Von Christian Paul, Birger Hamann, Lukas Rilke und Tim Röhn
Los geht es mit dem hochroten Kopf. Wenn Uli Hoeneß seine Augen weit aufreißt, Luft holt und das Blut in Richtung Stirn schießt, ist es wieder Zeit für den nächsten Wutausbruch. Kein anderer im deutschen Fußball rastet so herrlich aus wie der frühere Manager und heutige Präsident des FC Bayern. Niemand sonst polarisiert so sehr wie er. Und niemand war jemals so erfolgreich wie Hoeneß. Am Donnerstag feiert er seinen 60. Geburtstag.
"Ich genieße mein Leben in vollen Zügen", sagt Hoeneß, der zunächst nur im kleinen Kreis, mit Freunden und Familie, feiern wird. Erst am 13. Januar, wenn der Bayern-Tross aus dem Trainingslager in Katar zurückgekehrt ist, wird es eine große Feier in München geben. Es wird eine Party für den erfolgreichsten Titelsammler unter den deutschen Fußballfunktionären (19 Mal Meister, zehn Pokalsiege und ein Triumph in der Champions League), der den umsatzstärksten Verein der Liga auch heute noch prägt. Hoeneß ist der FC Bayern, der FC Bayern ist Hoeneß.
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Hoeneß, der Choleriker, kann auch anders. 1991 beschaffte er dem alkoholkranken Ex-Bayern-Stürmer Gerd Müller einen Job im Verein. 2003 wurde auf seine Veranlassung hin ein Freundschaftsspiel gegen den FC St. Pauli ausgetragen, um den Hamburger Club vor dem Ruin zu retten. Bevor Sebastian Deisler 2007 wegen Burnouts seinen Rücktritt verkündete, hatte Hoeneß lange mit ihm über dessen Probleme gesprochen.
Vorsatz: Ein paar Kilo abnehmen
Hoeneß schafft es, dass ihn auch die Fans der Konkurrenz respektieren. Vielleicht mögen sie ihn sogar, wegen seiner Geradlinigkeit, seiner Leidenschaft - oder seiner Würstchen aus der eigenen Fabrik. Für eine amerikanische Fast-Food-Kette kalauert er sich derzeit mit Starkoch Alfons Schuhbeck durch Fernsehspots, in denen er dessen Hamburger-Kreationen kritisiert ("Ich hätte da gern ein paar von meinen Würsten drauf"). Sein Vorsatz fürs neue Jahr lautet, ein paar Kilo abzunehmen.
Trotzdem sei er "ein zufriedener Mensch". Der "Welt am Sonntag" sagte er: "Hätte mir jemand als 18-Jähriger eine Karte gegeben und gesagt: Male drauf, was du dir für dein Leben so vorstellst, dann hätte ich es so gemalt, wie es war." Nichts Negatives? "Manchmal bin ich übers Ziel hinausgeschossen."
Über seine Ehefrau Susi, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist, sagte er einmal: "Ich weiß, dass ich das, was ich bin, nie ohne meine Frau geworden wäre." Mit ihr hat er außer Sohn Florian noch Tochter Sabine. Sie werden ihren Vater auch künftig am besten auf dem Handy erreichen. Denn ans Aufhören denkt Hoeneß noch lange nicht. "Ich gehe gerne zur Arbeit". Jeder, der den Fußball mag, wird das gerne hören.
Tore, Titel, Temperament: Die Karriere von Uli Hoeneß in Bildern.
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