Fifa-Präsident Infantino Uefa zahlte eine Million Euro für Infantinos Wahlkampf

Die Uefa hat den Wahlkampf von Fifa-Präsident Gianni Infantino nach SPIEGEL-Informationen mit fast einer Million Euro unterstützt. Das Problem: Es lag nur eine Genehmigung für 500.000 Euro vor. Nun herrscht Verwirrung um die Rückzahlung.

Gianni Infantino
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Fifa-Chef Gianni Infantino, 47, droht Ärger mit dem europäischen Fußballverband Uefa, bei dem er bis Februar 2016 als Generalsekretär tätig war.

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Heft 28/2017
Vom dogmatischen Verzicht zum gesunden Genuss

Hintergrund sind Zahlungen für Infantinos Kampagne zur Wahl des Fifa-Präsidenten. Das Exekutivkomitee der Uefa hatte dem Italoschweizer eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 500.000 Euro zugesichert. Das Geld sei vor allem dazu da, "um die Kosten für meine Reisen um die Welt zu übernehmen und etwas logistische Unterstützung zu bieten", hatte Infantino damals mitgeteilt. Auch der Wahlkommission der Fifa gegenüber erklärte er eine Unterstützung in dieser Höhe. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Unter der Führung des im September 2016 gewählten Uefa-Präsidenten Aleksander Ceferin wurden Geldflüsse der Vergangenheit kontrolliert. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sei dabei herausgekommen, dass Kosten von weit mehr als 500.000 Euro für Infantino übernommen worden waren, ohne dass eine Genehmigung des Exekutivkomitees dafür vorgelegen hätte. Von insgesamt knapp einer Million ist die Rede. Ein Betrag von 250.000 Euro soll kurzerhand vom Uefa-Finanzkomitee abgesegnet worden sein, worauf die Zahlung des Restes basiert, ist unklar.

Möglicherweise, heißt es im Uefa-Hauptquartier, habe der Verband Infantino ohnehin noch Geld geschuldet, weil dieser seinen Urlaub vor seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten nicht in Anspruch genommen hatte. Ist dies der Fall, könnte das zu viel gezahlte Geld für die Kampagne damit verrechnet werden. Möglich ist allerdings auch, dass die Uefa Infantino auffordern wird, die Beträge zurückzuzahlen.

Infantino beantwortete Fragen des SPIEGEL zu den Zahlungen nicht. Er ließ lediglich mitteilen, die Finanzierung der Kampagne sei "in vollständiger Übereinstimmung mit allen relevanten Regularien" geschehen. Die Uefa teilte bereits Bekanntes mit: Das Exekutivkomitee habe zugestimmt, Ausgaben zu übernehmen. Die Frage, wie viel Geld die Uefa insgesamt an Infantino gezahlt hat, ignorierte der Verband.

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insgesamt 16 Beiträge
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oil-peak-fan 07.07.2017
1. Urlaub.
Wenn er seine fremdfinanzierte Kampagne bereits während seines Urlaubs begonnen hat, wüsste ich gern, ob er überhaupt Anspruch auf bezahlten Urlaub und Urlaubsgeld hat.
crazy_swayze 07.07.2017
2.
Infantino ist der Totengräber der FIFA. Wie konnte so jemand von der UEFA unterstützt werden, dem Heimatverband Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens? Haben die Großen denn hier gar nichts mehr zu sagen? Oder unterstützen sie das korrupte System auch?
hegoat 07.07.2017
3. Aufreger
Das Schlimme ist, dass sich über solche Nachrichten keiner mehr aufregt. Man kennt es ja schon zur Genüge. Wie ein Einbrecher, der mittlerweile in die hundertste Wohnung eingestiegen ist. Es interessiert keinen mehr. Die Taktik der Fußballmafia geht auf!
Grummelchen321 07.07.2017
4. Vor allem werden
diese Zahlungen und die ganze Korruption durch die Öffentlich Rechtlichen finanziert.Man muss ja unbedingt jedes Fußballspiel zeigen können.Jede andere Sportart geht dabei in der Berichterstattung unter.Abgesehen vom Wintersport.Genaue Zahlen was uns der Spaß kostet darf ja nicht veröffentlicht werden.
grommeck 07.07.2017
5. Kein Fußball mehr schauen,dann ist das korrupte
Völkchen in einem Jahr weg. Fertig. Das gleiche gilt für die anderen maßlosen Fußball Organisationen, inclusive Bundesliga und die Formel1. Wer dafür Geld ausgeben will soll es tun.
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