Geldstrafe für St. Pauli: DFB-Beobachter verwechselt "Naki"- mit "Nazi"-Rufen

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Das brisante Nordduell beim Erzrivalen Hansa Rostock hat jetzt auch für St. Pauli ein finanzielles Nachspiel. Weil ein DFB-Beobachter sich offenbar verhört hat, soll der Verein eine Geldstrafe für das Fehlverhalten seiner Fans zahlen.

St. Paulis Publikumsliebling Naki: Böse Verwechslung in Rostock Zur Großansicht
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St. Paulis Publikumsliebling Naki: Böse Verwechslung in Rostock

Hamburg - Es ist eine dieser Fußball-Unarten in deutschen Stadien, die mittlerweile salonfähig geworden ist. Wenn der Stadionsprecher die Vornamen der gegnerischen Mannschaft verliest und eine theatralische Pause lässt, damit die eigenen Fans den Nachnamen ihrer Lieblinge zwecks Motivationssteigerung rufen können, brüllen die Anhänger der Gegner bei jedem Namen "Arschloch". So weit, so unkreativ.

Seit Anfang der Neunziger Jahre ist diese Form der Beschimpfung beim FC St. Pauli untersagt. Der Methode wird sich am Millerntor und auch auswärts allerdings immer noch gerne bedient, um den Gegner zu veralbern. So wie beim Auftritt der Hamburger bei Hansa Rostock vor zwei Wochen. Dort riefen die Fans der Gäste beim Verlesen der Hansa-Startelf durch den Stadionsprecher nach jedem Vornamen "Naki".

Der Publikumsliebling der Hamburger hatte beim Sieg des FC St. Pauli in der Saison 2008/2009 beim FC Hansa den 2:0-Endstand erzielt. Daraufhin war er an den Rostock-Fans vorbeigelaufen und hatte den Sensemann gemacht, indem er mit seiner Hand das Kehledurchschneiden simulierte. Nach dem Spiel hatte der Außenstürmer zudem demonstrativ eine St. Pauli-Fahne in den Rasen der Rostocker Arena gerammt.

Das brachte Naki nicht nur Kultstatus bei den Anhängern der Braun-Weißen ein, sondern auch eine Drei-Spiele-Sperre seitens des DFB-Sportgerichts. Das alles scheint der DFB-Beobachter, der vor zwei Wochen beim Duell der beiden Erzrivalen auf der Tribüne saß, nicht gewusst zu haben. Nach einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" vermerkte er die "Naki"-Rufe als "Nazi"-Rufe. Dies soll laut dem Bericht einer der Gründe sein, warum der FC St. Pauli nun 20.000 Euro Strafe für das Fehlverhalten seiner Fans zahlen soll.

Beim FC St. Pauli wollte man sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht zu dem Bericht äußeren. Der DFB war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zuvor hatte der DFB-Kontrollausschuss bereits ein Geisterspiel für den FC Hansa gefordert. Dessen Fans hatten kurz vor der Halbzeit Leuchtkugeln in den Block der St. Pauli-Fans geschossen. Der Verein kündigte an, eine solche Bestrafung nicht hinnehmen zu wollen.

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