Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Gladbachs Remis bei Juventus: Gegrätscht, genervt, gepunktet

Von

AP/dpa

Sie warfen sich in jeden Schuss, ließen kaum Großchancen zu. Der Lohn für Borussia Mönchengladbach: Der erste Punktgewinn in der Champions League. Bei Gegner Juventus wirkten am Ende nicht nur die Spieler entnervt.

Ausgangslage: Borussia Mönchengladbach hat einen Lauf. Seit Trainer André Schubert übernommen hat, gab es vier Siege in fünf Spielen. Juventus Turin, Vorjahres-Finalist in der Champions League, steckt im Formtief, in der Liga steht Juve nur auf Platz 14. Es gab schon schlechtere Vorzeichen für eine positive Überraschung aus Sicht eines Bundesligisten.

Ergebnis: 0:0 - es ist der erste Punktgewinn für Gladbach in dieser Champions-League-Saison. Angesichts der Kräfteverhältnisse sollte man das als positive Überraschung gelten lassen.

Die erste Hälfte: Der erste und letzte gefährliche Abschluss der ersten Halbzeit gingen jeweils aufs Konto der Gladbacher, doch Raffael (8. Minute) und Álvaro Dominguez (37.) verfehlten das Tor. Dazwischen spielte vor allem Juve, das allein zwischen der 15. und der 31. Minute siebenmal zum Abschluss kam. Vor allem Álvaro Morata und Paul Pogba sorgten für Gefahr. Na ja, halbwegs zumindest.

Juve-Spieler Pogba: Leichte Gefahr fürs Gladbach-Tor Zur Großansicht
AP/dpa

Juve-Spieler Pogba: Leichte Gefahr fürs Gladbach-Tor

Statistik der ersten Hälfte: Zwölfmal schossen die Turiner aufs Gladbacher Tor, dreimal kamen die Gäste zum Abschluss. Klingt nach viel Arbeit für die Keeper. Stimmt aber nicht: Von diesen 15 Versuchen kam kein einziger aufs Tor.

Aufreger des Spiels: Die 41. Minute. Gladbachs Abwehrspieler Dominguez blickt nach rechts, dann nach links, er sucht nach einer Anspielstation im Spielaufbau. Dann stürmt Juve-Angreifer Morata los. Der Turiner zwingt seinen Gegenüber zum Ballverlust. Eine Sekunde später liegt Morata am Boden und Dominguez schaut flehentlich auf den Schiedsrichter. Der zeigt dem Borussen Gelb für das Foul; die Turiner fordern Rot, schließlich war Dominguez letzter Mann. Volle zwei Minuten vergehen, ehe der Freistoß ausgeführt werden kann, so außer sich sind die Italiener.

Juve-Angreifer Morata (Mitte), Gladbachs Dominguez (r.): "Da war doch nichts" Zur Großansicht
AFP

Juve-Angreifer Morata (Mitte), Gladbachs Dominguez (r.): "Da war doch nichts"

Die zweite Hälfte: Nach 48 Minuten und 36 Sekunden musste erstmals im Spiel ein Torwart einen Schuss parieren. Wirklich Mühe hatte Yann Sommer mit Pogbas Distanzschuss aber nicht. Juve wirkte noch dominanter als vor der Pause, denn Gladbach kam anders als in der ersten Halbzeit kaum mehr zu entlastenden Angriffen und ließ sich immer tiefer hinten reindrücken. Nur mit der ganz großen Torgefahr wollte es aus Sicht der Gastgeber nicht klappen.

Von ihren 22 Schüssen brachten die "Bianconeri" ganze zwei aufs Tor. Das lag nur zum Teil an schlechter Abschlusstechnik: Gladbach gewährte Juve bereitwillig Chancen, aber nur aus ungefährlichen Zonen. Exemplarisch steht dafür Pogba. Juves Superstar gab insgesamt zehn Schüsse ab, doch nur einen davon aus dem Strafraum heraus.

Kulisse des Spiels: Juventus wirkte ob des Gladbacher Bollwerks zunehmend genervt. Das galt nicht nur für die Spieler auf dem Rasen. Die Laune des Turiner Publikums wandelte sich von euphorisch-inbrünstig zu angespannt-säuerlich. Als Teile der Juve-Fans nach etwa 70 Minuten erstmals das Pfeifen begannen, durften sich die Gladbacher gewiss sein, dass sie einen guten Job gemacht hatten.

Kulisse in der Juventus-Arena: Erst Euphorie, dann Pfiffe Zur Großansicht
Getty Images

Kulisse in der Juventus-Arena: Erst Euphorie, dann Pfiffe

Erkenntnis: Es war kein schönes Spiel, wahrlich nicht. Für Borussia Mönchengladbach aber war es ein erfolgreiches. Im Angriff besteht zwar noch reichlich Verbesserungsbedarf, doch die Defensive der Borussen ist beinahe schon wieder so gut wie in der vergangenen Erfolgssaison.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Lilien-Taktik
goethestrasse 22.10.2015
..ganz so wie Darmstadt 98!
2. Sieht doch gut aus!
hamlet 22.10.2015
Jetzt könnte Herr Schubert gute Aussichten haben, in Gladbach für längere Zeit Trainer zu sein. Es sei denn, die Hoffenheimer feuern Gisdol und er geht zur Borussia.
3.
ambergris 22.10.2015
Ein verdientes Unentschieden, allerdings wegen der geradezu italienisch anmutenden Abwehrleistung und wegen der Turnier Schludrigkeit im Angriff, aber nicht weil Gladbach jetzt irgendwie forsch nach vorne gespielt hätte.
4. Schlechte Leistung = besserer Job
sanojb 22.10.2015
Zitat von hamletJetzt könnte Herr Schubert gute Aussichten haben, in Gladbach für längere Zeit Trainer zu sein. Es sei denn, die Hoffenheimer feuern Gisdol und er geht zur Borussia.
Ich werde (bis auf einige Ausnahmen) nie verstehen, wieso Trainer, die einen schlechten Job machen und in der Folge entlassen werden, bei "größeren" Vereinen sofort einen Job bekommen.
5. Gladbach´s Grenzen wurden aufgezeigt
det42 22.10.2015
ich hätte nach 30 Minuten darauf gewettet, dass Gladbach das Spiel verliert. Turin war war im Zweikampf und beim zweiten Ball eklatant besser. Sommer drosch den Ball ständig irgendwo in die Mitte, wo die Turiner in 95% der Fälle den Ball abfingen. Gladbachs Spielaufbau war extrem mangelhaft, da die Turiner sehr gut pressten. Da kommt Gladbach nach wie vor überhaupt nicht mit klar. Man hatte das Gefühl, Turin spielt mit mindestens einem Mann mehr. Gladbach konnte sich kaum erholen, sie spielten nach vorne viel zu ungenau, ich habe nicht eine einzige zuende gespielte Kombination gesehen. Einzig Hinten war es hingegen ordentlich, die Turiner zeigten allerdings dort (im Abschluss und im 16´er) ihre größte Schwäche. Sie hatten in einigen Szenen genügend Raum, eine klare Torchance zu kreiieren. Dazu waren sie allerdings viel zu inkonsequent und dazu noch egoistisch. So gesehen war das Unentschieden gerecht.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Schnellste Champions-League-Tore: Clarence und Roy
Sieger Uefa Champions League
Jahr Verein
2015 FC Barcelona
2014 Real Madrid
2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: