Gladbachs Mitgliederversammlung Effenberg scheitert mit geplanter Revolution

Er wollte die Revolution - doch am Ende wurde Stefan Effenberg mit hämischen Gesängen aus dem Stadion begleitet. Der Vorschlag seiner Initiative, den Vorstand von Borussia Mönchengladbach auszutauschen, wurde abgeschmettert. Gefeiert wurde stattdessen Trainer Lucien Favre.

Ehemaliger Gladbach-Profi Effenberg: Flucht aus dem Stadion
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Ehemaliger Gladbach-Profi Effenberg: Flucht aus dem Stadion


Hamburg - Die von Stefan Effenberg angeführte "Initiative Borussia" ist gescheitert. Bei der Jahreshauptversammlung von Borussia Mönchengladbach am Sonntag stimmten lediglich 335 der 4769 anwesenden Mitglieder für die angedachten Satzungsänderungen der Initiative. Nötig wäre eine Zweidrittelmehrheit gewesen. Effenberg verließ nach der Abstimmung fluchtartig das Stadion, begleitet von hämischen Gesängen der Fans.

Die "Initiative Borussia" hatte es sich als Ziel gesetzt, die Gladbacher Führungsriege komplett auszutauschen. Effenberg sollte demnach Sportdirektor des Vereins werden, der ehemalige Trainer Horst Köppel stand als neuer Clubchef bereit. Das Präsidium sollte in Zukunft nicht wie bisher vom Aufsichtsrat, sondern von den Mitgliedern gewählt werden. Zudem sollte die amtierende Clubführung nach der Satzungsänderung bis spätestens 30. September aus dem Amt scheiden.

Dem Antrag der "Initiative Borussia" wurden von Beginn an wenig Chancen eingeräumt. Auch Effenberg wurde nicht mit offenen Armen begrüßt und sprach während der Versammlung nicht zu den Mitgliedern. Vor der Versammlung hatten zudem mehrere Sponsoren des Clubs eine Zeitungsanzeige gegen die Revolte geschaltet: "Wir sind für die Weiterentwicklung des Vereins, aber mit Sinn und Verstand. Borussia braucht keine Revolution."

Königs und Eberl selbstkritisch, Favre als Retter gefeiert

Nach dem Scheitern des Antrags bleibt Rolf Königs nun weiterhin Präsident der Borussia. Bei der Versammlung sah er sich allerdings harter Kritik ausgesetzt. Trotz Pfiffen und Zwischenrufen lehnte er einen Rücktritt ab. "Ich verstehe den Unmut. Ich habe während der Saison natürlich die vielen Transparente in der Fankurve gesehen. Aber ich bin vom Aufsichtsrat bis 2013 gewählt", sagte Königs.

Auch Sportdirektor Max Eberl behält sein Amt, zeigte sich aber ebenfalls selbstkritisch. "Wir haben unser vor der Saison gestecktes Ziel nicht erreicht. Auch ich habe Fehler gemacht, die ich in Zukunft abstellen werde", sagte Eberl.

Gladbach hat eine turbulente Saison hinter sich. Nach der Hinrunde lag das Team mit nur zehn Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Erst nach der Übernahme durch den Schweizer Trainer Lucien Favre ging es wieder bergauf. Am Ende konnte die Borussia in der Relegation gegen Bochum den Abstieg vermeiden.

Favre wurde von den Fans dementsprechend als Retter gefeiert - und gab die Danksagungen zurück: "Die Fans haben uns geholfen, die Spiele zu gewinnen."

bka/sid/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
Pepito_Sbazzagutti 29.05.2011
1. ....
Hat Effenberg tatsächlich damit gerechnet, mit seinen arroganten Vorschlägen eine Zweidrittelmehrheit einzufahren?
rehabilitant 29.05.2011
2. Weiter so
Zitat von sysopEr wollte die Revolution -*doch am Ende*wurde*Stefan Effenberg mit hämischen Gesängen aus dem Stadion begleitet.*Der Vorschlag*seiner*"Initiative Borussia", den Vorstand von Borussia Mönchengladbach*auszutauschen, wurde abgeschmettert. Gefeiert wurde stattdessen Trainer Lucien Favre. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,765560,00.html
Die Konservativen haben wieder gewonnen. Das bedeutet wieder Abstiegskampf. bzw. Abstieg in den nächsten Jahren, denn mit den Pfeifen Königs und Eberl wird sich sportlich nichts verbessern. Schade, dass Borussia wohl auch weiterhin hinter seinen, auch finanziell, guten Möglichkeiten zurückbleiben wird. Obwohl ich nicht unbedingt ein Effenberg-Anhänger bin, denke ich, dass in diesem Verein eine Änderung der Führung dringend geboten wäre.
shokaku 29.05.2011
3. Hier könnte ein Tor stehen
Nachdem der Klassenerhalt doch noch geschafft wurde nicht wirklich überraschend. Allerdings sind Königs und Eberl wirklich Schwachpunkte, und geben dem Verein immer ein Handikap mit.
AKeller, 29.05.2011
4. ahnungslos bleibt ahnungslos
Zitat von rehabilitantDie Konservativen haben wieder gewonnen. Das bedeutet wieder Abstiegskampf. bzw. Abstieg in den nächsten Jahren, denn mit den Pfeifen Königs und Eberl wird sich sportlich nichts verbessern. Schade, dass Borussia wohl auch weiterhin hinter seinen, auch finanziell, guten Möglichkeiten zurückbleiben wird. Obwohl ich nicht unbedingt ein Effenberg-Anhänger bin, denke ich, dass in diesem Verein eine Änderung der Führung dringend geboten wäre.
Irgendeine Ahnung, was diese Satzungsänderung noch mitsich gebracht hätte? Die Abtrennung des Profifußballs von der GmbH- heißt Privatisierung dieser Abteilung und Sie sprechen vom Sieg der Konservativen? Mit Konservativen verbinde ich persönlich den Kapitalismus- der heute gnadenlos abgeschmettert wurde. Schauen Sie sich diese Vögel um Effenberg mal genauer an. Ein Konsortium aus ausgelutschten CDU Politikern und gescheiterten möchtegern Wirtschaftsbossen. 1999 stand der Verein vor der Insolvenz und somit vor dem Lizenzentzug- ohne Königs gäbe es heute kein Gladbach. Heute wurde ebenfalls beschlossen, daß keine Vereinsanteile ohne 2/3 Mehrheit veräußert werden können. Gladbach hat gesiegt!
Cancun, 29.05.2011
5. Wird Zeit...
... dass Netzer sich persönlich einschaltet. Dass man Effe nicht im Vorstand sehen will, ist nachvollziehbar, aber wenn sich *dort* nix ändert, kann Favre sich auf den Kopf stellen.
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