Mögliche Regeländerung im Fußball Fifa testet Gelbe Karte für Trainer

Was tun, wenn sich ein Coach danebenbenimmt? Bislang bleibt Schiedsrichtern dann der Platzverweis. Womöglich kommt bald eine neue Variante hinzu.

Christian Streich (links), Tobias Stieler
AFP

Christian Streich (links), Tobias Stieler


Es war der Aufreger des Bundesliga-Spieltags: Freiburgs Coach Christian Streich protestierte im Spiel gegen Schalke gegen den Platzverweis seines Kapitäns Nils Petersen derart heftig, dass er vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt wurde.

Dass Fußballtrainer sich über Entscheidungen mindestens ebenso echauffieren können wie ihre Spieler, ist nicht erst seit dem vergangenen Wochenende klar. Geht das allerdings zu weit, bleibt den Unparteiischen bislang nur die Möglichkeit des Platzverweises, wenn er einen Trainer sanktionieren will - so wie nun im Fall Streich. Bald könnte eine weitere Konsequenz hinzukommen.

Der Vizegeneralsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa, Zvonimir Boban, sagte der "Sport Bild", dass die Fifa derzeit Regelneuerungen teste, darunter die Gelbe Karte für Trainer. "Bislang werden Trainer vom Schiedsrichter bei Fehlverhalten sofort auf die Tribüne geschickt. Durch die Gelbe Karte bekommt der Trainer die Information, dass er sich zusammenreißen muss, sonst ist er beim nächsten Mal fällig", wird Boban zitiert. Getestet werde die Neuerung zunächst bei Jugend-Turnieren. Das ist so üblich, wenn das für Regeln zuständige International Football Association Board (Ifab) der Fifa Neuerungen ausprobiert.

Zwei weitere Regelanpassungen stünden ebenfalls auf dem Prüfstand:

  • Der Torhüter muss den Ball beim Abstoß nicht mehr aus dem Strafraum spielen, sondern kann auch darin einen Teamkollegen anspielen.
  • Spieler, die ausgewechselt werden, können vom Referee angewiesen werden, das Feld nicht wie bisher auf Höhe der Mittellinie, sondern an jeder Stelle zu verlassen. "Spieler, die ausgewechselt werden, verlassen den Platz oft sehr langsam, täuschen Probleme vor, um Zeit zu schinden und den Rhythmus des Gegners zu stören, bis sie auf Höhe der Mittellinie vom Platz gehen", sagte Boban. Dem könnte so entgegengewirkt werden.

ngo/sid



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
crazy_swayze 04.04.2018
1. Rot für Täuschung
Erst einmal muss es die rote Karte für Täuschungsmanöver geben. Ich halte es eigentlich auch für gut, dass Trainer direkt fliegen, wenn sie sich danebenbenehmen. An ihnen muss ein höherer Maßstab gelegt werden.
olorin2 04.04.2018
2. Rot für Schiedsrichter
Und wer ist für rot und gelb für unfähige Schiedsrichter. Häufig ist der Schiri doch der einzige unprofessionelle Mann auf dem Platz, Frauen sind bedauerlicherweise ja noch eine Seltenheit obwohl vermutlich, da weniger selbstherrlich, besser geeignet.
Anna156464641156 04.04.2018
3.
Ich finde gelb für den Trainer zieht zu sehr den Fokus auf diesen. Es sind immer noch die 11 Spieler auf dem Platz die kicken. Die Abstoß Anpassung halte ich hingegen für Sinnvoll. Und beim Zeit schinden habe ich bis zum heutigen Tag nicht verstanden wieso man die Zeit nicht Stoppt. Es ist doch eh ein vierter Offizieller da. Und Sportarten die weit weniger populär und mit weniger Geld ausgestattet sind (z.B. Wasserball oder Football) bekommen das auch im Amateurbereich in unteren Liegen hin.
Schlops 04.04.2018
4. 5x -> Ein Spiel Sperre?
Da fehlt eine Information: Gibt es dann nach der fünften gelben Karte auch automatisch ein Spiel Sperre? Sonst ist das ja alles witzlos...
lesheinen 04.04.2018
5.
Ich habe beim Zusehen bei einem Disput zwischen Trainer und Schiedsrichter in den meisten Fällen den Eindruck, dass letzterer erst mal mit dem Verweis auf die Tribüne droht, bevor er ihn ausspricht. Was stellt dieser verbale Hinweis anderes dar als eine gelbe Karte? Bei internationalen Spielen kann eine gelbe Karte wegen der Sprachunterschiede hilfreich sein. Aber im oben geschilderten Fall gehe ich davon aus, dass sowohl der Schiedsrichter als auch der Trainer keine sprachlichen Barrieren zu überwinden hatten. Im übrigen frage ich mich, was der Schiedsrichter in der Nähe des Herrn Streich zu suchen hatte. Falls dieser keine Verbalinjurien von sich gegeben hat (auch nicht gegenüber dem Assistenten), hätte der Schiedsrichter das Rumpelstilzchen an der Seitenlinie ignorieren sollen. Falls doch, dann raus mit ihm.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.