Hamburg - Schottlands Fußball-Rekordmeister Glasgow Rangers steht vor einem tiefen Fall: Die Clubs der Schottischen Premier League (SPL) haben am Mittwoch "mit überwältigender Mehrheit" gegen die Teilnahme der Rangers an der kommenden Saison gestimmt, teilte die Liga mit.
Der mit mehr als 160 Millionen Euro verschuldete Club wollte nach seiner bevorstehenden Liquidierung unter dem Dach eines neuen Konsortiums am Spielbetrieb teilnehmen. Dieses Ansinnen des neuen Rangers-Bosses Charles Green lehnten die Konkurrenzvereine ab. Zuvor waren Greens Versuche gescheitert, sich mit den Gläubigern auf einen Teilerlass der Schulden zu einigen.
Wie tief der Absturz des 54-fachen Meisters sein wird, steht noch nicht fest. Möglich ist ein Neuanfang in der vierten Liga. Damit könnten jedoch weitere Teams in den Abgrund gerissen werden. Denn die meisten Sponsoren im schottischen Fußball sollen nach Informationen des "Telegraph" Ausstiegsklauseln für den Fall besitzen, dass einer der beiden großen Glasgower Clubs - Rangers oder Celtic - vom professionellen Ligabetrieb ausgeschlossen wird.
Daher ist auch eine Strafversetzung in die First Division, also die zweite schottische Liga, möglich. Darüber wollen die Vereine dieser Spieklasse am Donnerstag entscheiden. Schon jetzt drohen dem schottischen Fußball Mindereinnahmen, da die TV-Verträge mit dem Bezahlsender BSkyB und ESPN mindestens vier Glasgower Derbys pro Spielzeit vorsahen.
Unklar ist bislang auch, welches Team die Rangers in der kommenden Premier League-Saison ersetzen wird. In Frage kommen das sportlich abgestiegene Dunfermline Athletic oder der zweiplatzierte der abgelaufenen Zweitliga-Saison, FC Dundee. Im vorläufigen Spielplan der SPL ist lediglich von einem "Club 12" die Rede.
syd/sid/Reuters
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