HSV-Mäzen Kühne "Lasogga ist der Flop des Jahrhunderts"

50 Millionen Euro? 60 Millionen? Wie viel Geld Klaus-Michael Kühne schon in den Hamburger SV gesteckt hat, weiß er nicht genau. Im SPIEGEL kritisiert der Milliardär die Personalpolitik der Klubchefs und lässt seine Zukunft als Mäzen offen.


Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne, 80, hat in einem Interview mit dem SPIEGEL angekündigt, seine finanzielle Unterstützung des Bundesligisten Hamburger SV zu überdenken. "Ich bin etwas frustriert und werde wesentlich zurückhaltender sein als bisher. Ich war einfach zu unkritisch", so Kühne.

Der HSV habe mit seiner Hilfe eigentlich noch einen Außenverteidiger für die neue Saison verpflichten wollen: "Da habe ich mich verweigert." Ob er auch in Zukunft noch Geld als Mäzen zuschießen wird, lässt er offen: "Man soll nie nie sagen. Ich halte eine neue Motivation für nicht ausgeschlossen und bin nicht dogmatisch." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Klaus-Michael Kühne im neuen SPIEGEL.)

Kühne äußert große Kritik an den HSV-Managern der Vergangenheit, ist aber auch von der neuen Führung nicht überzeugt. "Der neue Vorstandsvorsitzende, Herr Bruchhagen, ist 68, ein erfahrener Mann mit Ruhe, der Sportdirektor Todt gibt sich Mühe, hat aber nicht viel Erfahrung. Was fehlt, ist ein Schuss Genialität."

Kühne kritisiert besonders die Personalpolitik des Bundesligisten: "Der HSV ist ein Phänomen, weil die Luschen immer hier hängen bleiben. Ein gutes Beispiel ist Lasogga, ich weiß gar nicht, ob ich an ihm beteiligt war: Musste der nach einer halben guten Saison mit einem Fünfjahresvertrag und einem Jahresgehalt von über drei Millionen Euro ausgestattet werden? Das war Harakiri, der Flop des Jahrhunderts."

Nach eigenen Angaben hat Kühne bisher insgesamt 50 bis 60 Millionen Euro in den HSV gesteckt, genau wisse er es nicht; allein vor dieser Saison habe er 25 Millionen für Gehälter und Ablöse zugeschossen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
mirage122 18.08.2017
1. Flops gibt es genug
Und nicht nur beim HSV. Allerdings hat Herr Kühne ausnahmsweise hat Herr KüHne mal Recht, Das kommt dabei heraus, wenn man sich nicht mit Profis an den Verhandlungstisch setzt, sonder mi der Mutter.
inihnseintor 18.08.2017
2. Kühne...
... hat schon etwas recht, mit dem was er sagt. Aber ein bisschen Pech hat der HSV auch, dass sich viele Spieler oder auch Verantwortliche später als Pfeifen herausstellen. Gnabry, Tuchel, Th. Müller, Nagelsmann, Kimmich, ich könnte die Liste fortführen, hätten sich ebenso als Rohrkrepierer erweisen können. Wer hätte gedacht, dass sich beispielsweise ein Torwart, die bekanntlich nicht Fußball spielen können, so entwickelt, wie Schmadtke als Manager. Wäre beispielsweise Schmadtke oder Nagelsmann den Bach runter gegangen, hätte jeder gesagt, dass das doch von Beginn an klar war, dass das nichts wird. Beim HSV fehlt halt das Glück, wie einst ein Sahlihamidic, Boateng, van Byuten, usw. die einst für die Rothosen kickten.
radioactiveman80 18.08.2017
3. Herr Kühne, hier wäre eine ehrliche Antwortvormage für Sie:
"Leider hatte ich weder die Expertise noch die Geduld, meine Investitionen sinnvoll umsetzen zu lassen. Stattdessen war ich geblendet von der Vorstellung, dass meine Kohle uns zu den grossen Clubs in Europa bringen würde, man könnte mich im Nachhinein auch als Wannabe - Scheich bezeichnen. Ich genoss es, zum Zuhälter des HSV - Callgirls zu werden, und geilte mich an deren Abhängigkeit auf. Leider habe ich nicht erkannt, dass man glaubte, sich allein mit meinem Geld eine erfolgreiche Truppe zusammenstellen zu können, deren unfähiges Management sich sofort in Europa-Träumen hinreissen lies. Die sinnlosen Panik-Transfers insbesondere in den Winterpausen bestätigen dies. Geld schiesst nur Tore, wenn fähige Leute damit umzugehen wissen, in Leipzig funktioniert das. Stattdessen habe ich mich dazu hinreissen lassen, auf die Spinnereien einzelner grössenwahnsinniger Traumtänzer im Vorstand und Aufsichtsrat einzugehen, und so mit meinem Geld einen sportlichen und wirtschaftlichen Trümmerhaufen zu schaffen, der ohne mich nicht mehr kann und mit mir nichts mehr erreicht. Dafür entschuldige ich mich zutiefst - für die Schuld, diesen einst so grossen Club kaputtgemacht zu haben!"
schehksbier 18.08.2017
4. Auch wenn
die Einmischung von Mäzenen in sportliche Belange durchaus kritisch gesehen werden kann, so haben sie doch das Recht, sich kritisch zu äußern, und manches, was dann zu vernehmen ist, spiegelt die Situation korrekt wider! So hat Herr Kühne sicherlich recht, wenn er den Vertrag für Lasogga und das Gehalt dieses Gossenkickers kritisiert - der Spieler hat bestenfalls Zweitliga-Niveau, ist da aber beim HSV nicht der Einzige.
g.raymond 18.08.2017
5. Wie wärs mit einem Wechsel zu Werder?
Die könnten noch einen Zuschlag vertragen, und Nouri scheint ein vielversprechender Trainer.... Das würde auch zu dem neuen Kühne-Hochhaus an der Weser passen und Bremen bestimmt mit Kühne versöhnen !
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