Posse um gescheiterten Transfer YB Bern keilt gegen HSV zurück

Weil die erforderlichen Unterlagen vier Minuten zu spät übermittelt wurden, ist der Wechsel von Sékou Sanogo nach Hamburg geplatzt. Schuld sei dessen Klub YB Bern, sagt HSV-Sportdirektor Knäbel. Die Schweizer sehen das völlig anders.

HSV-Sportdirektor Knäbel: "Sehr ärgerlich"
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HSV-Sportdirektor Knäbel: "Sehr ärgerlich"


Es war die Posse des letzten Tages dieser Transferperiode. Am Montagnachmittag war berichtet worden, dass der Hamburger SV kurz vor der Verpflichtung des Ivorers Sékou Sanogo von Young Boys Bern stehe. Der 26-Jährige absolvierte bereits den Medizincheck, die Klubs waren sich einig. Zu einem Deal kam es trotzdem nicht. Der Grund: Die erforderlichen Transferunterlagen wurden erst um 18.04 Uhr übermittelt - vier Minuten nach Ende der Wechselfrist.

Hamburgs Sportdirektor Peter Knäbel gab den Schweizern die Schuld am geplatzen Transfer: "Leider wurden die erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18 Uhr", sagte Knäbel auf der Internetseite des Klubs. "Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte."

In Bern sehen sie die Sache ein wenig anders. Einem Bericht des Schweizer "Blick" zufolge hätten die Klubverantwortlichen die fertigen Verträge rechtzeitig übermittelt. Beim HSV seien die E-Mails jedoch zunächst nicht angekommen.

"Knäbel bat uns, die Vereinbarung aufzusetzen, er komme nicht mehr dazu", zitiert der "Blick" Berns Sportchef Fredy Bickel. Den Schweizern seien demnach rund 90 Minuten geblieben, um einen Vertrag zu formulieren. Um 17.51 Uhr sei dann eine E-Mail mit dem fertigen Vertrag versendet worden. Doch in Hamburg kam nichts an. Der Vorgang habe sich dem Bericht zufolge wiederholt, doch erst nach Fristende habe der HSV die Unterlagen erhalten.

Es ist nicht das erste Mal, dass es bei den Hamburgern zu einer Transfer-Panne kommt. Im Februar 2011 platzte der Wechsel vom damaligen HSV-Talent Eric Maxim Choupo-Moting zum 1. FC Köln. Der Grund: Ein streikendes Faxgerät.

mon



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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
Wagnerf 02.02.2016
1. Der Knebel...
... arbeitet ja gerne mal im Park (und lässt die Spielerverträge im Rucksack zurück). Wahrscheinlich hatte er mit seinem Smartphone auf der Parkbank einfach keinen Empfang, um die Mail zu erhalten. Kann ja mal passieren.
lupy 02.02.2016
2. Professionalität,
wie sie der HSV berühmt gemacht hat. (Rucksackfund im Park) Schuldig sind immer die Anderen (Ermittlungen gegen die Finderin)
spon-facebook-1261351808 02.02.2016
3. HSV=peinlich
Nimmt das Drama um den HSV denn nie ein Ende?
torflut 02.02.2016
4. unprofessionell
... bis zum Abwinken. Egal wer schuldig ist. Die machen einfach einen schlechten Job. Spieler gehören zum wichtigsten Kapital der Vereine. Wer so mit seinem Kapital umgeht, muss sich nicht über eine angespannte Finanzlage wundern. Wäre beim FCB undenkbar! Ein geplatzter Deal wegen Fristüberschreitung. Es sind dort einfach lausige Führungskräfte am Werk!
Freifrau von Hase 02.02.2016
5.
Die Klubs sind doch selber schuld mit ihrem Ausreizen bis zur letzten Minute. Den Transfer hätte man ja auch schon vergangene Woche tätigen können.
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