Gutes Urteil! Hoffentlich trägt es auch zur allgemeinen Beruhigung bei. Nabend Kloppo ;)
3. Notbremse?
meinmein 26.11.2012
Dann war's das wohl mit taktischen Fouls. Ein Foul wird praktisch immer dann eingesetzt, wenn sonst ein Tor unvermeidlich ist. Welcher Trainer kann das nun noch von seinen Spielern verlangen, wenn dem eine Zivilklage droht?
4. Oha
lestat1804 26.11.2012
Was für ein krasses Urteil!!! Bin js mal gespannt wie sich das in der Zukunft auf die Spielweise auswirken wird! Aber im Prinzip ist es schon wichtig, denn wenn ein Spieler die Verletzung eines Gegners in Kauf nimmt, ist das in meinen Augen eh schwere Körperverletzung! Und das noch mit Vorsatz! Ist ein gutes und richtiges Zeichen!
5. Sag das den Spezis
braamsery 26.11.2012
und der Pepe tritt im Gericht den Richter auch noch um. Den kann man doch im Laufe einer Saison für mehrere solcher Fouls direkt vom Fussball freistellen bei den Ausrastern die der sich leistet.
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