Geheime US-Depesche: Iranischer Geheimdienst soll Nationalspieler bespitzelt haben

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll das Nationalteam des Landes für seine Zwecke instrumentalisiert haben. Das berichteten laut SPIEGEL US-Diplomaten in einer vertraulichen Depesche. Zudem soll er in die Entlassung von Nationaltrainer Ali Daei involviert gewesen sein.

Nationalspieler Karimi (r.): Präsident Ahmadinedschad ließ Suspendierung aufhebenZur Großansicht
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Nationalspieler Karimi (r.): Präsident Ahmadinedschad ließ Suspendierung aufheben

Hamburg - Der iranische Geheimdienst soll Dossiers über die bedeutendsten Fußballer des Landes angelegt haben. Dies berichteten US-Diplomaten im Juni 2009 in einer vertraulichen Depesche an das US-Außenministerium in Washington.

Nach ihrer Einschätzung würden die meisten iranischen Nationalspieler "privat die Reformkräfte unterstützen", seien aber "vorsichtig, um keine politischen Grenzlinien zu überschreiten".

In dem Bericht, der in der US-Botschaft in Abu Dhabi verfasst wurde, beschreiben die Analysten detailliert, wie Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach ihren Erkenntnissen die Popularität des Nationalteams für seine politischen Zwecke instrumentalisiert und wie er sich in Teambelange einmischt.

So soll der Staatspräsident im Juni 2008 "erfolgreich den Verband unter Druck gesetzt" haben, um die Suspendierung des früheren FC-Bayern-Profis Ali Karimi rückgängig zu machen. Bei einem WM-Qualifikationsspiel in Südkorea im vergangenen Jahr waren unter anderem die Bundesliga-Profis Mehdi Mahdavikia und Vahid Hashemian sowie Karimi mit grünen Armbändern aufgelaufen und bekannten sich so zu Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi. Die Spieler wurden daraufhin zunächst auf Lebenszeit suspendiert.

Ahmadinedschad soll zudem nach einer Niederlage gegen Saudi-Arabien im März 2009 "persönlich in die Entlassung des Trainers Ali Daei involviert" gewesen sein. Das iranische Regime sei von der Sorge getrieben, dass "öffentlicher Unmut" nach Niederlagen des Nationalteams "zunehmend aufgeheizte politische Demonstrationen befeuern" könnte.

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insgesamt 3 Beiträge
anon11 18.12.2010
Vom Iran erwartet man das ja, wo soll da der Skandal sein? Anderr Terrorstaaten beeinflussen sogar Regierungen, damit die eigenen Entführer und Folterer Unschuldiger noch in die USA zurückkehren können.
Zitat von sysopIrans Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll das Nationalteam des Landes*für seine Zwecke instrumentalisiert haben.*Das berichteten laut SPIEGEL*US-Diplomaten in einer vertraulichen Depesche. Zudem soll er bei der Entlassung von Nationaltrainer Ali Daei involviert gewesen sein. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,735330,00.html
Vom Iran erwartet man das ja, wo soll da der Skandal sein? Anderr Terrorstaaten beeinflussen sogar Regierungen, damit die eigenen Entführer und Folterer Unschuldiger noch in die USA zurückkehren können.
bambule_ 18.12.2010
Mein iranischer Freund hat vor einigen Jahren an einer Demo gegen das Regime im Iran teilgenommen. Anfang 2010 war er wieder in der Heimat um der Beerdigung seines Onkels beizuwohnen. Bereits am Flughafen warteten [...]
Mein iranischer Freund hat vor einigen Jahren an einer Demo gegen das Regime im Iran teilgenommen. Anfang 2010 war er wieder in der Heimat um der Beerdigung seines Onkels beizuwohnen. Bereits am Flughafen warteten Geiheimdienstleute und führten ihn ab. Sechs Wochen war inhaftiert. Man hat die Demo heimlich gefilmt und ihn mit den Aufnahmen konfrontiert. Er wurde geschlagen und beschimpft. Zum Glück musste er nicht in die Folterkammer, aus der stets markerschütternde Schreie zu hören waren. Nach sechs Wochen Haft wurde er wortlos entlassen. Er hat sowohl die iranische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft, weshalb sich die deutsche Botschaft auch nicht um ihn kümmern wird. So viel zum Thema doppelte Staatsbürgerschaft. Gibt es noch Neider?
prospektor 18.12.2010
"So soll der Staatspräsident im Juni 2008 "erfolgreich den Verband unter Druck gesetzt" haben, um die Suspendierung des früheren FC-Bayern-Profis Ali Karimi rückgängig zu machen. Bei einem WM-Qualifikationsspiel in [...]
"So soll der Staatspräsident im Juni 2008 "erfolgreich den Verband unter Druck gesetzt" haben, um die Suspendierung des früheren FC-Bayern-Profis Ali Karimi rückgängig zu machen. Bei einem WM-Qualifikationsspiel in Südkorea im vergangenen Jahr waren unter anderem die Bundesliga-Profis Mehdi Mahdavikia und Vahid Hashemian sowie Karimi mit grünen Armbändern aufgelaufen und bekannten sich so zu Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi. Die Spieler wurden daraufhin zunächst auf Lebenszeit suspendiert." Naja, aber dieser Druck ist dann doch eher positiv zu werten, oder? Erst wird Karimi für seine politische Überzeugung gesperrt (die allerdings auf dem Spielfeld wirklich nichts zu suchen hat), und "Ahmi" sorgt dafür, daß dessen Suspendierung rückgängig gemacht wird. Alles für den Fußball :)
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  • Samstag, 18.12.2010 – 10:40 Uhr
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