Hamburger SV Aufsichtsratsmitglied wollte angeblich Bruchhagen stürzen

Putschversuch beim HSV? Ein Aufsichtsratsmitglied des abstiegsbedrohten Bundesligisten wollte offenbar Klubboss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt loswerden. Seine Lösung: Felix Magath.

Heribert Bruchhagen, Trainer Bernd Hollerbach, Sportchef Jens Todt
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Heribert Bruchhagen, Trainer Bernd Hollerbach, Sportchef Jens Todt


Im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV soll es Bestrebungen gegeben haben, den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt zu entmachten. Nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" sowie der "Bild"-Zeitung soll ein Mitglied des Aufsichtsrats seine fünf Kollegen in einer Mail dazu aufgefordert haben. Das sei aber mehrheitlich abgelehnt worden.

Als Ersatzkandidaten habe er den Bruchhagen-Stellvertreter und Finanzvorstand Frank Wettstein und den für den Nachwuchsbereich zuständigen Sportdirektor Bernhard Peters vorgeschlagen. Eine weitere Alternative soll Felix Magath gewesen sein. Der HSV hat sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE noch nicht zu den Berichten geäußert.

"Wir halten es im Aufsichtsrat normalerweise so, dass wir uns vertraulich zu allen Themen austauschen. Ich bin sehr enttäuscht, dass kurz vor dem Spiel gegen Hannover klubschädigende Unruhe geschürt wird", wird Aufsichtsratschef Andreas Peters in einer offiziellen Stellungnahme zitiert. Der Vorgang werde in angemessener Form intern aufgearbeitet.

Kühne liebäugelt offenbar mit Magath-Comeback

Bruchhagen zeigte sich trotz der Berichte entspannt: "Es ist doch normal, dass sich angesichts unserer prekären sportlichen Situation im Aufsichtsrat eine Diskussion entwickelt, die über die Position des Trainers hinausgeht. Diese Diskussion hat offensichtlich stattgefunden, mit dem bekannten Ergebnis. Weiteres gibt es nicht zu sagen", sagte der 69-Jährige.

Laut "Morgenpost" sollen einflussreiche Kräfte rund um den HSV, unter anderem Investor Klaus-Michael Kühne, mit einer Rückkehr von Felix Magath auf einen wichtigen Posten liebäugeln.

Sportchef Todt lasst sich von den Berichten nicht aus der Ruhe bringen. "Ich weiß nichts von diesen Plänen. Aber es ist wohl normal, dass es in unserer Situation Kritik gibt", sagte er dem "Hamburger Abendblatt": "Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann." Der abstiegsbedrohte HSV erwartet am Sonntag (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) Hannover 96.

bka/sid/dpa

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
joe.micoud 02.02.2018
1.
Vielleicht hätten man sich um neue Spieler kümmern sollen anstatt sich intern zu fetzen. Chaosklub!
fallobst24 02.02.2018
2. Hsv > 1860
Ich muss sagen, seit 1860 in der absoluten Bedeutungslosigkeit und den Niederungen der Regionalliga Bayern versunken ist, war es ein wenig fade. Der HSV hat natürlich sein Bestes gegeben uns weiter zu erheitern, siehe Würzburger Kickers etc., aber das war zu wenig. Gott sei Dank, dass die sich jetzt in Hamburg zusammengerafft haben, um wieder eine exzellente Performance aufzuführen. Ich fühle mich sehr unterhalten :)
yoda56 02.02.2018
3. Magath
Einen körperlich fitteren, aber psychisch kaputteren Absteiger hat es dann in der Geschichte der BuLi nicht gegeben.
tucson58 02.02.2018
4. HSV ist ein Chaosclub
Man kann nur hoffen das der HSV dieses mal endlich mal absteigt . Bis lang hatten sie Jahrelang nur unverschämtes Glück und glaubten sie wären die Besten . jeder Klassenerhalt wurde bejubelt wie der Sieg einer Meisterschaft .. Nun aber steht ihnen das Wasser schon weiter als nur bis zum Hals und das ist gut so !
goat777 02.02.2018
5.
Ich habe mich immer gefragt, warum Todt verpflichtet wurde. Unglaublich wie Vereine ihr Führungspersonal aussuchen - siehe Korkut oder Frontzeck in letzter Zeit. Todt weg klingt prinzipiell gut, aber dann wird Dutt oder Eichin etc. geholt und man hat auch nix gewonnen.
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