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Deutscher WM-Finalgegner 1954: Ungarns Torwart-Legende Gyula Grosics ist tot

Gyula Grosics gestorben: Der Tod des "Schwarzen Panthers" Fotos
Getty Images

Er war eine Torwart-Legende - doch der große Triumph blieb dem Ungarn verwehrt: Gyula Grosics stand in der Elf, die gegen Deutschland 1954 das Finale von Bern verlor. Das kommunistische Regime verfolgte ihn während seiner Karriere. Jetzt ist er gestorben.

Hamburg - Der langjährige ungarische Nationalkeeper Gyula Grosics ist tot. Der als "Schwarzer Panther" bekannte Fußballtorwart starb im Alter von 88 Jahren. Er war Teil des Teams, das 1954 das WM-Finale gegen Deutschland verlor.

Grosics absolvierte 88 Länderspiele, von 1947 bis zu seinem Rücktritt 1962. Zu Beginn der Fünfzigerjahre blieb Ungarn vier Jahre lang ungeschlagen, 1952 gewann Grosics mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen von Helsinki die Goldmedaille.

Als haushoher Favorit reisten die Ungarn zwei Jahre später zur Weltmeisterschaft in die Schweiz - und erlebten dort ihre bitterste Niederlage. Im Finale von Bern unterlag Ungarn nach einer 2:0-Führung dem Außenseiter Deutschland sensationell 2:3. Es war die einzige Niederlage Ungarns in den Jahren 1950 bis 1956.

Grosics galt als Begründer eines modernen Torwartspiels

1958 und 1962 nahm Grosics mit Ungarn an zwei weiteren Weltmeisterschaften teil - und schied in der Vorrunde beziehungsweise im Viertelfinale aus. Doch die Erfolge aus den Fünfzigerjahren sind bis heute legendär.

Zu diesen zählt auch das 6:3 von Wembley, als Ungarn 1953 als erste nicht-britische Mannschaft das englische Team auf der Insel schlagen konnte. "Wir haben damals sehr gut gespielt, aber wir haben es vor allem den Engländern zu verdanken, dass sie das Match als eine so große Sensation verkauft haben. Sie haben daraus das Spiel des Jahrhunderts gemacht", sagte Grosics 2012 in einem Interview.

Der Torwart galt als einer der Eckpfeiler der "Magischen Magyaren", wie die legendäre ungarische Mannschaft genannt wurde. Er gilt als Begründer des "Ausputzer-Stils", bei dem der Torhüter bei Bedarf auch als Verteidiger aushilft.

Abseits des Fußballfeldes bekam Grosics mehrmals Schwierigkeiten mit dem kommunistischen Regime Ungarns. Nachdem er sich 1949 aus dem Land absetzen wollte, ermittelte der Geheimdienst gegen ihn. Grosics wurde wegen Spionage und Landesverrats angeklagt. Aus Mangel an Beweisen wurde der Vorwurf fallen gelassen, Grosics wurde jedoch zeitweise unter Hausarrest gestellt und durfte ein Jahr lang nicht für die Nationalmannschaft spielen.

Im Alter von 82 Jahren spielte er erstmals für sein Lieblingsteam

Während der antikommunistischen Revolution 1956 wollte Grosics sich mit seiner Familie aus Ungarn absetzen, wurde jedoch zur Rückkehr gezwungen. In der Folge musste er von Budapest Honved, wo er gemeinsam mit anderen Legenden aus Ungarns Nationalmannschaft spielte, in die ländliche Minenstadt Tatabanya wechseln. Dem Klub blieb er bis zu seinem Karriereende treu. 2011 wurde das Stadion in Tatabanya nach ihm benannt.

Das kommunistische Regime verhinderte es während seiner Karriere, dass Grosics einen Vertrag bei seinem Lieblingsklub Ferencvaros Budapest unterschrieb. Erst im Alter von 82 Jahren stand Grosics einmal für Ferencvaros auf dem Platz: Bei einem Freundschaftsspiel im Jahr 2008 gegen Sheffield United führte er den Anstoß aus und stand für ein paar Minuten im Tor, ehe er ausgewechselt wurde.

Wie seine Familie bekannt gab, erlag Gyula Grosics am Freitag einem Lungenleiden.

tim/rtr

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1. Die seelischen Folgen der historischen Niederlage,der
analyse 13.06.2014
ungarischen Nationalmannschaft wurden nie richtig thematisiert:So hoch der Jubel für die deutsche Nationalelf,so bitter war die Niederlage für die Ungarn.
2. Ein großartiger Torwart
jaeger_d 13.06.2014
Er war der beste seiner Zeit
3. Nur die seelischen Folgen
mundi 13.06.2014
Zitat von analyseungarischen Nationalmannschaft wurden nie richtig thematisiert:So hoch der Jubel für die deutsche Nationalelf,so bitter war die Niederlage für die Ungarn.
Besonders deshalb, weil die Ungarn damals noch nicht so fortschrittlich waren, leistungssteigernde "Vitaminen" ihren Spielern zu verabreichen. Der Trost: anders als bei der deutschen Mannschft, gab es bei ihnen keine Gelbsuchtfälle.
4.
Albalux 13.06.2014
Zitat von mundiBesonders deshalb, weil die Ungarn damals noch nicht so fortschrittlich waren, leistungssteigernde "Vitaminen" ihren Spielern zu verabreichen. Der Trost: anders als bei der deutschen Mannschft, gab es bei ihnen keine Gelbsuchtfälle.
Hinzu kommt noch' dass das Ausgleichstor der Ungarn durch Ferenc Puskás, das wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht Anerkannt wurde. Gyula Grosics ist eine Legende. Möge er in Frieden ruhen.
5.
mighty_f 13.06.2014
Zitat von mundiBesonders deshalb, weil die Ungarn damals noch nicht so fortschrittlich waren, leistungssteigernde "Vitaminen" ihren Spielern zu verabreichen. Der Trost: anders als bei der deutschen Mannschft, gab es bei ihnen keine Gelbsuchtfälle.
Es wurde doch schon längst von den Ungarn zugegeben, dass sie ihre "Medizin" in Tablettenform zu sich genommen haben. Somit egalisiert sich das alles.
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