Fußballerfamilien Warum Beckenbauer junior München verließ

Stefan Beckenbauer war genervt: Der Sohn von Kaiser Franz begründete seinen Weggang aus München damit, dass er seinen Vater nicht mehr sehen konnte. Dino Toppmöller hingegen war stolz auf seinen Namen. Das Magazin "11 Freunde" hat die besten Anekdoten über Fußballerfamilien gesammelt.


Dies ist der zweite Teil der "11 Freunde"-Serie über Fußballerfamilien. Für den vorangegangenen Teil klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link.

Brüder müssen damit leben, dass ständig die Frage gestellt wird, wer denn von beiden eigentlich der erfolgreichere sei. Oft ist das einfach zu beantworten, bei Christoph und Malte Metzelder, bei Kevin und Kenny Kuranyi, bei Karl und Ralf Allgöwer. Mitunter jedoch marschieren Geschwister beinahe im Gleichschritt in Richtung Erfolg. So wie Karl-Heinz und Bernd Förster, die es vom Stammverein TSV Bad Unterschwarzach gemeinsam bis in die Nationalmannschaft schafften und 1980 Europameister wurden.

Kaum eine Familie hat so viele Kicker im Profifußball untergebracht wie die Seedorf-Dynastie. Allen voran natürlich Clarence Seedorf, der einzige Spieler, der die Champions League gleich mit drei verschiedenen Teams gewann. Da mühte sich Chedric (Olympique Croix-de-Savoie) vergeblich um den Sprung aus dem Schatten des Bruders, ebenso wie der ehemalige U-18-Nationalspieler Jürgen Seedorf. Nicht zu vergessen Nesthäkchen Rhamlee, derzeit bei DWS Amsterdam. Immerhin, Vater Johann behält den Überblick und managt alle Söhne. Und den Neffen Stefano (FC Den Bosch) gleich mit.

Ganz der Vater. Auf solche Komplimente reagieren Söhne in der Regel etwas reserviert. Nicht so Dino Toppmöller, der freudig bekundete, er sei "stolz, Toppmöller zu heißen", und er wolle "später nicht sagen müssen, ich konnte Vater nie das Wasser reichen". Papa Klaus hatte für den beruflichen Erfolg des Sohnes zuvor einiges getan, ihn nicht nur beim 1. FC Saarbrücken trainiert, sondern 1993 auch sehr offensiv Dinos Wechsel zum VfL Bochum betrieben. Mittlerweile kickt Dino beim FC Augsburg und könnte nun mal seinem Vater einen Job besorgen.

Erfrischend ehrlich antwortete Stefan Beckenbauer, durchaus talentierter Sohn des Kaisers Franz, auf die Frage nach den Gründen für seinen Wechsel nach zwei unerfreulichen Jahren beim FC Bayern zum Lokalrivalen TSV 1860: "Ich konnte meinen Vater nicht mehr sehen!"

Sicher arbeitet Bernardo Bertolucci schon an einem Projekt über die Maldinis. Keine Famiglia prägte die Serie A so wie sie. Cesare war Nationalspieler, wurde mit dem AC Milan vielfacher Meister und gewann 1963 den Landesmeisterpokal. Später arbeitete er als italienischer und paraguayischer Nationalcoach. Sein Ruhm wurde allerdings noch überstrahlt von Sohn Paolo, der neben zahllosen nationalen Trophäen achtmal im Landesmeister-Finale stand und den Cup fünfmal gewann. Und nun? Ist Paolos Sohn Christian Maldini dran, der als Zehnjähriger seinen ersten Kontrakt beim AC Milan unterschrieb.



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