Reaktion auf bewaffneten Paok-Präsidenten Griechenland unterbricht Ligabetrieb

Paok Salonikis Präsident Ivan Savvidis ist am Sonntag samt Waffe am Gürtel aufs Feld gestürmt. Das griechische Sportministerium reagiert: Ligaspiele sollen "auf unbestimmte Zeit" nicht mehr stattfinden.

Ivan Savvidis (2.v.r.)
AP

Ivan Savvidis (2.v.r.)


Die griechische Regierung hat nach dem jüngsten Eklat die Unterbrechung der heimischen Fußballmeisterschaft angeordnet. "Wir haben entschieden, die Liga zu stoppen. Ohne eine von allen Seiten getroffene Vereinbarung wird es keinen Neustart geben", sagte der stellvertretende Sportminister Georgios Vassiliadis nach einem Treffen mit Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Am Sonntag war das Topspiel zwischen Pokalsieger PAOK Saloniki und Spitzenreiter AEK Athen in der 90. Minute abgebrochen worden, nachdem PAOK-Eigentümer Ivan Savvidis mit einer Waffe am Gürtel auf den Platz gelaufen war. Zuvor hatte der Schiedsrichter das vermeintliche Führungstor der Gastgeber nicht anerkannt. Die griechische Regierung befinde sich "im engen Austausch" mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa), teilte Vassiliadis weiter mit.

Schon am 25. Februar war es im PAOK-Stadion zu einem Eklat gekommen. Während des Spiels gegen Olympiakos Piräus war Gästetrainer Oscar Garcia von einem aus dem Publikum geworfenen Gegenstand am Kopf getroffen worden. Das Spiel wurde 3:0 für Olympiakos gewertet, der Abzug von drei Meisterschaftspunkten jedoch anschließend rückgängig gemacht.

Als Reaktion auf die zunächst verhängte Strafe hatten wütende PAOK-Fans das TV-Studio des staatlichen Senders ERT 3 gestürmt. Der Moderator wurde gezwungen, fünf Minuten lang ein Protestschreiben zu verlesen. Darin stand unter anderem, die Strafe sei "der größte Sportskandal der Geschichte". Die Fans verließen das Fernsehstudio jedoch friedlich, niemand wurde festgenommen.

Die Aussetzung des Ligabetriebs gelte "für unbestimmte Zeit", sagte der für den Sport zuständige Vizeminister Dimitris Vassiliadis nach dem Treffen mit Tsipras im griechischen Fernsehen. "In der nächsten Zeit wird es Treffen und Beratungen mit dem Fußballverband, den Vereinen und der Uefa geben", fügte Vassiliadis hinzu.

chh/sid



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