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27. Februar 2013, 16:06 Uhr

Fankultur

Fußballfans wehren sich gegen NPD-Papier

Beifall von der falschen Seite: Fan-Organisationen haben jegliche Unterstützung durch die rechtsextreme NPD mit aller Deutlichkeit abgelehnt. Die Partei hatte sich solidarisch mit dem Fanprotest gegen das Sicherheitskonzept der DFL erklärt.

Hamburg - Die Fußballfanorganisation ProFans und die beiden thüringischen Clubs FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß Erfurt wehren sich gegen ein Solidaritätsschreiben der rechtsextremen Partei NPD. "Dass sich die NPD an unseren Themen und Forderungen bedient, ist für uns absolut nicht hinnehmbar", sagte Jakob Falk von ProFans. "Eine lebendige und vielfältige Fankultur hat keinen Platz für Nazis und Rassisten."

Der Unmut des Fansprechers richtet sich gegen ein der Nachrichtenagentur dpa vorliegendes Schreiben der Thüringer NPD mit dem Titel "Sport frei! Politik raus dem Stadion", das Parteimitglieder in der vergangenen Woche an Fanprojekt- und Fanvertreter des Drittligisten Erfurt und des Regionallisten Jena geschickt hatten. Darin nimmt die NPD Bezug auf die Debatte zum DFL-Sicherheitspapier und lehnt unter anderem die Videoüberwachung im Stadion oder die Abschaffung von Stehplätzen ab.

In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu rechtsextremistischen Versuchen der Einflussnahme auf die Fankurven gekommen. In Dortmund etwa waren im Fanblock Banner mit rechter Gesinnung gehisst worden, die sich solidarisch mit dem NWDO, dem Nationalen Widerstand Dortmund, erklärt hatten.

aha/dpa

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