Von Jan Reschke
Hamburg - Es ist vollbracht! Deutschland ist nach einem 6:2 (3:1)-Erfolg gegen Österreich für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine 2012 qualifiziert. Dank der Treffer von Miroslav Klose, Mesut Özil und Lukas Podolski war die Partie trotz des Gegentreffers von Marko Arnautovic schon nach der ersten Halbzeit so gut wie entschieden. Bundestrainer Joachim Löw verlebte einen entspannten Abend und sah in der zweiten Hälfte einen weiteren Treffer von Özil sowie von André Schürrle und Mario Götze, allerdings auch noch ein Gegentor von Martin Harnik.
Deutschland, daran hatte es vor dem Spiel keinen Zweifel gegeben, war der große Favorit. Sieben Mal war die DFB-Elf in der Qualifikation zur EM 2012 bis dahin angetreten. Und hatte sieben Mal das Feld als Sieger verlassen.
Löw hatte in der Startaufstellung auf die offensiven Mittelfeldspieler Mario Götze und André Schürrle verzichtet - trotz deren bestechender Leistungen beim 3:2-Testspielsieg gegen Brasilien. Auch Per Mertesacker spielte nicht von Beginn an. Dafür liefen Mats Hummels und Holger Badstuber in der Innenverteidigung auf.
Vielmehr waren es die Österreicher, die in der sechsten Minute zum ersten Mal für Aufregung sorgten: Eine scharfe Hereingabe konnte Hummels aber gerade noch vor dem einschussbereiten Martin Harnik abwehren.
Doch davon ließ sich die deutsche Mannschaft nicht beeindrucken. Im Gegenteil. Nach einer missglückten Kopfballabwehr von Emanuel Pogatetz landete der Ball bei Özil, der zog von der Strafraumgrenze ab, Stürmer Klose gab dem Ball noch eine kleine Richtungsänderung - 1:0 (9.). Optimaler Start für Deutschland.
Özil trifft nach Zuspiel von Klose
Und es wurde immer besser: In der 23. Minute trat Özil im Mittelfeld an, kam nach einem Doppelpass mit Klose wieder an den Ball, umspielte Keeper Christian Gratzei und versenkte anschließend den Ball im leeren Tor zum 2:0.
Deutschland blieb überlegen, ein Schuss von Müller landete aber in den Armen von Gratzei (27.). Es sollte aber nur eine Minute länger dauern, da erzielte Podolski schon den nächsten Treffer. Innenverteidiger Badstuber hatte sich mit in den Angriff gewagt und Podolski im Strafraum angespielt. Der zog direkt ab und traf in die rechte Ecke.
Österreich war bis zu diesem Zeitpunkt kaum in Erscheinung getreten. Einige zaghafte Schussversuche landeten meist neben dem Tor. Doch vier Minuten vor der Halbzeitpause kam Arnautovic nach einer Flanke von Florian Klein zum Kopfball und traf zum 1:3. Podolskis Schuss in der 45. Minute parierte Torwart Gratzei hingegen knapp über die Latte.
Deutsche Abwehr nachlässig
In der zweiten Halbzeit wechselte Löw Benedikt Höwedes aus und brachte dafür Jérôme Boateng. An der deutschen Überlegenheit änderte das aber nichts. Es waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, da traf Özil zum 4:1 nach einem Konter.
Allerdings fühlte sich die DFB-Elf offenbar zu sicher und agierte in der Abwehr nachlässig. Harnik nutzte dies und verkürzte nach Zuspiel von Arnautovic wenig später auf 4:2 (51.). Podolski hätte im Anschluss mit einem Volleyschuss fast den alten Abstand wieder hergestellt, doch Gratzei hielt. So auch bei Boatengs (62.) und Özils (66.) Versuchen.
Im Anschluss verlief die Partie etwas ruhiger. Bundestrainer Löw brachte Schürrle für Podolski. In der Schlussphase der Partie wurde Österreich stärker, allerdings ohne für echte Gefahr vor dem deutschen Tor zu sorgen. Die DFB-Elf kam nur noch selten in den gegnerischen Strafraum, eine von diesen Situationen nutzte aber Schürrle zum 5:2 (84.).
Auch Götze kam im Tausch mit Kroos noch zu seinem Einsatz (85.). Löw bewies damit ein gutes Gespür: Wie schon zuvor der eingewechselte Schürrle traf auch Götze nach einer Vorarbeit von Müller zum 6:2-Endstand (88.).
Deutschland - Österreich 6:2 (3:1)
1:0 Klose (8.)
2:0 Özil (23.)
3:0 Podolski (28.)
3:1 M. Arnautovic (42.)
4:1 Özil (47.)
4:2 Harnik (51.)
5:2 Schürrle (84.)
6:2 Götze (89.)
Deutschland: Neuer - Höwedes (46. J. Boateng), M. Hummels, Badstuber, Lahm - B. Schweinsteiger, T. Kroos (85. Götze) - T. Müller, Özil, Podolski (74. Schürrle) - M. Klose
Österreich: Gratzei - Klein, Schiemer, Pogatetz, C. Fuchs - Ekrem Dag, Ju. Baumgartlinger, Alaba, Royer (73. Hoffer) - Harnik, M. Arnautovic. Trainer: Dietmar Constantini
Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Italien)
Zuschauer: 53.313
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