Gewerkschaftsprotest Gericht weist Klage gegen Katar-WM ab

Die Fifa hat eine Klage von Gewerkschaftern gegen die WM 2022 in Katar schadlos überstanden. Das Handelsgericht Zürich wies das Anliegen zurück, die Fifa wegen der Menschenrechtsverletzungen in dem Emirat zu belangen.

Protest gegen die WM in Katar in Zürich 2015
DPA

Protest gegen die WM in Katar in Zürich 2015


Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat eine Klage gegen den Fußball-Weltverband Fifa bezüglich der WM 2022 in Katar abgewiesen. Die niederländische Gewerkschaft FNV, die bangladeschische Gewerkschaftsunion BFTUC und Bau- und Holzarbeitergewerkschaft sowie eine Privatperson waren wegen "angeblich unerlaubter Handlungen und Haftung der Fifa für Menschenrechtsverletzungen" im WM-Gastgeberland Katar vor Gericht gezogen.

Eine Klage von drei internationalen Gewerkschaftsverbänden sei "aus formellen Gründen" unzulässig, hielt das Handelsgericht in seiner Mitteilung fest. Das Gericht sei für "geschäftliche Tätigkeiten" zuständig - was die Gewerkschaften von der Fifa forderten, habe damit aber nichts zu tun, hieß es unter anderem.

Das Gericht beschäftigte sich deshalb gar nicht inhaltlich mit der Frage, ob Arbeiter aus Bangladesch in Katar "Sklavenarbeit" verrichten müssten, wie es in der Klage hieß. Menschenrechtler haben die Lage der vielfach aus Bangladesch und Nepal stammenden Arbeiter auf den Baustellen für die WM-Austragungsorte 2022 scharf verurteilt. Die Gewerkschaften können gegen den Bescheid Berufung einlegen.

"Die Fifa nimmt die Problematik der Arbeitsbedingungen und der Menschenrechte im Zusammenhang mit der WM 2022 in Katar sehr ernst", teilte der Weltverband mit: "Die Fifa verfolgt die Lage sehr genau und wird, wie Präsident Gianni Infantino kürzlich deutlich gemacht hat, die katarischen Behörden weiterhin dazu anhalten, den Arbeitern sichere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu garantieren."

aha/sid/dpa



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