Hauptversammlung HSV könnte für Ausschluss von AfD-Mitgliedern stimmen 

Ein Antrag aus dem HSV-Seniorenrat sorgt für Diskussionen: Wollen die Hamburger alle AfD-Mitglieder aus dem Verein werfen? Selbst bei einem Ja in der Abstimmung dürfte sich die Umsetzung als schwierig erweisen.

HSV-Mitglieder (Archiv, 25.05.2014)
DPA

HSV-Mitglieder (Archiv, 25.05.2014)


Die Mitglieder des Hamburger SV e.V. könnten bei ihrer Versammlung am 18. Februar darüber abstimmen, ob Anhänger der rechtspopulistischen Partei AfD dem Traditionsklub angehören dürfen. Einen entsprechenden Antrag hat Peter Gottschalk, langjähriger Vorsitzender des Seniorenrates, gestellt.

Die Mitgliederversammlung solle das Präsidium auffordern, dafür zu sorgen, dass "AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger-Sport-Verein e.V. werden oder der HSV Fußball AG angehören", schreibt Gottschalk in seinem Antrag. Seine Begründung: "Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen."

Selbst wenn die HSV-Mitglieder dem Antrag zustimmen sollten, bliebe die konkrete Umsetzung des Antrags allerdings schwierig: Parteimitgliedschaften müssen nicht öffentlich gemacht werden, die Überprüfung der "Gesinnung" der HSV-Mitglieder dürfte sogar unmöglich sein.

Eintracht Frankfurts Präsident Fischer hat vorgelegt

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Bundesligist politisch gegen die Rechtspopulisten positioniert: Im Dezember hatte Peter Fischer, der Präsident von Eintracht Frankfurt, in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf die AfD gesagt: "Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt." Auf der Mitgliederversammlung der Eintracht, die am kommenden Sonntag stattfindet, will er sich erneut zu diesem Thema äußern.

Im Hessischen Rundfunk hatte Fischer zudem gesagt, dass es bei der Eintracht für "die braune Brut" keinen Platz gebe: "Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben." Der hessische AfD-Landesvorstand erstattete daraufhin Anzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung.

Laut der "Frankfurter Rundschau" habe die rechtspopulistische Partei in Frankfurt zudem einen Antrag eingereicht, in dem Fischer "verfassungswidrige Bestrebungen" vorgeworfen und die Streichung sämtlicher finanzieller Mittel für die Eintracht gefordert werden.

chh/sid



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