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Grüne Armbänder: Iranischer Funktionär beendete Protest der Nationalspieler

Das Zeichen war eindeutig. Sechs iranische Nationalspieler trugen während einer offiziellen Partie grüne Armbänder und solidarisierten sich so mit der Opposition. Nach Informationen des SPIEGEL sorgte ein Funktionär in der Halbzeitpause für das Ende der Protestaktion.

Die sechs iranischen Fußball-Nationalspieler, die am vergangenen Mittwoch beim WM-Qualifikationsspiel gegen Südkorea in Seoul (1:1) Schweißbänder in der grünen Farbe des Oppositionsführers Hossein Mussawi trugen, sehen sich als "Teil einer Bewegung", sagte ein Begleiter des Teams dem SPIEGEL.

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REUTERS

Iranischer Nationalspieler Karimi: "Teil einer Bewegung"

Am Freitag kündigte Ali Kafaschian, Präsident des iranischen Fußballverbandes, Sanktionen für die Spieler an. Sie müssten mit einer Suspendierung rechnen, weil das Reglement des Weltverbandes Fifa solche Meinungsäußerungen verbiete. Durch das Remis in Südkorea hatte der Iran die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika verpasst.

Wie der Teambegleiter dem SPIEGEL sagte, verstünden sich die sechs Spieler nicht unbedingt als Mussawi-Anhänger. Die Aktion sei nur ein "Zeichen der Solidarität mit den Menschen daheim auf der Straße". Die Spieler, allesamt mit Auslandserfahrung, würden sich "von der Protestwelle mitreißen lassen" und könnten endlich "ihre angestaute Wut" öffentlich machen.

Teamkapitän Mehdi Mahdavikia, der beim VfL Bochum und beim Hamburger SV spielte und jetzt bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht, gehörte ebenso zu den protestierenden Spielern wie der Ali Karimi. Der ehemalige Bayern-Profi trug die Bänder sogar an beiden Armen. Zwei der Beteiligten spielen für CA Osasuna in Spanien, einer war schon beim englischen Club Leicester City, ein weiterer ist bei Al-Nasr Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschäftigt.

Nach Informationen des SPIEGEL hat sich angeblich Mohammed Ali-Abadi, der Chef der iranischen Gesamt-Sportorganisation, in der Halbzeitpause bei der Teamdelegation gemeldet. Abadi ist ein Schwager des Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Der Ultrakonservative hatte die Wahl nach offiziellen iranischen Angaben deutlich gegen den gemäßigt-konservativen Herausforderer Mussawi gewonnen.

Ein Funktionär, der als rechte Hand Abadis gilt, sei zur Pause des Länderspiels in die Kabine gekommen, berichtete ein Zeuge dem SPIEGEL. Der Funktionär habe die Spieler aufgefordert, die Schweißbänder abzulegen. Diese befolgten die Anordnung und spielten in der zweiten Halbzeit ohne Armbänder.

Am Freitag kündigte der iranische Fußballpräsident Ali Kafaschian Sanktionen für die Spieler an. Sie müssten mit einer Suspendierung rechnen, weil das Reglement des Weltverbandes Fifa solche Meinungsäußerungen verbiete.

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