Girondins Bordeaux Trainer Poyet kritisiert Stürmerverkauf seines Klubs - und wird suspendiert

Mit einer Schimpftirade hat Bordeauxs Fußballtrainer Gustavo Poyet auf den Verkauf seines Stürmers Gaëtan Laborde reagiert. Sein Verein hat ihn nun suspendiert - und droht mit einer noch drastischeren Maßnahme.

Gustavo Poyet
AFP

Gustavo Poyet


Der französische Fußballklub Girondins Bordeaux hat seinen Trainer Gustavo Poyet nach einer Verbalattacke auf die Vereinsführung für eine Woche suspendiert. Der Uruguayer hatte sich öffentlich beklagt, dass der Erstligist den Stürmer Gaëtan Laborde ohne sein Wissen nach Montpellier habe ziehen lassen: "Es ist eine Schande, dass sie das gegen mich, gegen die Spieler und gegen die Fans gemacht haben. Das kann ich nicht akzeptieren."

Poyet habe Grenzen überschritten, sagte Klubpräsident Stéphane Martin bei einer Pressekonferenz. In einer Woche sei ein Gespräch mit dem Trainer angesetzt - auch eine Trennung vom Trainer sei dann denkbar. "Alles ist möglich", sagte Martin.

Bordeauxs Präsident Stéphane Martin
AFP

Bordeauxs Präsident Stéphane Martin

Bordeaux und Ligue-1-Konkurrent Montpellier hatten den Wechsel des 24-Jährigen Laborde kurz vor dem Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Mariupol bekanntgegeben.

Nach dem 2:1-Sieg seines Teams reagierte Poyet erbost, drohte mit seinem Rücktritt und verlangte eine Erklärung. "Das ist mein schlechtester Tag in diesem Klub." Er habe gebeten, dass Laborde nicht weggehen könne, bis ein anderer Angreifer verpflichtet sei. "Als wir heute am Hotel um 11.45 Uhr angekommen sind, war Laborde nicht da. Wir haben ihn angerufen, er war in Montpellier. Niemand hat mir etwas gesagt."

Bordeaux-Präsident Martin hatte anschließend versichert, Poyet sei bereits am Tag zuvor über den Weggang Labordes informiert worden. Er bestätigte aber, dass Poyet gebeten habe, Laborde bis zur Verpflichtung eines neuen Stürmers zu halten.

Poyet hatte als Profi unter anderem für den FC Chelsea und Tottenham Hotspur gespielt. Als Trainer stand er bereits bei Brighton, Sunderland, AEK Athen, Betis Sevilla und Shanghai Shenhua unter Vertrag.

mfu/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
emporda 17.08.2018
1. Sklavnhandel
Was die Vereinsführung betreibt, ist modernen Sklavenhandel. Es ist schon schlimme Spieler als Geld in der Bilanz zu führen. Aber jenseits vom spielerischen Bedarf der Mannschaft Spieler zu kaufen und verkaufen ist Sklavenhandel
diewildedreizehn 17.08.2018
2. Wie bitte?
Zitat von empordaWas die Vereinsführung betreibt, ist modernen Sklavenhandel. Es ist schon schlimme Spieler als Geld in der Bilanz zu führen. Aber jenseits vom spielerischen Bedarf der Mannschaft Spieler zu kaufen und verkaufen ist Sklavenhandel
Sorry, aber das ist doch vollkommener Blödsinn. Bei jedem Transfer braucht es die Zustimmung des Spielers, sowohl dazu den einen Club zu verlassen als auch beim anderen einen Vertrag zu unterschreiben. Bei beiden Clubs wird er mehr als fürstlich entlohnt, gemessen an normalen Gehältern. Und woher sie meinen zu wissen was der spielerische Bedarf eines Clubs ist. ... Who knows. Sie sollten schnell nochmal nachschauen was moderner Sklavenhandel bedeutet. Denn den gibt es heutzutage tatsächlich noch, aber ganz gewiss nicht europäischen Spitzenfussball.
hatschon 18.08.2018
3. Der Fc Köln verkaufte A. Modeste
Und spielt nun in der 2. Liga ! Sonst noch Fragen?
meresi 18.08.2018
4. Falsch reagiert
Das macht man so: man schweigt, spielt weiter, erfolglos, lässt sich bei vollen Bezügen beurlauben und gut ist. Sollte natürlich in seinem Trainervertrag eine Klausel sein, die ihn daran hindert bei Ein-u. verkäufen mitzureden hat er eher schlechte Karten. Ich hatte in meinem Vertrag als Baustellenleiter die Klausel bei Personaleinstellungen das letzte Wort haben zu dürfen. Begründung: verdammt, ich muss ja auch mit diesen Leuten arbeiten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.