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Ärger bei der Nationalmannschaft: Großkreutz nimmt Kruse in Schutz

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Getty Images

Ex-Nationalspieler Kevin Großkreutz

"Mein Gott. Jeder Mensch macht Fehler": Weltmeister Kevin Großkreutz ärgert sich über den Umgang mit Max Kruse. Der Profi vom VfB Stuttgart ist ein Leidensgenosse.

Kevin Großkreutz hat Max Kruse in Schutz genommen, nachdem der Wolfsburger aus dem Aufgebot der Fußballnationalmannschaft gestrichen wurde. "Ein Reus hat das gemacht... Ein Großkreutz hat das gemacht... Ein Podolski hat das gemacht... Ein Kruse hat das gemacht", schrieb Großkreutz bei Instagram: "Mein Gott. Jeder Mensch macht Fehler und hat ein Privatleben."

Großkreutz war in den vergangenen Jahren durch Eskapaden wie die "Dönerwurf-Affäre" und das Urinieren in eine Hotellobby in die Schlagzeilen geraten. Weil er bei seinem Engagement bei Galatasaray Istanbul wegen fehlender Spielerlaubnis an den Wochenenden nach Hause flog, wurde er von Bundestrainer Joachim Löw ausgemustert. Kruse war am Montag wegen Undiszipliniertheiten aus dem Aufgebot für die Länderspiele gegen England und Italien gestrichen worden.

Großkreutz ärgerte sich, dass Kruse zur Last gelegt wurde, einer Frau in einem Berliner klub das Handy abgenommen und die Fotos gelöscht zu haben. "Jeder Depp darf dich beleidigen und heimlich Fotos machen, weil sie heutzutage nichts anderes zu tun haben?! Nur weil man Profi ist, muss man sich alles gefallen lassen?!", schrieb er: "Jeder Mensch hat 'ne Leiche im Keller und sollte sich an die eigene Nase packen. Ich will es nicht gut reden, aber man sollte mal ruhig bleiben. 'WIR' sind auch nur Menschen."

Jeder Mensch sei gleich, ergänzte der 27-Jährige: "Ob Profi, Klempner, Friseur oder was auch immer. So sehe ich das. Ich kann es auch nicht verstehen, dass es so viele Menschen gibt, die mit dem Zeigefinger auf andere zeigen und wie kleine Kinder zur Zeitung laufen müssen. Und kommt mir nicht mit dafür bekommt 'Ihr' auch genug Entschädigung. Scheiß auf Geld!!!" Großkreutz' abschließender Appell: "Passt auf, dass Ihr den Menschen nicht kaputt macht."

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat den Rauswurf indes verteidigt. "Das war eine Anhäufung von Ereignissen und am Ende war der Bogen überspannt", sagte Bierhoff. Kruse müsse ganz alleine die Verantwortung für sein Handeln tragen. "Er ist erfahren genug und muss wissen, wie er sich in der Öffentlichkeit zu verhalten hat. Und wenn er die Leistung bringen will, die wir von ihm erwarten, dann muss er auch danach leben."

Ob Kruse noch einmal eine Chance in der Nationalmannschaft erhält, wollte Bierhoff nicht abschließend beantworten. "Wir haben aktuell nicht den Eindruck, dass es das richtige Zeichen ist, wenn er bei uns dabei wäre. Ich will aber nicht den Stab über ihn brechen."

Beim VfL Wolfsburg muss Kruse wohl keine weiteren Konsequenzen fürchten. "Ab morgen trainiert er wieder mit der Mannschaft", sagte Trainer Dieter Hecking über den 28-Jährigen. Kruse hatte am Dienstag nicht am Mannschaftstraining der "Wölfe" teilgenommen und stattdessen eine individuelle Einheit im Kraftraum absolviert. Das war offenbar eine Schutzmaßnahme. "Wir sehen ja, was hier los ist. Das muss er heute nicht durchmachen", sagte Hecking.

cte/bka/sid

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insgesamt 107 Beiträge
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1.
Danares 22.03.2016
Diesen Ausspruch wird Günther Schäfer, seines Zeichens Teammanager des VfB Stuttgart, sicherlich nicht ungerne zu hören bekommen.
2. Gibt es keine größeren Probleme?
Loisl 22.03.2016
Die Reaktion von Herrn Löw finde ich zumindest übertrieben. Mal ganz abgesehen davon, dass sehr wohl Unterschiede gemacht werden, passt der moralische Zeigefinger wenig in eine Zeit, da es um den DFB ganz andere Diskussionen gibt.
3. Da hat er recht
walter_de_chepe 22.03.2016
Niemand darf heimlich Bilder machen und damit in der Voyeur-Presse seine schmierigen Silberlinge abzuholen. Das Löschen der Bilder war eine angemessene Reaktion.
4. Statt auf Kruse und Konsorten
siebenh 22.03.2016
einzuprügeln, sollte man sich mal das Verhalten, welches von Großkreutz hier angesprochen wird, unterhalten. Wenn Kruse nicht fotografiert und gefilmt werden will, soll die Frau das gefälligst auch nicht tun, bzw. sich entschuldigen und selbst die Aufnahmen löschen. Nur weil man Fußballprofi ist oder sonstwie in den Medien erscheint, ist man kein Freiwild. Und jetzt bitte, kommt mir keiner mit...die Fans finanzieren ihm Millionen. Kein Geld der Welt berechtigt solch einen Eingriff, wenn er unerwünscht ist. Ich hätte vermutlich das Handy genommen und gegen die Wand geworfen. Und vermutlich jeder andere Forist hier auch, egal wie viel er verdient.
5. Achso
austübingen 22.03.2016
Da spricht ein Fachmann, oder? Es geht aber nicht ums "mal Fehlermachen". Es geht inzwischen um "immer wieder Fehler machen" und um "nicht aus Fehler lernen". Wer sich so dämlich anstellt wie Kruse dem ist nur schwer zu helfen. Nachdem er also schon etliche unrühmliche Storys produziert hat, nachdem ihm das auch sicher wenig angenehme Gespräche mit Vorgesetzten und hohe Geldstrafen eingebracht hat, nachdem ausserdem auch seine Leistung zumindest noch viel Luft nach oben hat und nachdem er sich denken konnte, dass er nun unter etwas genauerer Beobachtung steht ... nach alle dem und kurz vor zwei wichtigen Spielen der N11 und wenige Monate vor der EM fällt ihm nichts besseres ein als seinen 28. Geburtstag (also ein sehr wichtiger) ein paar hundert km von Zuhause in einer öffentlichen Diskothek zu feiern und dabei auch noch erneut negativ aufzufallen. Sorry, aber deutlicher kann man kaum zeigen, dass man das eine oder andere wohl immer noch nicht verstanden hat.
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Quelle: DFB

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