Überraschung in der zweiten Liga HSV trennt sich von Titz

Platz fünf ist für den Hamburger SV nicht genug: Der Zweitligist hat sich von Trainer Christian Titz getrennt. Der Aufstiegsaspirant präsentiert mit Hannes Wolf sofort einen Nachfolger.

DPA

Der Hamburger SV hat bereits nach dem zehnten Spieltag in der 2. Bundesliga kein Vertrauen mehr in die Arbeit von Trainer Christian Titz und trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer. Wie der Klub bekanntgegeben hat, zog der HSV-Vorstand "die Konsequenzen aus der sportlichen Entwicklung".

Die Hamburger präsentierten auch umgehend einen Nachfolger. Hannes Wolf wird die Mannschaft übernehmen. Der 37-Jährige wurde beim Nachwuchs von Borussia Dortmund ausgebildet, führte den VfB Stuttgart 2017 zum Aufstieg in die Bundesliga und wurde zuletzt immer wieder als Trainerkandidat bei anderen Klubs gehandelt. Wolf gilt als großes Talent, das sich in der zweiten Liga gut auskennt.

Der Bundesliga-Absteiger steht derzeit auf dem fünften Tabellenplatz, liegt aber nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter 1. FC Köln. Die reine Punkteausbeute ist daher nicht der ausschlaggebende Faktor, vielmehr geht es um die spielerische Entwicklung der Mannschaft. Titz steht seit Wochen in der Kritik, weil er nicht von seinem dominanten Ballbesitz-Stil, der anfällig für Gegentore nach Kontern ist, abrücken wollte. Zudem fehlten in der Offensive die Ideen, in den vergangenen fünf Partien erzielte der HSV nur zwei Treffer und spielte dreimal 0:0.

Insgesamt war Titz allerdings auch der HSV-Trainer mit dem besten Punkteschnitt in den vergangenen zehn Jahren, wie die Grafik des SPIEGEL zeigt.

"Es gehört zu unserer Verantwortung, die sportliche Situation sachlich zu analysieren", sagte Sportchef Ralf Becker zur Beurlaubung von Titz. "Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir leider nicht die angestrebte Entwicklung genommen haben und ein erhöhtes Risiko sehen, dass wir unser Saisonziel verfehlen werden."

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HSV-Trainer seit 1997: Von Pagelsdorf bis Titz

Titz war im März vom Nachwuchstrainer zum Chefcoach befördert worden. Trotz eines starken Schlussspurts hatte er den erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern können. Mit einer stark veränderten Mannschaft sollte er den sofortigen Wiederaufstieg realisieren, was auch wirtschaftlich notwendig ist. Wolf soll noch am Dienstag (17 Uhr) in einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

krä/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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mr-mucki 23.10.2018
1. Bitte nicht schon wieder
Warum muss in Hamburg immer diese Ungeduld sein? Ich verstehe es einfach nicht mehr. Schon wieder Geld für einen Trainer ausgeben und der Club ist nicht grade reich.
schlemo 23.10.2018
2. Tcha,
keine Überraschung. So ein großer Anspruch und dann diese immer wiederkehrenden Blamagen. Bein HSV läuft etwas grundlegend schief. Der Analytiker im mir sagt: So wird das nichts mit dem direkten Wiederaufstieg. Und dann? Runter geht es schneller...
bernard_bs 23.10.2018
3. Jeder
macht sich, so gut es geht, lächerlich. Aber der HSV spielt da in einer ganz eigenen Liga. Aktionismus pur zwei Punkte hinter dem Ersten. Ich sag' das als St. Pauli Fan äusserst selten, aber die HSV Fans tun mir gerade richtig leid. Das habt selbst ihr nicht verdient.
jerkrussel 23.10.2018
4. Och nö....
.... hatte sich zwar angekündigt, aber die meisten von uns HSV-Anhängern hatten dann wohl doch auf einen Verbleib gehofft. Nun geht es weiter mit der alten Leier. Wenngleich sich dieser neue Name nun doch etwas von seinen Vorgängern unterscheidet. In der Vergangenheit war ja dann doch der eine und andere Kandidat dabei, der nicht gerade als Hoffnungsträger bekannt war. Mal schauen, wie lange der Neue hält.....
LariFariMogelzahn 23.10.2018
5. Wie Geil
Hahaha, jetzt macht der HSV in der zweiten Liga genauso weiter, wie er in der ersten aufgehört hat. Da sieht man also, dass der HSV nicht in der ersten Liga sein muss um Unterhaltung zu bieten (wenn auch nur für Fans der anderen Vereine)...
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